Ich bin Hans.
Im März 2010 habe ich Technikblog ins Leben gerufen. Seither blogge ich über technische Themen die mich faszinieren und im Alltag begleiten. Das sind Themen wie Gadgets, Smart Home, Elektroautos, Erneuerbare Energien und vieles mehr...
Alle Jahre wieder – nur diesmal etwas später: Ich habe mir vorgenommen, jedes Jahr einen detaillierten Blick auf unsere Energiebilanz zu werfen. Dabei geht es nicht nur um die Ertragsdaten der Photovoltaikanlage auf unserem Einfamilienhaus, sondern vor allem um das Zusammenspiel mit unserem Verbrauch: Wie harmonieren PV-Anlage, Batteriespeicher, Wärmepumpe und zwei Elektroautos? Unser Haushalt kommt komplett ohne fossile Energieträger aus, was den Blick auf den elektrischen Energiebedarf besonders spannend und aussagekräftig macht.
Nach dem schwachen Jahr 2024, das als (relativ betrachtet) ertragsschwächstes Jahr seit dem Bau der Anlage 2017 in die Bücher ging, zeigt sich 2025 von seiner besten Seite. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 19.970 kWh produziert – das sind rund 12 % mehr als im Vorjahr. Besonders erfreulich: Auch die beiden Kleinanlagen mit Mikrowechselrichtern haben Rekorderträge geliefert. Eine dieser Anlagen ist im Blog bisher noch gar nicht dokumentiert, ebenso wie die durchgeführte Anlagenreinigung – dazu folgen noch detaillierte Daten.

Unglaublich, mein Energiebedarf im ganzen Haushalt lag genau 7kWh (!) unter dem Vorjahr, das heisst auf unter ein halbes Promille ein identischer Wert wie im 2024. Meinen Energiehaushalt optimiere ich seit Jahren mit Solar Manager. Ich lasse über das HEMS alle wichtigen Verbraucher smart laufen – von der Wärmepumpe über den Warmwasser-Boiler bis hin zu den Ladestationen für unsere E-Autos und ein paar kleinere Geräte. So konnte ich den Autarkiegrad gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozentpunkte auf 68% steigern. Die erhöhte Produktion führte dazu, dass die Eigenverbrauchsquote auf 47% sank. So wurden total etwas mehr als 10,5 MWh eingespiesen.

Meine mittlerweile bald 3 Jahre alte Optimierungslösung unserer fast 22-jährigen Wärmepumpe von Stiebel Eltron ist immer noch im Einsatz und bewährt sich. Dieses Jahr brauchte die WP zwar rund 10% mehr Energie als im Vorjahr. Der deutliche Mehrverbrauch fand im Januar und Februar 2025 gegenüber den Vorjahren statt, ansonsten lief die Maschine wie in den Jahren zuvor:

Erstes volles Jahr mit einem verbauten Wärmezähler Supercal 5 von Neovac. Dieser hat mir über das Jahr hinweg die Wärmemenge gemessen, mit der Messung der zugeführten elektrischen Energie kann ich so die Effizienz der Maschine berechnen. In meinem Fall betrug die JAZ (Jahresarbeitszahl) meiner mittlerweile 22 jährigen Stiebel Eltron Luft-/Wasserwärmepumpe genau 2.99. Sprich pro Kilowattstunde elektrischer Energie, konnten 3 kWh Wärmenergie erzeugt werden. Dafür lief die Maschine rund 1160 Stunden mit 1260 Zyklen, dementsprechend lief die Wärmepumpe im Mittel rund 55 Minuten. Eine Optimierung die ich auch über Solar Manager erreicht habe, dass die Zyklen nicht zu kurz und ineffizient sind!

