Ich bin Hans.
Im März 2010 habe ich Technikblog ins Leben gerufen. Seither blogge ich über technische Themen die mich faszinieren und im Alltag begleiten. Das sind Themen wie Gadgets, Smart Home, Elektroautos, Erneuerbare Energien und vieles mehr...
Heute durfte ich live an der Weltpremiere des neuen Škoda Epiq in der Umweltarena in Spreitenbach dabei sein. Dass Škoda dafür ausgerechnet die Schweiz wählt, hat mit dem Sponsoring der Eishockey-WM 2026 zu tun – ein cleverer Marketing-Move, denn die Aufmerksamkeit für Eishockey ist hierzulande gerade auf dem Höhepunkt. Inhaltlich war der Anlass aber spannender als nur ein Event-Auftritt: Mit dem Epiq schickt Škoda ein vollelektrisches City-SUV ins Rennen, das den Einstieg in die Elektromobilität neu definieren soll.
Wer meinen Blog verfolgt, weiss, dass ich mich seit Jahren intensiv mit Elektromobilität und insbesondere mit bidirektionalem Laden auseinandersetze. Genau dort kommt der Epiq für mich besonders interessant ins Spiel – aber dazu später mehr.

Škoda positioniert den Epiq selbstbewusst als «neuen Benchmark für Einstiegs-Elektromobilität». Der Einstiegspreis liegt in Deutschland bei rund 26’000 Euro, womit der Epiq preislich auf Augenhöhe mit dem Verbrenner-Pendant Kamiq landet. Das ist keine Selbstverständlichkeit – bisher war ein vergleichbares E-Auto deutlich teurer als die Verbrennerversion. Die Schweizer Preise sind noch offen, dürften aber in einem ähnlichen Rahmen folgen.
Mit dem Epiq verdoppelt Škoda das vollelektrische Portfolio: Zusammen mit Enyaq, Elroq und dem ebenfalls neuen siebenplätzigen Peaq verfügt die Marke nun über vier Elektromodelle. Eine klare Ansage in einer Phase, in der viele Hersteller ihre Elektrostrategie eher kürzen oder verzögern.

Der Epiq basiert auf der MEB+-Plattform des VW-Konzerns – derselben Basis, auf der auch der kommende VW ID. Polo und der Cupra Raval stehen. Gebaut wird er gemeinsam mit den Plattformgeschwistern im spanischen Pamplona. Mit einer Länge von 4,17 Metern ist der Epiq deutlich kompakter als der Elroq und damit eher als urbaner Begleiter konzipiert. Trotzdem bietet er einen für die Klasse beachtlichen Kofferraum von 475 Litern, bei umgeklappten Rücksitzen wachsen die auf 1’344 Liter.
Es gibt drei Antriebsvarianten:
Geladen wird mit bis zu 11 kW AC und je nach Variante bis 133 kW DC am Schnelllader – von 10 auf 80 Prozent in rund 24 Minuten. Das ist keine Rekordleistung, aber für ein Auto dieser Klasse völlig in Ordnung.

Wenn ich ehrlich bin: Das Auto sieht aus wie ein klassischer Škoda. Keine Experimente, keine wagemutigen Designsprünge – das wirkt gewollt. Mein Eindruck am Event: Škoda will mit dem Epiq vor allem klassische Verbrennerfahrer abholen, denen ein zu progressives Design die Hemmschwelle zum Umstieg eher erhöhen würde. Das ist strategisch sinnvoll: Wer vom Kamiq oder einem ähnlichen Verbrenner-SUV kommt, soll sich im Epiq sofort heimisch fühlen.
Der Epiq ist offiziell das erste Škoda-Serienmodell, das die neue Designsprache «Modern Solid» vollständig umsetzt. Innen fällt das aufgeräumte Cockpit auf – ein 13-Zoll-Infotainmentsystem dominiert die Mittelkonsole, dazu ein 5,3-Zoll-Digital-Cockpit hinter dem Lenkrad. Die Wählhebel-Position rechts an der Lenksäule kennt man inzwischen aus diversen Konzern-Elektromodellen. Klassische «Simply Clever»-Details wie eine separate Tasche fürs Ladekabel oder der ikonische Regenschirm in der Tür gehören weiterhin zur DNA.
Auf der Bühne in Spreitenbach hat Škoda es so formuliert: «Design, Technologie und Passion haben sich gefunden». Marketing-Floskel hin oder her – das Auto wirkt durchdacht.

Für mich persönlich der spannendste Punkt: Der Epiq unterstützt bidirektionales Laden, und Škoda setzt dafür auf die Technologie von ambibox. Konkret: Über die ambibox-Wallbox kann der Epiq als zusätzlicher Heimspeicher dienen – Stichwort Vehicle-to-Home (V2H). Die offizielle Skoda-Produktseite zur Peaq-Technologie zeigt, wie der VW-Konzern hier mit ambibox als Partner zusammenarbeitet.
Das ist für mich aus persönlichem Anlass relevant: Ich habe seit einem halben Jahr selber eine ambibox bei mir zu Hause im Einsatz. Im Zusammenspiel mit Solar Manager kann ich damit das Elektroauto gezielt als zusätzlichen Heimspeicher nutzen – das Auto wird quasi zur grossen, mobilen Batterie. An sonnigen Tagen wird mit Solarstrom geladen, an Abenden mit hohem Verbrauch (z.B. wenn die Hausbatterie schon leer ist) wird wieder rückgespeist. Genau dieses Szenario hatte ich vor Jahren bei meiner ersten Analyse zu bidirektionalem Laden als Wunschvorstellung beschrieben – heute ist es Realität.
Einen ausführlichen Blogpost zu meinen Erfahrungen mit der ambibox und der Integration in Solar Manager werde ich in den nächsten Wochen veröffentlichen. Für den Epiq heisst das konkret: Wer eine PV-Anlage zu Hause hat und mit einem HEMS wie Solar Manager arbeitet, bekommt mit dem Epiq ein Fahrzeug, das aus dem Stand für V2H-Anwendungen bereit ist.

Dass die Weltpremiere ausgerechnet in der Umweltarena Spreitenbach stattgefunden hat, ist kein Zufall. Škoda ist Hauptsponsor der Eishockey-WM 2026, die aktuell in der Schweiz läuft. Der Markenauftritt soll sich also nicht nur an Auto-Enthusiasten richten, sondern an ein breiteres Publikum. Die Umweltarena als Location passt zudem perfekt zur Botschaft – ein Veranstaltungsort, der selbst auf Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien setzt.

Der Škoda Epiq ist kein Designwunder und kein technischer Überflieger – und das soll er auch gar nicht sein. Er ist ein durchdachtes, alltagstaugliches Elektroauto zum Preis eines vergleichbaren Verbrenners. Genau diese Positionierung könnte den Epiq zum Bestseller machen. Für meinen Geschmack könnten Reichweite und Schnellladeleistung etwas grosszügiger sein, aber für das Einstiegssegment ist das Paket stimmig.
Spannend macht den Epiq für mich vor allem die Kombination aus bezahlbarem Einstiegspreis und nativer V2H-Fähigkeit über ambibox. Wer eine PV-Anlage hat, ein HEMS wie Solar Manager nutzt und ein zweites, kompaktes Auto sucht, das gleichzeitig als rollender Heimspeicher fungiert – der findet hier ein attraktives Gesamtkonzept zum fairen Preis.
Die ersten Auslieferungen sind für das dritte Quartal 2026 geplant, der Bestellstart läuft. Sobald die Schweizer Preise stehen und ich eine Testfahrt machen kann, melde ich mich mit einem ausführlichen Fahrbericht.