Ich bin Hans.
Im März 2010 habe ich Technikblog ins Leben gerufen. Seither blogge ich über technische Themen die mich faszinieren und im Alltag begleiten. Das sind Themen wie Gadgets, Smart Home, Elektroautos, Erneuerbare Energien und vieles mehr...
Als langjähriger Fahrer eines ID.4 der ersten Stunde habe ich die Software-Updates von Volkswagen immer mit einer Mischung aus Hoffnung und Geduld verfolgt. Jetzt kommt eines, das mich wirklich freut: Mit ID. Software 3.9.1 rollt VW ein Over-the-Air-Update aus, das meinem inzwischen mehrere Jahre alten Auto eine Funktion nachliefert, die ich lange vermisst habe, die gezielte Vorkonditionierung der Batterie fürs Schnellladen.
Der Zufall wollte es, dass ich gerade beim Radwechsel in der Werkstatt vor Ort die Version 3.8.3 aufgespielt bekommen habe. Damit bin ich schon einmal auf einem aktuellen Stand und umso gespannter auf die 3.9.1, die laut VW in Kürze startet.
Die erste ID.4-Generation konnte die Hochvoltbatterie vor dem Schnellladen nie aktiv vorheizen. Genau das ist im Winter der Grund, warum diese Autos an der kalten DC-Säule oft so zäh laden. Eine kalte Batterie nimmt nur wenig Leistung an, die Ladekurve bleibt flach, und aus einer geplanten Viertelstunde wird gefühlt eine halbe.
Wie viel Unterschied das macht, habe ich zuletzt im Vergleich gemerkt, als ich im Reisebericht mit dem ID. Buzz die deutlich bessere Ladekurve des neueren Fahrzeugs gelobt habe. Und auch in meinen früheren ID.4-Langstreckenberichten war das Kaltladen immer wieder ein Thema. Dass VW diese Lücke nun per Software schliesst, und zwar rückwirkend für bestehende Fahrzeuge, ist genau die Art von Update, die ein E-Auto im Alltag spürbar besser macht.
Der Schwerpunkt liegt laut VW auf Ladeleistung, Batteriepflege und Zuverlässigkeit. Die aus meiner Sicht wichtigsten Punkte:

Ganz von allein ist das Update nicht auf dem Auto. VW verteilt es als sogenannten Canary-Release in Wellen, zuerst an wenige Fahrzeuge, dann an immer mehr. Vorausgesetzt wird mindestens die Version 3.7, und man muss der OTA-Aktualisierung zustimmen. Fahrzeuge mit technischen Umbauten, etwa nachgerüsteter Technik, erhalten das Update nicht über die Luft, sondern müssen zum Servicepartner. Ein paar persönliche Einstellungen können nach dem Update zurückgesetzt sein, und während der Installation sind einzelne Funktionen kurzzeitig nicht verfügbar.
Bei mir ist die 3.9.1 noch nicht angekommen, ich bin frisch auf 3.8.3. Sobald das Update da ist, mache ich genau den Test, der mich am meisten interessiert.
Was mich an diesem Update am meisten freut, ist weniger die einzelne Funktion als das Prinzip dahinter: Ein mehrere Jahre altes Auto wird per Software nachträglich besser, genau dort, wo es im Alltag zählt. Für mich ist das gelebte Langlebigkeit und ein gutes Argument für das Elektroauto insgesamt. Mein früherer Verbrenner hat jedenfalls nie über Nacht dazugelernt.
Jetzt heisst es abwarten, bis die Welle meinen ID.4 erreicht. Wer von euch die 3.9.1 schon installiert hat, schreibt gerne in die Kommentare, was sich bei eurem ID. getan hat und ob die Vorkonditionierung im Alltag wirklich etwas bringt.