14. März 2026
5 Minuten zu lesen

Marstek Venus E 3.0 im Test: Das Upgrade des beliebten Plug & Play Speichers

Vor einigen Monaten habe ich den Marstek Venus E 2.0 ausführlich getestet und war grundsätzlich angetan vom Preis-Leistungs-Verhältnis des AC-gekoppelten Energiespeichers. Allerdings gab es beim 2.0er Modell ein paar Punkte die mich gestört hatten, allen voran die auf 600W limitierte Entladeleistung in der Schweiz. Mittlerweile hat Marstek den Nachfolger Venus E 3.0 auf den Markt gebracht und ich habe das Gerät seit mehreren Wochen im Einsatz. Noch spannender: Seit zwei Wochen betreibe ich sogar zwei Venus E 3.0 parallel – mit einem selbst gebauten Kleinverteiler und eigener Energiemessung. Hier mein Erfahrungsbericht.

Was ist neu beim Venus E 3.0 gegenüber dem 2.0?

Auf den ersten Blick sieht der Venus E 3.0 seinem Vorgänger ähnlich, aber Marstek hat an einigen wichtigen Stellen nachgebessert. Die wesentlichen Unterschiede im Überblick:

  • Kompakteres Design: Der 3.0 ist rund 38.5% kleiner im Volumen und 7.4% leichter als der Vorgänger. Das neue Aluminium-Druckguss-Gehäuse ersetzt die Stahlkonstruktion des 2.0 und wirkt deutlich hochwertiger.
  • Bessere Konnektivität: Neu gibt es zwei RJ45-Ports für RS485 und Ethernet (LAN). Das ist ein enormer Fortschritt, denn beim 2.0 musste man für Modbus noch einen externen RS485-zu-TCP-Adapter nutzen. Beim 3.0 funktioniert Modbus TCP direkt über den LAN-Anschluss.
  • Höhere Effizienz: Marstek gibt eine um rund 5% verbesserte Round-Trip-Effizienz an, was auf die integrierte PCB-Technologie mit deutlich weniger interner Verkabelung zurückzuführen ist.
  • Wandhalterung im Lieferumfang: Praktisch, denn beim 2.0 musste man sich selbst um die Montage kümmern oder den Speicher auf dem Boden stehen lassen.
  • Entladeleistung bis 2400W nutzbar: Und das ist für mich der entscheidende Punkt. Beim Venus E 2.0 war die Entladeleistung in der Schweiz auf 600W beschränkt und liess sich auch über Modbus-Register nicht erhöhen. Beim 3.0 kann ich die vollen 2400W Entladeleistung nutzen – vorausgesetzt, man installiert den Speicher korrekt an einer eigenen Absicherung.
Marstek Venus E 3.0 Setup mit 2 Speichern
Marstek Venus E 3.0 Setup mit 2 Speichern

Mein Setup: Zwei Venus E 3.0 mit eigenem Kleinverteiler

Wer die volle Entladeleistung von 2400W nutzen möchte, muss den Speicher sauber installieren. Das heisst: keine Haushaltssteckdose, sondern eine eigene Absicherung pro Gerät. Genau das habe ich umgesetzt und dafür einen eigenen Kleinverteiler gebaut.

Der Verteiler bietet pro Phase den Anschluss für einen Marstek Venus E 3.0 und ist mit insgesamt drei separaten Absicherungen ausgestattet. Für die Verbindung setze ich auf Wieland RST-Steckerverbinder, die eine saubere und sichere Verbindung gewährleisten. Zusätzlich habe ich eine eigene Energiemessung von smart-me integriert, die mir vor allem bei der Bestimmung der Roundtrip-Effizienz der beiden Speicher helfen wird.

Mit zwei Geräten parallel habe ich nun über 10 kWh Speicherkapazität zur Verfügung und kann bei Bedarf bis zu 4800W Entladeleistung abrufen. In der Praxis reicht das locker aus, um den gesamten Haushalt über die Nacht mit gespeichertem Solarstrom zu versorgen.

