Normalerweise sind meine E-Mobility Tests etwas ausführlicher und gehen ins Detail, diesmal gibt es zum neuen Audi Q4 e-tron einen Kurzbericht. Ich konnte das erste Elektroauto von Audi auf der MEB-Plattform kurz testen und möchte aber trotzdem etwas darüber berichten.

Audi e-tron Q4 Varianten

Den Q4 e-tron wird es in vier verschiedenen Ausführungen geben, wobei eine erst später erhältlich sind wird (Q3/2021):

  • Q4 35 e-tron: Heckantrieb und 125kW (WLTP bis 341km)
  • Q4 40 e-tron: Heckantrieb und 150kW (WLTP bis 520km)
  • Q4 45 e-etron quattro: Allradantrieb mit 195kW (WLTP bis 452km) Q3
  • Q4 50 e-tron quattro: Allradantrieb mit 220kW (WLTP bis 488km)
Audi Q4 50 e-tron quattro
Audi Q4 50 e-tron quattro

Testwagen: Audi Q4 50 e-tron quattro

Ich hatte die Möglichkeit die Top-Variante des Q4 zu fahren, nämlich den 50er e-tron mit Allradantrieb. Dieses Modell beginnt im Basispreis bei knapp 62’000 CHF und das Auto im Test kommt mit zahlreichem Zubehör quasi in der Topausstattung für 89’000 CHF daher. Gerade im Vergleich mit den konzerninternen Konkurrenten VW ID.4 und Skoda Enyaq ist das natürlich ein deutlich höherer Preis, wiederspiegelt aber auch die Marktpositionierung von Audi.

Audi Q4 e-tron Cockpit
Audi Q4 e-tron Cockpit

Innenraum

Auch der neue Q4 e-tron profitiert vom Design der MEB Plattform, auf welcher auch der VW ID.4 und Skoda Enyaq aufgebaut sind. Das heisst obwohl der Q4 deutlich kompakter als sein grosser Bruder von 2018 dem e-tron, hat man im Innenraum vergleichsweise soviel Platz. Also auch eine grossgewachsene Familie oder mit Kleinkindern in Kindersitzen fühlt sich absolut wohl was den Platz angeht. Im Innenraum befinden sich 25 Liter Stauraum. Sicher auffällige ist der sehr hochwertige verarbeitete Innernraum und das neu designte Lenkrad. Auch als bisher erstes Auto auf der MEB-Plattform hat der Fahrer ein vollwertige Display hinter dem Lenkrad mit Navi-Einblendungen und vielem mehr.

Kofferraum

Auch der Kofferraum bietet für die Fahrzeuggrösse viel Platz, je nach Stellung der Rücklehnen sind es von 520 Litern bis hin zu 1460 Liter Ladevolument. Der doppelte Boden ermöglich einfaches verstauen von Ladekabeln. Die elektrisch ausfahrbare Anhängerkupplung erlaubt es Anhänger bis 1000kg zu ziehen, bei der hier getesteten Quattro-Variante sogar bis 1200kg.

Audi Q4 e-tron im kurzen Fahrtest

Während der regnerischen Testfahrt mit dem brandneuen Audi Q4 e-tron gab es viel zu entdecken. Wie erwähnt war es zeitlich für einiges knapp, aber besonders drei Dinge fielen mir schnell auf. Einerseits das neue Soundsystem von Sonos und als Liebhaber von Sonos daheim hat mir das sofort zugesagt. Dazu schnell das iPhone über Carplay mit dem Infotrainment von Audi koppeln und los geht es.

Wenn man den Sound aber mal etwas leiser dreht oder ausstellt, das zweite Highlight. Die Geräuschkulisse ist auf ein Minimum reduziert und der Q4 war wohl bisher nebst dem EQC von Mercedes das leiseste Elektroauto das ich gefahren bin. Hut ab, sehr gut gemacht und zeigt, dass man bei Audi hohe Verarbeitungsqualität hinlegt.

