Ich bin Hans.
Im März 2010 habe ich Technikblog ins Leben gerufen. Seither blogge ich über technische Themen die mich faszinieren und im Alltag begleiten. Das sind Themen wie Gadgets, Smart Home, Elektroautos, Erneuerbare Energien und vieles mehr...
Es hat gedauert, aber jetzt ist es da: Während unsere deutschen und österreichischen Nachbarn bereits seit Ende 2024 das Nuki Smart Lock Ultra an die Haustür schrauben können, mussten wir uns in der Schweiz wegen des Rundzylinders gedulden. Mit dem Nuki Smart Lock Ultra CH gibt es nun endlich die fünfte Generation auch für Schweizer Türen – und der Sprung gegenüber dem Smart Lock 3.0, das ich hier ausführlich getestet habe, ist beachtlich.
Ich verfolge die Entwicklung von Nuki schon seit dem Smart Lock 2.0 – damals noch mit separater Bridge, ZigBee-Anbindung und AA-Batterien. Mit dem 3.0 kamen das Power Pack und endlich die weisse Variante. Das Ultra CH ist nun aber kein Facelift, sondern ein echter Neustart.

Der grösste Unterschied zu allen bisherigen Nuki-Generationen: Das Ultra wird nicht mehr auf den bestehenden Zylinder aufgesetzt, sondern bringt einen eigenen Premium-Universalzylinder als Schweizer Rundprofil (22 mm) gleich mit. Damit fällt der bisherige Adapter-Workaround weg, den ich beim 3.0 mit der Variante B (geklebt) noch in Kauf nehmen musste. Der Zylinder muss also tatsächlich getauscht werden – das ist die einzig saubere Lösung für Schweizer Türen und nimmt die häufigste Kompatibilitäts-Frage gleich vom Tisch.
Technisch ist das Ultra das, was Nuki zurecht als «schnellstes, kleinstes und leistungsfähigstes elektronisches Türschloss» bezeichnet, das die Grazer je gebaut haben. Das Gehäuse schrumpft auf rund ein Drittel der Vorgängergrösse. Der zentrale Innovationsschritt ist allerdings nicht das Design, sondern der erstmals verbaute bürstenlose Motor (BLDC) – eine Technologie, die man vor allem aus E-Fahrzeugen kennt. Effizienter, leiser, langlebiger.

Wer mein Smart Lock 3.0-Review gelesen hat, kennt meinen einzigen echten Kritikpunkt: die Lautstärke. Der Motor war im langen Flur klar hörbar, was über die Jahre nervte. Beim Ultra adressiert Nuki genau diesen Punkt mit drei wählbaren Geschwindigkeitsmodi:
Genau der Gentle-Modus ist für mich das spannendste Feature überhaupt. Wenn das wirklich funktioniert wie versprochen, ist mein Hauptkritikpunkt aus dem 3.0-Review endlich erledigt. In allen drei Modi erfolgt übrigens immer ein doppelter Sperrvorgang – das war zumindest mir wichtig.

Die zweite grosse Veränderung betrifft die Konnektivität. Beim 2.0 brauchte es noch zwingend die Nuki Bridge im WLAN, beim 3.0 dann die Pro-Variante mit integriertem WLAN. Das Ultra CH hat Wi-Fi standardmässig an Bord – Bridge ade. Zusätzlich unterstützt es Matter über Thread, was die Integration in Smart-Home-Systeme deutlich vereinfacht: Apple Home, Google Home, Amazon Alexa und Samsung SmartThings sprechen das Schloss direkt an. Für mich relevant ist vor allem die Apple-Home-Integration, weil meine Loxone-Anbindung historisch über HomeKit-Bridge läuft.
Ein angenehmes Detail: Für die Nutzung ist weiterhin kein verpflichtender Account zwingend. Wer das Schloss rein lokal über Apple Home betreiben möchte, kann das tun. Das ist im aktuellen Smart-Home-Markt nicht selbstverständlich.
Ein Punkt sorgt in den ersten Reviews und Foren für Diskussionen: Der bisherige Slot für AA-Batterien (mit Power Pack als Aufrüstoption) ist Geschichte. Stattdessen verbaut Nuki einen fest integrierten Lithium-Polymer-Akku, der über einen magnetischen Anschluss aufgeladen wird.
Das hat zwei Seiten. Positiv: Endlich Schluss mit dem Hantieren rund um Batterien. Ich hatte beim 2.0 zuerst eneloop-Akkus, dann beim 3.0 das Power Pack – beides funktionierte, aber wirklich elegant war es nie. Magnetisches Laden ist deutlich praktischer. Negativ: Wenn der Akku nach ein paar Jahren altert oder ausfällt, muss vermutlich das ganze Schloss zum Service. Reparaturfreundlich ist anders. Wie sich das langfristig auswirkt, wird die Zeit zeigen – Nuki hat hier eine klare Designentscheidung getroffen und nimmt diese Kritik bewusst in Kauf.

In der Schweiz sieht die Preisstruktur so aus:
Der Schweiz-Launch war am 17. Februar 2026, im ausgewählten Online-Handel ab 23. Februar 2026 verfügbar. Direkt im Nuki Shop und bei Schweizer Retail-Partnern erhältlich.
Der Preis ist happig – knapp 350 Franken sind kein Schnäppchen. Allerdings ist der hochwertige Sicherheitszylinder bereits im Paket enthalten, und wenn man bedenkt, dass man bei der Konkurrenz oft den Zylindertausch separat dazurechnen muss, relativiert sich das wieder. Für Einsteiger, die nicht das volle Ultra-Erlebnis brauchen, bleibt weiterhin das günstigere Smart Lock Pro in der bisherigen Bauform eine valide Option.
Das Nuki Smart Lock Ultra CH ist für mich der lange überfällige Sprung, den der Schweizer Markt verdient hat. Endlich keine Adapter-Diskussionen mehr, endlich Wi-Fi und Matter direkt verbaut, endlich ein Modus für Lärmempfindliche – und die kompaktere Bauform sieht an der Haustür ohnehin besser aus.
Den fest verbauten Akku muss man als Designentscheidung akzeptieren. In Summe überwiegen die Vorteile für mich klar, vor allem weil ich Nuki seit Jahren im Einsatz habe und die Zuverlässigkeit der Plattform schätze.
Ich werde dem Ultra CH eine Chance an unserer Haustür geben und dann ausführlich berichten, ob der Gentle-Modus mein Lautstärke-Problem aus dem 3.0-Review wirklich löst. Wer also überlegt vom Smart Lock 3.0 (oder älter) zu wechseln: Das hier ist der erste Nuki, bei dem sich ein Upgrade für Schweizer Haushalte aus meiner Sicht wirklich lohnt.
Kaufempfehlung: Das Nuki Smart Lock Ultra CH kostet CHF 349, das Home Set Ultra CH mit Keypad 2 CHF 429. Beide direkt im Nuki Shop und bei ausgewählten Schweizer Händlern erhältlich.