Projekt Media Center: Kodi (XBMC) auf Intel NUC perfekt einrichten

Intel NUC Media Center mit Kodi

Vor rund einem Jahr habe ich eigentlich mit dem Projekt Media Center auf dem neuen Intel NUC D54250WYK angefangen. Eigentlich war das System bereits kurz danach lauffähig, aber ich nahm mir nie die Zeit das System zu optimieren und schön sauber aufzusetzen. Mittlerweile habe ich noch mehr Erfahrungen gesammelt und zeige hier wie ich Kodi, das vorher XBMC hiess, auf dem Intel NUC nutze, wie ich die Medien verwalte und wie ich das Media Center steuere.

Betriebssystem: OpenELEC und Kodi

Ende 2014 wurde der erste stable Release von XBMC unter dem neuen Namen Kodi veröffentlicht. Ich habe darauf gewartet bis diese Version auch für die sehr schlanke Linux Distribution OpenElec verfügbar war. Ich mag dieses schlanke OS, es ist schnell und deckt alle nötigen Bedürfnisse ab!

Kodi - Confluence Default Skin nach der Installation

Anleitung: OpenElec installieren

Bei OpenElec ladet ihr den aktuellsten Release runter, in meinem Fall war das 5.0.0. Habt ihr das Image gezogen, müsst ihr einen Installations USB Key erstellen, wie das geht wird im Openelec Wiki einfach erklärt. Praktisch für OS X User: Ein Installerfile liegt gleich  bei, das direkt euren USB Stick löscht und ihn passend beschreibt! Danach muss dieser nur noch in den NUC und beim Starten mittels F10 die Bootreihenfolge auf USB gesetzt werden und der OpenElec Installer erscheint. Hier auf Quick Install und alles weitere ist selbsterklärend. Die Installation ist dank SSD und schlankem OS in wenigen Minuten abgeschlossen und ihr könnt ohne USB Stick neu booten!

OpenElec USB Key Installer für OS X

OpenElec USB Key Installer für OS X

Setup

Nach dem Reboot kann man Openelec grob einstellen, unter anderem Sprache, Tastatur und den Computernamen. Ich habe zusätzlich auch SSH aktiviert, so kann ich problemlos über meinen Mac und das Terminal auf OpenElec zugreifen. Username und Passwort sind per default „root“ und „openelec“.

Filme und Serien richtig scrapen

Kodi beinhaltet sogenannte MediaScraper, welche Film- und Serieninformationen von Datenbanken wie IMDB, TheMovieDatabase und anderen holen und sie schön in das System einpflegen. Das hat bei mir öfter zu Fehlern geführt, teils selbstverschuldet und teils durch die Vorgehensweise der Scraper. Ich habe mir einen neuen Workflow zugelegt welcher Abhilfe schafft, danke an dieser Stelle an Manuel von TinyMediaManager welcher die richtigen Inputs geliefert hat.

Filme und Serien auf dem NAS richtig ablegen

Meine Medien liegen alle auf meinem Synology DS412+ Netzwerkspeicher und sind von dort dann praktischerweise überall in meinem Heimnetzwerk verfügbar. Meine Struktur auf dem NAS sieht neu wie folgt aus:

Medien   > Dokumentationen
         > Filme
           > Drive (2011)
           > Eastern Promises (2007)
         > Serien
           > Breaking Bad (2008)
           > Game of Thrones (2011)
             > Season 1
             > Season 2
             ...
         > videos

In den jeweiligen untersten Ordner liegen dann die Filmdateien und allfällige Untertitel oder NFO-Files. Die Struktur dieser Anordnung hat sich bei mir stark bewährt, der Ordner Filme wird später in Kodi dann auch als solcher markiert und derjenige für Serien ebenfalls, so werden sie gut erkannt. Die beiden Folders werden also später von Kodi jeweils gescannt und in die interne Datenbank übernommen.