Kleinverteiler für Marstek Venus E 3.0 mit Wieland Anschlüssen
Kleinverteiler für Marstek Venus E 3.0 mit Wieland Anschlüssen

Anbindung an Solar Manager

Die Anbindung an Solar Manager funktioniert beim Venus E 3.0 direkt über Modbus TCP via LAN-Anschluss. Das ist ein spürbarer Fortschritt gegenüber dem 2.0, wo ich noch den externen PUSR Modbus-Dongle benötigte. Beide Marstek Speicher werden bei mir komplett über Modbus von Solar Manager gesteuert und geregelt – die Marstek App brauche ich im Alltag nicht mehr. Solar Manager übernimmt die volle Kontrolle über Lade- und Entladeleistung beider Geräte, inklusive Überschussladen und Eigenverbrauchsoptimierung. Gerade mit zwei Geräten parallel ist diese übergeordnete Steuerung durch ein EMS enorm wichtig, damit die beiden Speicher nicht gegeneinander arbeiten.

Was ich allerdings erwähnen muss: Die Inbetriebnahme der Modbus-Verbindung war bei beiden Geräten nicht ganz reibungslos. Die Verbindung läuft ausschliesslich über die LAN-Buchse, was grundsätzlich erfreulich ist. Je nach Firmware hatte ich aber Probleme mit der Erreichbarkeit und es brauchte einige Neustarts des Speichers, bis die Kommunikation stabil lief. Nachdem die Verbindung einmal stand, gab es keine Probleme mehr – beide Speicher laufen seither zuverlässig. Weitere Firmware-Updates spendiere ich dem Venus E 3.0 jedenfalls vorerst nicht, denn auch in den Kommentaren zum Vorgänger-Test haben Leser von Problemen nach Updates berichtet. Never change a running system, wie man so schön sagt.

Marstek Venus E 3.0 Integration in Solar Manager
Marstek Venus E 3.0 Integration in Solar Manager

Erste Praxiserfahrungen

Nach mehreren Wochen im Betrieb bin ich sehr zufrieden mit dem Venus E 3.0. Das Gerät läuft stabil, die Kommunikation über LAN ist zuverlässiger als beim Vorgänger und die Steuerung über Solar Manager funktioniert sauber. Die volle Entladeleistung von 2400W ist im Alltag ein enormer Unterschied zu den 600W des Vorgängers – gerade abends, wenn Kochen, Wärmepumpe und weitere Verbraucher gleichzeitig laufen, macht sich das definitiv bemerkbar.

Die Roundtrip-Effizienz werde ich über die kommenden Wochen dank der separaten Energiemessung im Kleinverteiler genauer auswerten können. Marstek gibt eine Effizienz von rund 93% an, mit der verbesserten Elektronik des 3.0 dürfte der reale Wert etwas besser ausfallen als beim Vorgänger. Sobald ich belastbare Daten über einen längeren Zeitraum habe, werde ich die Ergebnisse hier nachliefern.

Für wen ist der Marstek Venus E 3.0 spannend?

Der Speicher ist aus meiner Sicht vor allem für die Nachrüstung enorm interessant. Wer bereits eine PV-Anlage besitzt, aber keinen Speicher hat oder die bestehende Speicherkapazität erweitern möchte, findet mit dem Venus E 3.0 eine unkomplizierte Lösung. Die AC-Kopplung macht den Speicher kompatibel mit praktisch jeder bestehenden PV-Anlage – egal ob Mikrowechselrichter oder String-Wechselrichter. Gerade auch als Ergänzung zu einem bereits vorhandenen DC-gekoppelten Speicher kann der Marstek eine sinnvolle Erweiterung sein, wie es auch in den Kommentaren zum Vorgänger-Test mehrfach angefragt wurde.

Marstek Venus E 3.0 im Praxistest
Marstek Venus E 3.0 im Praxistest

Fazit

Der Marstek Venus E 3.0 ist ein gelungenes Upgrade gegenüber dem Vorgänger. Kompakteres Gehäuse, bessere Konnektivität dank LAN-Port, höhere Effizienz und vor allem die Möglichkeit, die volle Entladeleistung von 2400W zu nutzen – das sind spürbare Verbesserungen im Alltag. Natürlich erfordert die volle Leistung eine saubere Installation mit eigener Absicherung, aber der Aufwand lohnt sich definitiv.

Mit zwei Geräten parallel und dem selbstgebauten Kleinverteiler habe ich nun ein flexibles und leistungsfähiges Speichersystem, das perfekt in mein bestehendes Energiemanagement mit Solar Manager integriert ist. Für alle, die ihre PV-Anlage mit einem nachrüstbaren Speicher ergänzen wollen, ist der Venus E 3.0 aus meiner Sicht aktuell eine der attraktivsten Optionen im Markt.

Die Roundtrip-Effizienz werde ich in einem separaten Beitrag mit konkreten Zahlen nachreichen – bleibt also dran.

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