Als letztes Punkt dann natürlich noch der quattro-Antrieb. Hier merkt man deutliche Unterschiede zu den reinen Heckantrieblern auf der MEB-Plattform. Da ist auch mehr Leistung vorhanden und Fahrdynamik, dafür büsst man natürlich etwas Wendekreis ein. Für mich aber ein spannender Kompromiss und wie die Verkaufszahlen zeigen, sind wir Schweizer ja Allrad-Käufer.

Der tatsächliche Verbrauch ist über die kurze Testzeit schwer zu ermitteln, hier bei starkem Regen und trotzdem sportlicher Fahrweise lag der Schnitt knapp unter 20kWh/100km. Ich bin auf einen längeren Test mit dem quattro gespannt um reelle Verbrauchsdaten mit dem Heckantrieb vergleichen zu können.

Beim Q4 e-tron kann die Rekuperationsstufe MEB typisch im B-Modus auf “default-on” genutzt werden oder mittels D im Gleitmodus gefahren werden. Die ehemaligen Schaltwippen hinter dem Lenkrad dienen hier aber der Wahl der Rekuperationsstufe, so kann praktisch und schnell die Verzögerung durch den Elektromotor eingestellt werden. Das ist ideal für längere Passfahrten.

Audi Q4 e-tron Laden

Für einen sinnvollen Test einer schnellen Ladung mittels HPC war die Testzeit zu kurz bemessen, entsprechend habe ich diesen weggelassen. Da der Q4 e-tron aber auf der MEB-Technologie aufbaut kenne ich diese Werte bestens von meinen mehreren tausend Kilometern im ID.4 schon, so kann auch der Q4 mit 125kW laden. Daheim oder an öffentlichen AC-Ladern geht es mit den mittlerweile üblichen 11kW voran. Das sind solide Werte und ermöglichen problemloses Reisen.

Fazit

Audi erweitert mit dem Q4 e-tron sein Portfolio der Elektrofahrzeuge weiter. Nachdem ich hier den ersten Audi e-tron und den e-tron GT schon getestet hatte, gibt es mit dem Q4 quasi die “Einstiegsvariante”. Audi hat hier klar den anspruchsvollen Kunden im Fokus, der auf hochwertige Verarbeitung und Blick aufs Detail legt. Mir jedenfalls hat der Audi Q4 e-tron gefallen und bin gespannt was ich für Verbrauchswerte in einem längeren Test mit dem quattro erreiche.

Den Q4 35 e-tron gibt es bei Audi ab 47’800.- CHF, die günstigste Variante mit quattro-Antrieb, den Q4 45 gibt es ab September ab rund 58’000.- CHF.

Autor

Im März 2010 habe ich Technikblog ins Leben gerufen. Seither blogge ich mehrmals wöchentlich über technische Themen die mich faszinieren und im Alltag begleiten, das beginnt bei Smartphones, Computer, Gadgets, technischen Spielereien bis hin zu HowTo-Anleitungen und Testberichten zu Smart Home Einrichtungen und Elektrofahrzeugen.

ommentare

  1. Beat von Burg Reply

    Doppelboden für das Verstauen der Ladekabel. Wie muss ich mir das genau vorstellen, wenn ich mit vollgepackten Auto in die Familienferien fährt und unterwegs mal nachtanken will?
    Diese Audi-Lösung funktioniert nir bei leerem Kofferraum

    • Hier muss man unter Normal- und Ferienbedingungen unterscheiden. 95% der Zeit ist es kein Problem, die Kabel im Doppelboden zu haben.
      Ich muss allerdings auch sagen, das Ladekabel das ich mit dem Model 3 unterwegs gelegentlich verwenden muss, ist bei mir im Frunk untergebracht. Damit ist gewährleistet, dass auch mit Gepäck im Kofferraum, das Ladekabel immer leicht zugänglich ist.

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