Das Problem mit den Kodi Scrapern

Als Scraper wird das Plugin bezeichnet, welches die passenden Filminformationen aus dem Netz lädt und es dem passenden Film hinzufügt. Dabei passieren aber einige unschöne Dinge: Hat man einen Film bereits in XBMC (sorry Kodi) und diesen dann umbenennt (ist auf der Dateisystem in einem anderen Pfad), ist das für Kodi ein neuer Film. Man müsste jedesmal sauber die Datenbank bereinigen und da hatte ich auch schon Probleme. Wenn ich jetzt also einen neuen Film habe und diesen einfach schnell sehen will, lade ich ihn in den oben gelisteten „videos“ Folder. Für die Filminformationen gehe ich einen sicheren Weg:

Intel NUC und Kodi Test System

Intel NUC und Kodi Test System

TinyMediaManager für saubere Filminformationen und Ordnung

Für meine Filminformationen und auch für Ordnung sorgt bei mir TinyMediaManager. Dieses Tool läuft nicht auf dem Intel NUC sondern auf dem iMac, gibts aber auch für Linux und Windows. Damit verwalte ich genau jene Informationen direkt auf dem NAS, welche sonst XBMC, beziehungsweise eben Kodi gesucht hatte. Um dem oben genannten Problem aus dem Weg zu gehen, hole ich mit TMM zuerst alle Filminformationen im „videos“-Ordner und wenn alles sauber ist lege ich den Film erst im „Filme“-Ordner ab, dasselbe Spiel bei Serien. Ein grosses Plus an TinyMediaManager ist die die Funktion „Umbennen / Cleanup“ von Filmen und Serien. Dabei kann man einstellen wie die Benennung grundsätzlich aussehen soll und TMM erledigt dass dann für alle Files. Natürlich sollte man das von Anfang an machen und erst dann alles in XBMC / Kodi einpflegen, ansonsten muss die Datenbank neu aufgebaut werden.

TinyMediaManager findet Filminformationen und benennt Dateien und Ordner sauber um

TinyMediaManager findet Filminformationen und benennt Dateien und Ordner sauber um

Kodi für Filme und Serien richtig einstellen

Dank der obigen Methode, liegen in den Ordnern auf dem NAS jetzt alle wichtigen Medieninformationen und Bilder die Kodi braucht. Das heisst ich brauche keinen Scraper mehr der auf dem NUC läuft. Jetzt gilt es die Dateien auf der Synology Diskstation richtig in Kodi einzubinden.

Zuerst sollte man unter Videos in Kodi, „Videos hinzufügen“ wählen und im nachfolgenden Dialog auf „Durchsuchen“ klicken. Ich habe dann alle meine 4 Videoquellen dort hinzugefügt, über den Punkt Netzwerkfreigabe. Dazu einfach IP oder Name des NAS angeben und unter Freigabe den Ordner. Ich habe noch einen User mit Lese-Berechtigung auf den Medien-Folder angelegt unter dem Namen „stream“. Das hinzufügen sieht dann wie folgt aus:

Kodi - Netzwerkfreigabe hinzufügen

Hat man die Ordner erst einmal als Freigaben hinzugefügt, gilt es Serien und Filme noch als Suche zu definieren. Fügt man wie beschrieben so eine Freigabe einem Video-Ordner hinzu, will Kodi den Inhalt wissen. In diesem Fall war ich am Serien-Ordner dran und habe das so angegeben. Als Scraper wähle ich nun eben nicht „The TVDB“ sondern „Local information only“ was eben bedeutet, dass Kodi nicht selbst nach Inhalten sucht, sondern jene aus den Ordnern auf dem NAS verwendet. So habe ich alleine die „Macht“ darüber wie gut meine Film- und Seriendatenbank aussieht.

Kodi - Inhalt der Videofreigabe definieren

Hat man das für Filme und Serien erledigt, werden im Hauptmenü des Standard-Themes Confluence die Menüpunkte Serien und Filme eingefügt. Diese zeigen schnell verfügbar die zuletzt hinzugefügten Files und in den Submenüs selbst kann man unterschiedliche Darstellungsoptionen wählen. Im nachfolgenden einige Screenshots wie das aussehen kann:

Kodi Screenshot Filme - Variante 2 Kodi Screenshot Filme - Variante 1 Kodi Screenshot Serien

Bedienung

Meine bisherigen Media Center habe ich mit der Boxee Remote von D-Link genutzt, welches es eine begrenzte Zeit lang einzeln zu kaufen gab.  Diese nutze ich auch bei diesem System wieder, sie erfüllt alle Bedürfnisse perfekt, ausser dass sie das System nicht einschalten kann. Der Vorteil am Intel NUC D54250WYK ist der integrierte IR-Empfänger, über diesen lässt sich das System auch einschalten. Das habe ich getestet und funktionierte mit einer alten Microsoft MCE Remote. Da es aber keine mir bekannte MCE Remote gibt, welche optisch was hergibt, habe ich das mit dem Einschalten als nicht mehr so wichtig eingestuft. Bis ich kürzlich über Neeo bloggte, diese Universalfernbedienung habe ich bei Kickstarter mitfinanziert und ich werde diese, dann entsprechend einstellen damit ich damit mein Intel Nuc starten und das Media Center damit bedienen kann.