Meine Top 5 Verbraucher haben sich zum Vorjahr nicht verändert. Einzig ein Mehrverbrauch wie schon gezeigt bei der Wärmepumpe sticht heraus und dafür grosser Einsparungen bei Server & Netzwerkinfrastruktur. Dies ist vor allem auf einen Wechsel zu einem effizienteren Router geschuldet. Ich habe die für «überperformante» UniFi Dreammachine Pro auf ein UniFi Cloud Gateway Ultra umgestellt.
Auch 2025 bleibt der Eigenverbrauch der größte Hebel für die Wirtschaftlichkeit der Anlage. Der Anteil, den wir direkt aus PV‑Erzeugung und Batteriespeicher decken, reduziert den Netzbezug spürbar – und damit die Kosten. Zudem war 2025 bei unserem Energieversorger auch das erste Jahr mit Einheitstarif auf Energie- und Netzkosten.
Im Vorjahresvergleich fällt auf: 2024 war dank besonders hoher Rückliefertarife mit fast 1’900 CHF ein Spitzenjahr bei der Einspeisevergütung. 2025 pendelt sich der Wert wieder bei ~1’400 CHF ein, während der Eigenverbrauch stabil stark bleibt. Zusammen ergibt das weiterhin sehr solide 4’200 CHF – knapp unter dem 2024er Höchstwert, aber im mehrjährigen Trend klar im Aufwärtspfad.

2026 erwarte noch ein letztes Jahr mit hohem Ertrag auf Rücklieferseite, bei uns wird noch nicht auf Referenzmarktpreis umgestellt. Aber der Trend dürfte klar sein, die Amortisation der PV-Anlage wird vor allem durch gute Eigenverbrauchsoptimierung beeinflusst…

Für viele steht bei einer PV‑Anlage die Amortisation im Zentrum. Als wir 2017 gebaut haben, war das für uns eher Nebensache – wichtiger waren Unabhängigkeit, Klimaschutz und der Schritt weg von fossilen Energieträgern. Umso schöner ist es, dass wir heute sagen können: Nach ziemlich genau 9 Jahren erreichen wir die vollständige Amortisation unserer Anlage. Ab 2026 produziert sie nicht nur sauberen Strom, sondern arbeitet auch finanziell im Plus – ein doppelter Meilenstein für unser Zuhause.
In die Berechnung beziehe ich alle Investitionen der PV-Anlage, Speicher und Erweiterungen. Für all diese Investitionen gab es noch steuerliche Abzüge und bei den PV-Anlagen jeweils noch KLEIV. Nicht einbezogen sind allfällige Eigenleistungen oder zusätzliche Geräte wie Ladestationen, Energiemessungen etc. Einen kompletten Beitrag zur Amortisation der PV-Anlage habe ich im letzten Sommer publiziert.

Ich hatte zwei Ziele. Einerseits den Verbrauch auf 13’000 kWh zu senken und die 70% Autarkie über das Jahr hin zu erreichen. Das gelang mir nicht, die Autarkie zwar nur knapp verfehlt aber beim Verbrauch lag ich ja beim Vorjahr. Andererseits habe ich wie geplant noch weitere Abgänge im Elektroverteiler gemessen um genauere Analysen über alle Verbraucher machen zu können. Durch weitere Umbauten, ist die Auswertung noch etwas komplizierter und teilweise nicht möglich. Somit eigentlich alle Ziele verpasst….
Ganz klar und allem voran, würde ich gerne die PV-Anlage im 2026 amortisieren. Mit den beiden aktuellen Marstek-Speicherprojekten, wovon ich eines hier schon dokumentiert habe, fällt das aber vielleicht für die Speicher-Neugierde ins Wasser…
Andererseits würde ich das Projekt mit zusätzlichen Energiemessungen noch vervollständigen und damit bessere Auswertungen ermöglichen. Die grösste Neuerung in meinem Energiehaushalt dürfte aber die Ende 2025 installierte bidirektionale Ladestation von ambibox (in der Schweiz durch Helion vertrieben) sein. Ich bin gespannt welchen Impact das auf die Energie-Statistik 2026 haben wird und wie genau ich die Herkunft der Energie dann deklariere und die Autarkie berechne. Doch das Problem muss ich dann erst in einem Jahr lösen…

Zur Nachverfolgung aller erwähnten Punkte, hier die Historie der PV-Anlage: