27. August 2026
5 Minuten zu lesen

EV Buddy 3 Pro im Test: Die günstige Alternative zu NRGkick und Juice Booster

Eine mobile Ladestation gehört für mich seit Jahren fest in den Kofferraum. Man weiss nie, wann man unterwegs an einer Steckdose laden muss, sei es am Ferienhaus, bei Bekannten oder wenn die Wallbox am Zielort mal wieder streikt. Bisher waren in diesem Segment vor allem zwei Namen gesetzt: der Juice Booster aus der Schweiz und der NRGkick aus Österreich. Beide sind hervorragend, aber auch nicht günstig. Seit einiger Zeit habe ich nun den EV Buddy 3 Pro im Einsatz, und der positioniert sich als deutlich preiswertere Alternative, ohne bei den wesentlichen Funktionen zu sparen. Zeit für ein Fazit aus der Praxis.

Die günstige Alternative im Segment

Wer sich mit mobilen Ladestationen beschäftigt, kommt an Juice Booster und NRGkick nicht vorbei. Sie haben die Kategorie geprägt und stehen für Qualität, entsprechend liegen sie preislich aber auch klar über 1000 Franken, je nach Ausstattung und Adaptersatz teils deutlich darüber. Genau hier setzt der EV Buddy 3 Pro an. Mit einem Preis von rund CHF 729 für die 22-kW-Version mit 6.5 m Kabel unterbietet er die etablierten Platzhirsche spürbar, bietet aber ein sehr ähnliches Gesamtkonzept: eine kompakte mobile Ladeeinheit mit codierten Adaptern, die je nach Steckdose automatisch die richtige Stromstärke wählt.

Für alle, die grundsätzlich noch unsicher sind, welches mobile Ladekabel zu ihnen passt, habe ich früher einen ausführlichen Ratgeber zum richtigen Ladekabel geschrieben, der die Grundlagen erklärt. Der EV Buddy 3 Pro ist die konsequente mobile Antwort auf diese Frage, zum kleineren Preis.

Technikblog - EV Buddy 3 Set
Technikblog – EV Buddy 3 Set

Technische Eckdaten

Der EV Buddy 3 Pro lädt dreiphasig mit bis zu 22 kW (3×32 A), lässt sich aber auch einphasig betreiben und in der Stromstärke zwischen 6, 8, 13, 16 und 32 A einstellen. Damit deckt er die ganze Bandbreite von der Haushaltssteckdose bis zur Industriedose ab. Das Gerät ist nach IP67 gegen Wasser und Staub geschützt, wiegt rund 2.8 kg und bringt sicherheitsseitig alles mit, was man erwarten darf: einen Fehlerstromschutz RCD Typ B, Temperaturüberwachung jeder Phase, Über- und Unterspannungsschutz sowie einen automatischen Selbsttest bei jeder Netzverbindung. TÜV-geprüft und normkonform ist er ebenfalls.

Was den EV Buddy 3 Pro von einfachen mobilen Ladeziegeln abhebt, ist die Konnektivität. Er verfügt über Bluetooth und WLAN und lässt sich über die EVManager-App steuern und überwachen, inklusive Ladeverläufen, Zeitplänen und Over-the-Air-Updates. Und genau diese WLAN-Anbindung macht ihn für mich zu Hause besonders interessant.

Das 6.5-Meter-Kabel: ideal für fast alle Situationen

Ein Detail, das im Alltag einen riesigen Unterschied macht, ist die Kabellänge. Der EV Buddy 3 Pro kommt mit einem 6.5 m langen Kabel, und das ist für fast alle Situationen ideal. Wer schon einmal mit einem zu kurzen Ladekabel vor einer ungünstig platzierten Steckdose stand, weiss das zu schätzen. Die 6.5 m reichen in aller Regel bequem von der Dose bis zum Ladeport des Fahrzeugs, egal wo der Anschluss sitzt und wie das Auto gerade steht. Für mich ist das die goldene Mitte: lang genug für praktisch jede Situation, aber noch handlich genug zum Verstauen. Wem es doch einmal nicht reicht, der kann optional auf ein Verlängerungskabel zurückgreifen.

Stellt korrekte, maximale Stromstärke sicher - der Adapter des EV Buddy
Stellt korrekte, maximale Stromstärke sicher – der Adapter des EV Buddy

WLAN und Solar Manager: Überschussladen zu Hause

Jetzt zum Punkt, der den EV Buddy 3 Pro für mich vom reinen Reise-Lader zum vollwertigen Alltagsgerät macht. Dank der WLAN-Anbindung ist er mit Solar Manager kompatibel und ermöglicht so das Überschussladen zu Hause. Statt also nur unterwegs als Notlösung zu dienen, kann ich das Gerät daheim einsetzen, um gezielt mit dem Überschuss meiner PV-Anlage zu laden.

An dieser Stelle die übliche Offenlegung: Ich bin Mitgründer von Solar Manager. Aber der Punkt ist auch sachlich stark: Eine mobile Ladestation, die sich sauber ins Energiemanagement einbinden lässt und PV-Überschussladen beherrscht, ist alles andere als selbstverständlich in dieser Preisklasse. Wer keine fest installierte Wallbox hat oder zur Miete wohnt, bekommt so mit einem einzigen Gerät beides: die flexible Reiselösung und das intelligente Überschussladen zu Hause. Das finde ich ausgesprochen clever.

