19. März 2026
4 Minuten zu lesen

Marstek Venus E 3.0: Roundtrip-Effizienz gemessen – so effizient ist der Speicher wirklich

Im Testbericht zum Marstek Venus E 3.0 hatte ich es angekündigt: Die Roundtrip-Effizienz wollte ich mit meiner eigenen Energiemessung genauer unter die Lupe nehmen. Genau das habe ich nun gemacht. Über drei Tage habe ich die Energieflüsse meiner beiden Venus E 3.0 Speicher akribisch gemessen – mit einem dedizierten Stromzähler von smart-me, der ausschliesslich die beiden Batteriespeicher erfasst.

Messaufbau und Methodik

Wie im vorherigen Beitrag beschrieben, habe ich für meine beiden Marstek Venus E 3.0 einen eigenen Kleinverteiler mit separaten Absicherungen und einer Energiemessung von smart-me gebaut. Dieser Zähler misst exakt den Bezug (Laden) und die Lieferung (Entladen) der beiden Speicher – und sonst nichts. Damit habe ich eine saubere Datenbasis für die Effizienzberechnung.

Beide Speicher werden über Solar Manager auf Nulleinspeisung geregelt. Tagsüber laden sie sich geregelt mit Überschuss aus der PV-Anlage auf – nur was der Haushalt gerade nicht braucht, fliesst in die Batterie. Nachts entladen die Speicher dann auf den aktuellen Hausverbrauch, meistens den Standby der Haushaltsgeräte. Je nach Situation kommen aber auch grössere Verbraucher dazu, etwa ein Heizzyklus der Wärmepumpe oder das Kochen und Waschen am Abend. Die Speicher decken also ein typisches Alltagsprofil ab, keine synthetischen Testzyklen.

Die Messung lief vom 16. März um 07:00 Uhr bis zum 19. März um 09:56 Uhr, also über knapp 75 Stunden respektive drei volle Lade-/Entladezyklen. Wichtig: Zu Beginn und am Ende der Messung waren beide Speicher komplett leer. Damit ist sichergestellt, dass die gesamte geladene Energie auch wieder entladen wurde und die Bilanz stimmt.

Kleinverteiler für Marstek Venus E 3.0 mit Wieland Anschlüssen
Kleinverteiler für Marstek Venus E 3.0 mit Wieland Anschlüssen

Die Messergebnisse

Über den Messzeitraum habe ich folgende Zählerstände notiert:

  • Bezug (Laden): 22.92 kWh
  • Lieferung (Entladen): 18.34 kWh
  • Gesamtverlust: 4.58 kWh

Daraus ergibt sich eine System-Roundtrip-Effizienz von 80%. Das heisst: Von jeder Kilowattstunde, die in die Speicher geladen wird, kommen 800 Wh wieder nutzbar heraus. Die restlichen 200 Wh gehen als Verluste verloren.

Verlustanalyse: Wo bleibt die Energie?

Die 4.58 kWh Verlust über drei Tage setzen sich aus zwei Komponenten zusammen:

Erstens der Standby-Verbrauch: Beide Speicher ziehen im Leerlauf zwischen 7.5 und 8 Watt, zusammen also rund 15.5 Watt permanent. Über 75 Stunden summiert sich das auf etwa 1.2 kWh. Dieser Stromverbrauch fällt rund um die Uhr an, egal ob die Speicher gerade arbeiten oder nicht.

Zweitens die Wandlungsverluste: Die verbleibenden rund 3.4 kWh gehen bei der doppelten Energieumwandlung verloren. Bei einem AC-gekoppelten System wird der Strom beim Laden von AC zu DC gewandelt und beim Entladen wieder von DC zu AC. Diese doppelte Wandlung ist systembedingt und der grösste Verlustfaktor.

Rechnet man den Standby-Verbrauch heraus, liegt die reine Wandlungs-Effizienz bei rund 84%. Das ist ein plausibler Wert für ein AC-gekoppeltes System und liegt etwas unter der theoretischen Effizienz von 86.5%, die sich aus der Marstek-Herstellerangabe von 93% Lade-/Entladeeffizienz ergibt (93% × 93% = 86.5%).

Marstek Venus E 3.0 im Betrieb
Marstek Venus E 3.0 im Betrieb

Einordnung: Ist das gut oder schlecht?

80% System-Roundtrip-Effizienz klingt erst mal nach viel Verlust. Man muss das aber in den Kontext setzen: AC-gekoppelte Plug & Play Speicher haben systembedingt eine niedrigere Effizienz als DC-gekoppelte Speicher, die direkt am Wechselrichter hängen. Dort entfällt eine Wandlungsstufe. Typische DC-gekoppelte Systeme erreichen 85-92% System-RTE.

Für ein AC-gekoppeltes System sind 80% inklusive Standby aus meiner Sicht ein akzeptabler Wert. Im Vergleich zum Venus E 2.0 hat Marstek die Effizienz um rund 5% verbessert – das deckt sich mit meinen Messungen und den Herstellerangaben.

Entscheidend ist letztlich die Wirtschaftlichkeit: Wenn ich Solarstrom für rechnerisch null Rappen speichere und abends nutze statt Netzstrom für 25-30 Rappen zu beziehen, dann lohnt sich der Speicher trotz 20% Verlust ganz klar. Wer hingegen günstigen Nachtstrom speichert um ihn tagsüber zu nutzen, muss genauer rechnen.