Boxee Remote von D-Link und der Intel NUC.

Boxee Remote von D-Link und der Intel NUC.

Keine App

Es gibt für XBMC, beziehungsweise eben Kodi auch zahlreiche Apps für iOS und Android um das System zu bedienen. Man erhält auch eine Filmauswahl auf dem Smartphone und so weiter. Ich nutze bewusst keine App, da bin ich etwas altmodisch und wähle mein Filme/Serien lieber am TV aus. Wer über Kodi Musik hören will, für den macht es Sinn, weil damit der TV nicht eingeschaltet sein muss. Für Musikwiedergabe bleibe ich aber bei Sonos!

Bestes Skin? Aeon Nux in meinem Fall

Die verfügbaren Skins für Kodi sind zahlreich und es gibt in Foren nach weitere Abwandlungen und Anpassungen der Hauptskins. Ich habe einige durchprobiert und bin schlussendlich bei Aeon Nux hängengeblieben. Ich habe dort noch einige Anpassungen gemacht, das Menü beispielsweise nach unten geschoben und ich zeige im Hauptmenü nicht mehr alle Punkte an. Für Serien, Filme und Videos, welche ich zu meinem Doku-Ordner verlinkte, habe ich diverse Hintergründe heruntergeladen. Natürlich passend zu Lieblings-Serien und Filmen. Dabei springt dann Kodi beim Wechseln der Hauptmenüs immer auf einen neuen Hintergrund, sieht genial aus.

Diese Slideshow erfordert aktiviertes JavaScript.

 

Ziele erreicht?

Aus dem ersten Beitrag zum NUC, kamen einige Ziele hervor die ich mit dem Projekt erreichen wollte. Hier gehe ich diese nochmals durch und ob ich sie erreicht habe:

  • Wiedergabe von 1080p-Videomaterial Material jeden Formats
    Kein Problem, funktioniert ruckelfrei!
  • Wiedergabe von 4K-Videomaterial – nice to have
    Mangels passendem Abspielgerät nie ausprobiert.
  • Abspielen von 3D Filmen – kompatibel mit Panasonic TV
    Hier hatte ich etwas mehr Arbeit erwartet. Aber Kodi beliefert den TV gleich zwei nebeneinanderliegenden Bildern, welche vom TV als 3D-Material erkannt werden. That’s it, läuft out of the Box.
  • Einschalten des NUC per Fernbedienung
    Klappt wie bereits erwähnt mit Windows MCE Fernbedienungen, die sind aber so hässlich dass ich dort noch auf Neeo warte.
  • Bedienbarkeit problemlos ohne Tastatur über FB möglich
    Klappt mit der Boxee Remote sehr gut. Für die Installation von Kodi empfehle ich eine Tastatur und Maus, am bequemsten gleich im Büro machen und erst dann zum TV.
  • Schönes GUI und schön aufbereiterer Filmdatenbank
    Die perfekte Oberfläche habe ich aktuell gefunden und konnte alles so einstellen wie es mir passt. Zusammen mit der schönen und aufgeräumten Filmdatenbank passt alles!
Testumgebung für Kodi mit NUC

Testumgebung für Kodi mit NUC

Fazit

Endlich konnte ich mein Projekt mit dem „perfekten“ Media Center abschliessen, finally! Hat lange gedauert, aber manchmal braucht es gerade das. Ich wusste jetzt auch genau was ich wollte und die aufgeräumte Datenbank mit Film- und Serieninformationen macht sehr viel Spass. Das neue Theme das ich nach meinen Wünschen anpasste schlägt sich bisher sehr gut und soweit bin ich wirklich sehr zufrieden! Im ersten Beitrag steht alles zur verwendeten Hardware, falls jemand von euch das System nachbauen möchte und die Kommentare stehen natürlich offen für Fragen und Anmerkungen!

NATEL infinity

13 Kommentare

  1. Michael Gisiger 2. Februar 2015
  2. Ben 2. Februar 2015
  3. Sebastian 4. Februar 2015
  4. Udo 29. März 2015
  5. Uwe 4. April 2015
  6. Uwe 4. April 2015
  7. Blacky 26. Oktober 2015
  8. Raphael 4. November 2015
  9. Roadrunner 9. November 2015
  10. Pingback: Anonymous 26. Dezember 2015
  11. Abhijit 18. Januar 2016
  12. Stephan 15. März 2016
  13. Markus 21. August 2016
    • Markus 22. August 2016

Kommentar verfassen