Meine Adapter für unterwegs

Das Prinzip des EV Buddy 3 Pro steht und fällt mit den Adaptern, die man dabei hat. Bei mir sind aktuell drei im Einsatz, mit denen ich bisher praktisch jede Situation abdecken konnte. Für die dreiphasige Industriesteckdose habe ich den CEE16-Adapter, mit dem ich unterwegs die volle mögliche Leistung abrufen kann. Für die klassische Haushaltssteckdose in der Schweiz nutze ich den T13-Adapter, und für den Einsatz im benachbarten Ausland habe ich den Schuko-Adapter dabei.

Mit diesen drei Adaptern (CEE16, T13 und Schuko) habe ich bisher alle Situationen abgedeckt, die mir auf Reisen und im Alltag begegnet sind. Das ist genau die Kombination, die ich schon bei früheren mobilen Ladelösungen als praktikabel empfunden habe, und sie funktioniert auch mit dem EV Buddy 3 Pro tadellos.

Meine Adapter für fast alle Situationen
Meine Adapter für fast alle Situationen

Was mir noch fehlt: der CEE16-3-Adapter

Ganz komplett ist mein Set aber noch nicht. Ideal wäre für mich noch der Adapter zur Ladung an einer CEE 16-3 (230V/16A) Industrie- bzw. Camping-Steckdose mit bis zu 3.7 kW. Diese einphasigen blauen CEE-Dosen findet man häufig auf Campingplätzen und an vielen anderen Orten, und mit diesem Adapter könnte ich auch dort mit ordentlicher Leistung laden, statt auf die langsamere Haushaltssteckdose ausweichen zu müssen.

Der Adapter ist bei schnellladen.ch für rund CHF 79 erhältlich und ausschliesslich mit dem EV Buddy 3 Pro verwendbar. Sobald ich den noch ergänze, hätte ich mit dem EV Buddy wirklich für jede erdenkliche Lademöglichkeit die passende Verbindung dabei. Schön ist, dass sich das System so modular erweitern lässt, man kauft die Adapter, die man tatsächlich braucht, und rüstet bei Bedarf nach.

Simpel aber effektiv: EV Buddy 3
Simpel aber effektiv: EV Buddy 3

Fazit

Der EV Buddy 3 Pro erfüllt seinen Zweck rundum. Er lädt zuverlässig mit bis zu 22 kW, das 6.5-Meter-Kabel ist für fast alle Situationen ideal lang, und die Verarbeitung samt Sicherheitsausstattung lässt keine Wünsche offen. Für mich ist er die überzeugende günstige Alternative zu den etablierten Platzhirschen NRGkick und Juice Booster, denen er funktional kaum nachsteht, die er preislich aber deutlich unterbietet.

Zwei Dinge heben ihn für mich besonders hervor. Erstens die WLAN-Anbindung mit Solar-Manager-Kompatibilität und Überschussladen, womit er zu Hause zur vollwertigen, PV-optimierten Ladelösung wird und nicht nur die Reiselösung im Kofferraum bleibt. Und zweitens das durchdachte, modulare Adaptersystem, mit dem man sich genau die Ladesituationen zusammenstellt, die man wirklich braucht. Mit meinen Adaptern für CEE16, T13 und Schuko bin ich bereits für praktisch alles gerüstet, und mit dem ergänzenden CEE16-3-Adapter für Campingplätze wäre das Set dann restlos komplett.

Wer eine mobile Ladestation sucht, die alltagstauglich, sicher und obendrein bezahlbar ist und erst noch das Überschussladen zu Hause beherrscht, sollte sich den EV Buddy 3 Pro genau ansehen.

Kaufempfehlung: Der EV Buddy 3 Pro (22 kW, 6.5 m, BT, WLAN) kostet rund CHF 729 und ist bei schnellladen.ch erhältlich, ebenso wie die passenden Adapter.

4 Comments

  1. Jürgen Baumann

    Ich stelle fest, dass ich meinen Juice Booster unterwegs nicht mehr brauche. Die Akkus sind inzwischen sehr erwachsen geworden. Meiner fasst 65 kWh. Es gibt inzwischen genug Ladestationen in Europa. Jedenfalls konnte ich mich zwischen Lissabon, Bordeaux, Nordkapp, Wien und Bari nicht über fehlende Ladeinfrastruktur beschweren. Ich habe derzeit Zugriff auf 1’178’698 Ladepunkte in Europa. Die sind praktisch in Sichtweite voneinander. Deshalb bleibt der Juice Booster jetzt einfach zu Hause.

    • Chris

      Ich teile die Meinung nach Reisen mit dem EV nach Schweden, Spanien, Tschechien und Kroatien, dass es genügend Ladepunkte gibt. Trotzdem aber nehme ich die mobile Ladelösung nach wie vor mit, einerseits aus Bequemlichkeit und andererseits doch noch als Absicherung. Aus Bequemlichkeit deshalb, weil es doch vorkommt, dass es bei einer Unterkunft keine Ladestation, dafür aber eine verfügbare Steckdose gibt, die genutzt werden darf. Wenn dann über Nacht einfach geladen werden und am nächsten Morgen vollgeladen weitergefahren werden kann, ist das für mich ein erheblicher Komfort. Die Absicherung ist dann halt was für Weichbecher – solche wie ich eben…

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