Pro Nacht in Zahlen

Im Schnitt wurden pro Nacht rund 7.6 kWh geladen und 6.1 kWh wieder entladen. Das entspricht ziemlich genau der nutzbaren Kapazität der beiden Speicher – nominell haben sie je 5.12 kWh, nutzbar sind davon aber nur 88%, da die Speicher zwischen 12% und 100% SoC betrieben werden. Real stehen also rund 9 kWh zur Verfügung, was mit den gemessenen Werten gut zusammenpasst.

Marstek Venus E 3.0 - was liefert der Speicher wirklich an Effizienz
Marstek Venus E 3.0 – was liefert der Speicher wirklich an Effizienz

Fazit

Die Roundtrip-Effizienz meiner beiden Marstek Venus E 3.0 liegt bei 80% inklusive Standby und bei 84% reine Wandlungseffizienz. Für ein AC-gekoppeltes Plug & Play System ist das ein solider Wert. Der grösste Verlustfaktor ist die doppelte AC-DC-AC Wandlung, der Standby-Verbrauch macht mit rund einem Viertel der Verluste aber auch einen spürbaren Anteil aus.

Für mich persönlich ist die Effizienz absolut im Rahmen dessen, was ich erwartet hatte beziehungsweise sogar etwas besser. Wer einen nachrüstbaren Speicher mit einfacher Installation sucht, sollte diese Verluste realistisch einplanen – dafür bekommt man mit dem Venus E 3.0 ein System das sich unkompliziert in jede bestehende PV-Anlage integrieren lässt. Die detaillierten Messungen werde ich über die kommenden Monate fortsetzen und bei signifikanten Veränderungen hier berichten.

9 Comments

  1. Toby

    Hoi Hans, noch ein paar Fragen dazu. Wie ist deiner Ansicht nach die optimale Config im Solarmanager, wenn man nur 1 Batterie hat und mit dem TAG 2.5Kw bewilligt bekommen hat?
    Das Gerät wird mit Schuko ausgeliefert? Hast du ein Typ 13 Kabel dazu gefunden, das Original geändert oder wie angehängt?

    Merci und en Gruess

  2. Martin

    Danke Hans, für diese spannenden Einblicke. In etwa auf Augenhöhe mit einem modernen Pump-Speicher-Kraftwerk also.

    Weisst du, wie das ungefähr im Vergleich zu HV-DC-Akkus steht? Dort sind die Wandlungen ja auch nicht verlustfrei…

  3. Giuseppe Rudi

    Also gemäss der Stromspeicher Studie von HTW Berlin ist ein SPI (System Performance Index) von <82% bei max 8kWh und < 89% bei max 16kWh mangelhaft.

  4. Robert

    Toller Blog
    Ich habe bei mir an der PV-Anlage einen Hybridwechselrichter SMA Sunny Tripower 10.0 und eine Batterie BYD HVM 13.8.
    Laut Hersteller BYD sollte ich aus der Batterie 12.45 kWh nutzbare Kapazität ziehen können. Ich errreiche max. 9-11 kWh nutzbar, gemessen mit dem Solarmanager (am SMA Energiemeter).
    Ich bin also hier 20% weg vom Herstellerwert.
    Die Solarpower geht DC über den Wechselrichter in die Batterie und wird erst beim Bezug in AC gewandelt.
    Sind das realistische Werte oder Grund bei BYD zu reklamieren?
    Im SMA Sunny Portal lässt sich im Reiter «Batterie» wechseln zwischen Batterie und System – hier lässt sich ein Verlust von 14% erkennen. Sind die Verluste nicht zu hoch, wenn man bedenkt, dass SMA mit Effizienz von 95% wirbt?
    Den Verlust zwischen Ladung und entladen der Batterie stelle ich im System auch bei ca. 20% fest (Batterie alleine 10%) – normal?

  5. Olaf Marzocchi

    The efficiency depends on charge/discharge rate. Have you measured at full power (2.5 kW), or partial load? if you measured 2.5 kW in/800 W out then it’s no surprise the efficiency is a bit lower than rated.
    I wish someone did a complete test of charge and discharge at constant power for various power levels (100, 300, 800, 1500, 2500 W).

  6. Nico

    Hallo Hans

    Ich lebe auch in der Schweiz und möchte mir gerne einen Venus E anschaffen. Hast du das TAG selbst erstellt / eingereicht? Welche Unterlagen zum Speicher hast du hierzu benötigt und wo gefunden?

    Besten Dank, Nico

    • Toby

      Hoi Nico, ich habe das TAG für die Venus E 3.0 selbst erstellt und an mein VNB (Schweiz) gesendet und zusammen mit dem Datenblatt eingereicht. Wurde problemlos bewilligt.
      Damit du mit 2500w betreiben kannst, musst du jedoch eine einzelabgesicherte Steckdose haben (keine weiteren Verbraucher). Die Installationsanzeige hat dann der Elektrofachbetrieb gemacht. Ohne SolarManager musst du noch ein Marstek CT002 oder Shelly etc. installieren, damit es funktioniert. Mit SolarManager Plug and Play 🙂

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Bitte teilen Sie Ihre Gedanken mit anderen.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von Ihnen, wenn Sie auf unsere Website zurückkehren. Cookies helfen unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für Sie am interessantesten und nützlichsten sind. Mehr Informationen in unseren Datenschutzbestimmungen

Unbedingt notwendige Cookies

Unbedingt notwendige Cookies sollten jederzeit aktiviert sein, damit wir Ihre Einstellungen für die Cookie-Einstellungen speichern können.

Drittanbieter-Cookies

Diese Website verwendet Google Analytics und Google Tagmanager um anonyme Informationen wie die Anzahl der Besucher der Website und die beliebtesten Seiten zu sammeln.
Diese Webseite verwendet eine Google Ads, ein Online-Werbeprogramm von Google.