Ich bin Hans.
Im März 2010 habe ich Technikblog ins Leben gerufen. Seither blogge ich über technische Themen die mich faszinieren und im Alltag begleiten. Das sind Themen wie Gadgets, Smart Home, Elektroautos, Erneuerbare Energien und vieles mehr...
DJI kennen die meisten als Drohnen-Hersteller – aber spätestens seit dem Avinox M1 Motor im letzten Jahr hat das Unternehmen auch in der E-Bike-Welt für ordentlich Aufsehen gesorgt. Nun legt die mittlerweile eigenständige Marke Avinox mit dem M2 und dem Flaggschiff M2S nach. Die Zahlen sind beeindruckend: bis zu 1’500 Watt Spitzenleistung und 150 Nm Drehmoment beim M2S. Damit verschiebt sich einiges im E-Mountainbike-Markt. Hier die wichtigsten Fakten.
Der M2S ist das neue Topmodell und richtet sich an den Performance-Bereich. Der M2 positioniert sich als Mittelklasse-Variante, ist aber ebenfalls ein deutliches Upgrade gegenüber dem Vorgänger M1.
Avinox M2S:
Avinox M2:
Zum Vergleich: Der Vorgänger M1 kam auf 850 Watt Spitzenleistung und 105 Nm Drehmoment bei 2.52 kg. Der Leistungssprung in einer Generation ist enorm – und das bei praktisch identischem Gewicht.

Avinox hat nicht einfach nur die Leistung hochgedreht, sondern die Technik grundlegend überarbeitet. Der M2S nutzt flache Kupferwicklungen statt runder Drähte, was eine höhere Leistungsdichte im gleichen Bauraum ermöglicht. Beide Motoren setzen neu auf Schrägverzahnung (Helical Gears) mit einem Dual-Engagement-Design statt der geradverzahnten Zahnräder im M1. Das Ergebnis: deutlich weniger Geräusche und weniger Vibrationen.
Ein wichtiger Fortschritt auch beim Tretkomfort: Der Tretwiderstand ohne Motorunterstützung wurde um 41% reduziert. Das klingt nach einem Detail, macht aber im Alltag und auf längeren Touren einen spürbaren Unterschied. Beide Motoren bieten IP56-Schutz und verfügen über ein verbessertes Thermomanagement mit neuen Kühlrippen und internen Temperatursensoren.
Auch bei den Batterien gibt es Neues. Die integrierte FP700 bietet 700 Wh bei einer beeindruckenden Energiedichte von 220 Wh/kg und einem Gewicht von nur 3.18 kg. Diese Batterie ist auch der Grund, warum der M2S die vollen 1’500 Watt Spitzenleistung im Boost-Modus erreichen kann – mit anderen Batterien bleibt es bei 1’300 Watt.
Neu gibt es auch herausnehmbare Batterien: Die RS800 mit 800 Wh und die leichtere RS600 mit 600 Wh. Die RS800 lässt sich von 0 auf 80% in rund 1 Stunde 45 Minuten laden, die FP700 sogar in 1 Stunde 24 Minuten – jeweils mit dem neuen Fast Charger mit 508 Watt Ladeleistung.
Was mich besonders beeindruckt: Avinox hat mittlerweile über 60 Fahrrad-Hersteller als Partner gewonnen. Vor noch nicht einmal zwei Jahren war das System komplett neu – mittlerweile wird es in praktisch jeder ernsthaften E-MTB-Neuvorstellung verbaut. Hier die Hersteller und Modelle, die zum Launch bereits mit M2 oder M2S verfügbar sind:
Das ist nur ein Ausschnitt – weitere Marken wie Berria, Nicolai und diverse weitere folgen in den kommenden Wochen. Gerade die Breite des Angebots zeigt, wie ernst die Industrie das Avinox-System nimmt. Auch Hersteller wie Orange, die jahrelang auf Bosch gesetzt haben, wechseln nun zu Avinox.
Neben der reinen Motorleistung baut Avinox auch das Ökosystem weiter aus. Das DP100 Display ist ein 2-Zoll OLED-Touchscreen mit Turn-by-Turn Navigation, Integration der Avinox Ride App und Komoot-Anbindung. Über die App lassen sich die Unterstützungsmodi (Auto, Eco, Trail, Turbo) individuell konfigurieren. Interessant auch: Ein Smart Heart Rate Assist passt die Motorleistung an die Herzfrequenz an, und per Apple Find My lässt sich das Bike orten. Zudem bietet das Display einen 65W USB-C-Ausgang zum Laden externer Geräte.

Natürlich stellt sich die Frage, ob 1’500 Watt Spitzenleistung in einem E-Bike überhaupt nötig sind. In der EU und der Schweiz sind E-Bikes auf 250 Watt Nominalleistung und 25 km/h Unterstützung begrenzt – die Spitzenwerte greifen nur kurzzeitig beim Anfahren oder an steilen Anstiegen. Erste Tests zeigen denn auch, dass der Unterschied zum M1 auf gemässigten Trails gar nicht so dramatisch ausfällt. Bei technischen Steilpassagen und beim Anfahren am Berg macht sich die Mehrleistung aber definitiv bemerkbar.
Spannender als die reine Leistung finde ich persönlich die Verbesserungen bei Effizienz, Geräuschentwicklung und Tretwiderstand. Das sind die Punkte, die im Alltag den echten Unterschied machen.
DJI respektive Avinox setzt mit dem M2 und M2S ein starkes Statement. Mehr Leistung bei gleichem Gewicht, leisere und effizientere Technik, neue Batterie-Optionen und ein wachsendes Ökosystem mit über 60 Partnern – das dürfte Bosch und Shimano unter Druck setzen. Für alle, die ein neues E-Mountainbike planen, lohnt sich definitiv ein Blick auf die Modelle mit dem neuen Avinox-Antrieb. Die ersten Bikes sind ab sofort verfügbar, die Preise starten je nach Hersteller ab rund 4’500 Euro.