Ich bin Hans.
Im März 2010 habe ich Technikblog ins Leben gerufen. Seither blogge ich über technische Themen die mich faszinieren und im Alltag begleiten. Das sind Themen wie Gadgets, Smart Home, Elektroautos, Erneuerbare Energien und vieles mehr...
Im Testbericht zum Marstek Venus E 3.0 hatte ich es angekündigt: Die Roundtrip-Effizienz wollte ich mit meiner eigenen Energiemessung genauer unter die Lupe nehmen. Genau das habe ich nun gemacht. Über drei Tage habe ich die Energieflüsse meiner beiden Venus E 3.0 Speicher akribisch gemessen – mit einem dedizierten Stromzähler von smart-me, der ausschliesslich die beiden Batteriespeicher erfasst.
Wie im vorherigen Beitrag beschrieben, habe ich für meine beiden Marstek Venus E 3.0 einen eigenen Kleinverteiler mit separaten Absicherungen und einer Energiemessung von smart-me gebaut. Dieser Zähler misst exakt den Bezug (Laden) und die Lieferung (Entladen) der beiden Speicher – und sonst nichts. Damit habe ich eine saubere Datenbasis für die Effizienzberechnung.
Beide Speicher werden über Solar Manager auf Nulleinspeisung geregelt. Tagsüber laden sie sich geregelt mit Überschuss aus der PV-Anlage auf – nur was der Haushalt gerade nicht braucht, fliesst in die Batterie. Nachts entladen die Speicher dann auf den aktuellen Hausverbrauch, meistens den Standby der Haushaltsgeräte. Je nach Situation kommen aber auch grössere Verbraucher dazu, etwa ein Heizzyklus der Wärmepumpe oder das Kochen und Waschen am Abend. Die Speicher decken also ein typisches Alltagsprofil ab, keine synthetischen Testzyklen.
Die Messung lief vom 16. März um 07:00 Uhr bis zum 19. März um 09:56 Uhr, also über knapp 75 Stunden respektive drei volle Lade-/Entladezyklen. Wichtig: Zu Beginn und am Ende der Messung waren beide Speicher komplett leer. Damit ist sichergestellt, dass die gesamte geladene Energie auch wieder entladen wurde und die Bilanz stimmt.

Über den Messzeitraum habe ich folgende Zählerstände notiert:
Daraus ergibt sich eine System-Roundtrip-Effizienz von 80%. Das heisst: Von jeder Kilowattstunde, die in die Speicher geladen wird, kommen 800 Wh wieder nutzbar heraus. Die restlichen 200 Wh gehen als Verluste verloren.
Die 4.58 kWh Verlust über drei Tage setzen sich aus zwei Komponenten zusammen:
Erstens der Standby-Verbrauch: Beide Speicher ziehen im Leerlauf zwischen 7.5 und 8 Watt, zusammen also rund 15.5 Watt permanent. Über 75 Stunden summiert sich das auf etwa 1.2 kWh. Dieser Stromverbrauch fällt rund um die Uhr an, egal ob die Speicher gerade arbeiten oder nicht.
Zweitens die Wandlungsverluste: Die verbleibenden rund 3.4 kWh gehen bei der doppelten Energieumwandlung verloren. Bei einem AC-gekoppelten System wird der Strom beim Laden von AC zu DC gewandelt und beim Entladen wieder von DC zu AC. Diese doppelte Wandlung ist systembedingt und der grösste Verlustfaktor.
Rechnet man den Standby-Verbrauch heraus, liegt die reine Wandlungs-Effizienz bei rund 84%. Das ist ein plausibler Wert für ein AC-gekoppeltes System und liegt etwas unter der theoretischen Effizienz von 86.5%, die sich aus der Marstek-Herstellerangabe von 93% Lade-/Entladeeffizienz ergibt (93% × 93% = 86.5%).

80% System-Roundtrip-Effizienz klingt erst mal nach viel Verlust. Man muss das aber in den Kontext setzen: AC-gekoppelte Plug & Play Speicher haben systembedingt eine niedrigere Effizienz als DC-gekoppelte Speicher, die direkt am Wechselrichter hängen. Dort entfällt eine Wandlungsstufe. Typische DC-gekoppelte Systeme erreichen 85-92% System-RTE.
Für ein AC-gekoppeltes System sind 80% inklusive Standby aus meiner Sicht ein akzeptabler Wert. Im Vergleich zum Venus E 2.0 hat Marstek die Effizienz um rund 5% verbessert – das deckt sich mit meinen Messungen und den Herstellerangaben.
Entscheidend ist letztlich die Wirtschaftlichkeit: Wenn ich Solarstrom für rechnerisch null Rappen speichere und abends nutze statt Netzstrom für 25-30 Rappen zu beziehen, dann lohnt sich der Speicher trotz 20% Verlust ganz klar. Wer hingegen günstigen Nachtstrom speichert um ihn tagsüber zu nutzen, muss genauer rechnen.
Im Schnitt wurden pro Nacht rund 7.6 kWh geladen und 6.1 kWh wieder entladen. Das entspricht ziemlich genau der nutzbaren Kapazität der beiden Speicher – nominell haben sie je 5.12 kWh, nutzbar sind davon aber nur 88%, da die Speicher zwischen 12% und 100% SoC betrieben werden. Real stehen also rund 9 kWh zur Verfügung, was mit den gemessenen Werten gut zusammenpasst.

Die Roundtrip-Effizienz meiner beiden Marstek Venus E 3.0 liegt bei 80% inklusive Standby und bei 84% reine Wandlungseffizienz. Für ein AC-gekoppeltes Plug & Play System ist das ein solider Wert. Der grösste Verlustfaktor ist die doppelte AC-DC-AC Wandlung, der Standby-Verbrauch macht mit rund einem Viertel der Verluste aber auch einen spürbaren Anteil aus.
Für mich persönlich ist die Effizienz absolut im Rahmen dessen, was ich erwartet hatte beziehungsweise sogar etwas besser. Wer einen nachrüstbaren Speicher mit einfacher Installation sucht, sollte diese Verluste realistisch einplanen – dafür bekommt man mit dem Venus E 3.0 ein System das sich unkompliziert in jede bestehende PV-Anlage integrieren lässt. Die detaillierten Messungen werde ich über die kommenden Monate fortsetzen und bei signifikanten Veränderungen hier berichten.