Ich bin Hans.
Im März 2010 habe ich Technikblog ins Leben gerufen. Seither blogge ich über technische Themen die mich faszinieren und im Alltag begleiten. Das sind Themen wie Gadgets, Smart Home, Elektroautos, Erneuerbare Energien und vieles mehr...
Jeder Läufer kennt das Problem: Wann ist der Laufschuh wirklich am Ende? Die Sohle sieht vielleicht noch okay aus, aber wie steht es um die Dämpfung? Genau diese unsichtbare Abnutzung ist oft der Grund für Verletzungen. Kiprun, die Laufschuhmarke von Decathlon, hat zusammen mit dem Startup MOVMENTA nun eine spannende Lösung entwickelt: den KIPNEXT Connect – den ersten Laufschuh mit integriertem Verschleisssensor. Als jemand der gerne läuft und Technik liebt, finde ich den Ansatz enorm interessant.
Das Herzstück ist der sogenannte SOLLO-Sensor, entwickelt von der franco-britischen Firma MOVMENTA. Dieser nur rund 3 Gramm leichte Chip sitzt unsichtbar in der Sohle und misst die Kompression des Schaumstoffs über die Zeit. Das Besondere: Der Sensor braucht keine Batterie und keine externe Stromquelle. Er funktioniert komplett passiv über elektromagnetische Wellen.
Die Bedienung ist denkbar einfach: Man hält das Smartphone an die Ferse des Schuhs – ähnlich wie beim kontaktlosen Bezahlen. Die Kiprun PACER App liest die Daten aus und zeigt den Verschleissgrad als Prozentwert an. Keine komplizierten Setups, kein Laden, kein Bluetooth-Pairing. Einfach scannen und wissen, wie es um die Dämpfung steht.

Laut Kiprun verlassen sich rund 60% der Läufer auf den sichtbaren Zustand der Aussensohle, um zu entscheiden, ob ein Schuh noch gut ist. Das Problem dabei: Die Dämpfung im Inneren baut sich ab, ohne dass man es von aussen sieht. Genau diese schleichende Verschlechterung kann zu Überlastungen und Verletzungen führen.
Der KIPNEXT Connect macht diese unsichtbare Abnutzung erstmals messbar. Statt sich auf Gefühl oder grobe Kilometerangaben zu verlassen, bekommt man eine datenbasierte Antwort. Für datenaffine Läufer, die ohnehin mit GPS-Uhr und Herzfrequenzmesser unterwegs sind, ist das eine logische Ergänzung.
Der KIPNEXT Connect ist nicht bloss ein Technologie-Demonstrator, sondern ein vollwertiger Premium-Laufschuh für den Trainingsalltag. Die Eckdaten lesen sich beeindruckend: 53 mm Stapelhöhe an der Ferse, eine Zwischensohle aus superkritischem A-TPU-Schaum der neuesten Generation und 20% mehr Dämpfung als der Kipride Max, der bereits als einer der besten maximalistischen Trainingsschuhe im Markt gilt.
Mit 265 Gramm in Grösse 43 und einem Drop von 8 mm positioniert sich der Schuh klar als Langstrecken-Trainingsschuh für hohe Kilometerumfänge. Kein Wettkampfschuh, aber ein solider Alltagsbegleiter für Grundlagenläufe und lange Einheiten.

Der KIPNEXT Connect wird Ende 2026 für 220 Euro respektive rund 220 Dollar auf den Markt kommen. Das ist für Kiprun-Verhältnisse ein stolzer Preis – der beliebte Kipride Max kostet 150 Euro und selbst der Carbon-Wettkampfschuh Kipstorm Elite liegt bei 220 Euro. Im Vergleich zu Konkurrenzprodukten wie dem ASICS Superblast (rund 240 Euro) ist der Preis aber nachvollziehbar, gerade mit der integrierten Sensor-Technologie.
Der Schuh wurde am Salon Run Experience des Paris Marathons erstmals öffentlich gezeigt.
Die spannende Frage ist natürlich, ob Läufer diese Technologie im Alltag wirklich nutzen werden. Der Ansatz ist jedenfalls clever: Kein Gerät das man laden muss, kein separater Tracker, kein Abo – einfach Smartphone an den Schuh halten und fertig. Kiprun verkauft hier im Grunde nicht nur einen Schuh, sondern ein Stück Verletzungsprävention.
Aus meiner Sicht als Technikblogger erinnert mich das Konzept an andere Bereiche, wo Sensoren unsichtbar in Produkte integriert werden und über eine App Mehrwert liefern. Ähnlich wie bei Smart-Home-Geräten oder Energiemessungen geht der Trend klar in Richtung «Unsichtbares sichtbar machen». Ob die Genauigkeit des Sensors in der Praxis hält, was Kiprun verspricht, wird sich zeigen – aber der Ansatz ist definitiv einer der innovativsten, die ich in letzter Zeit im Sportbereich gesehen habe.

Der Kiprun KIPNEXT Connect ist mehr als nur ein neuer Laufschuh. Die Integration eines batterie- und wartungsfreien Verschleisssensors direkt in die Sohle ist eine echte Innovation. Für Läufer, die ihre Ausrüstung datenbasiert managen wollen, könnte das ein Gamechanger sein. Ob sich der Aufpreis gegenüber dem Kipride Max lohnt, muss jeder für sich entscheiden – aber die Technologie dahinter finde ich persönlich enorm spannend. Ich bin gespannt, ob andere Hersteller nachziehen werden.