Ich bin Hans.
Im März 2010 habe ich Technikblog ins Leben gerufen. Seither blogge ich über technische Themen die mich faszinieren und im Alltag begleiten. Das sind Themen wie Gadgets, Smart Home, Elektroautos, Erneuerbare Energien und vieles mehr...
Photovoltaikanlagen gelten als wartungsarm – doch wie viel Leistung geht tatsächlich verloren, wenn die Module über Jahre hinweg verschmutzen? Diese Frage habe ich mir selbst gestellt, denn meine eigene PV-Anlage läuft seit mehreren Jahren – und eine professionelle Reinigung hatte ich bislang nicht durchgeführt.
Statt auf allgemeine Empfehlungen oder Herstellerangaben zu vertrauen, habe ich einen Praxistest an meiner eigenen Anlage durchgeführt. In diesem Artikel teile ich die Ergebnisse meiner Messungen vor und nach der Reinigung, zeige auf, wie ich dabei vorgegangen bin, und welche konkreten Leistungssteigerungen ich feststellen konnte. Der Beitrag richtet sich an alle, die eine PV-Anlage betreiben und sich fragen, ob und wann eine Reinigung sinnvoll ist – basierend auf echten Daten und persönlichen Erfahrungen, nicht auf theoretischen Annahmen.

Photovoltaikanlagen sind das ganze Jahr über der Witterung und Umwelt ausgesetzt. Dabei sammeln sich auf den Modulen verschiedenste Arten von Schmutz, die die Lichtdurchlässigkeit beeinträchtigen und somit die Stromproduktion reduzieren können.

Verschmutzungen wirken wie ein Filter: Sie reduzieren die Menge an Sonnenlicht, die auf die Solarzellen trifft. Je nach Art und Intensität der Verschmutzung kann das zu Leistungsverlusten von 5 bis 20 % führen – in Extremfällen sogar mehr.
Nicht jede Anlage ist gleich stark betroffen. Die Umgebung spielt eine entscheidende Rolle:
Zwar kann Regen oberflächlichen Staub abspülen, doch hartnäckige Verschmutzungen wie Vogelkot, Moos oder fettige Partikel bleiben oft haften. Zudem ist die Reinigungswirkung stark abhängig von der Neigung der Module – flach installierte Anlagen reinigen sich deutlich schlechter. In meinem Fall sind die 36° Dachneigung also eine klare Hilfe, die mit nur rund 10° Neigung verbauten Module auf den beiden Dachgauben hatten aber auch deutlich stärkere Ablagerungen.

Die Reinigung meiner PV-Anlage liess ich von Profis machen, dazu hatte ich das Team von Stäuble-Solarcare beauftragt. Hier kam mir von Anfang an schon die Idee, gleich etwas an Effizienz zu gewinnen . Ich habe unsere Nachbarn gefragt, deren Anlage auch schon bald 7 Jahre alt ist, ob Sie ebenfalls Interesse an einer Reinigung hätten. Entsprechend konnten an einem Tag gleich zwei PV-Anlagen gereinigt und Kosten für alle optimiert werden. Kann ich also nur empfehlen…

Bei der Reinigung meiner PV‑Anlage kam eine Hebebühne zum Einsatz, um auch schwer zugängliche Modulreihen sicher zu erreichen. Die Arbeiten wurden mit vollständiger Absturzsicherung ausgeführt und ausschliesslich mit Reinwasser-Technologie durchgeführt, wodurch sich die Panels streifenfrei und ohne Rückstände reinigen liessen. Zum Einsatz kamen sanfte, PV‑taugliche Bürstensysteme, ergänzt durch manuelle Bürsten für Detailbereiche. Bei den Nachbarn mit Flachdach gab es natürlich noch zusätzlich die Entfernung von Pflanzenwuchs…

Einerseits habe ich eine einfach Beurteilung nach meinem Ermessen und Daten, andererseits habe ich aber auch die Daten über das PV Performance Analyse Tool von Solar Manager analysiert und mit einem der Entwickler genau besprochen:
Diese Fallstudie zeigt, wie sich eine professionelle Reinigung auf die Leistung einer Photovoltaikanlage auswirkt, die über Jahre hinweg nicht gewartet wurde. Die Monitoring-Daten hatten zuvor ganztägige Mindererträge gezeigt – ein typisches Signal für starke Verschmutzung. Zusätzlich traten nachmittägliche Leistungseinbussen auf, was auf weitere Teilverschattungen hindeutete.

Nach einer Reinigung Anfang August zeigte die Anlage sofort deutlich bessere Energieerträge. Die Heatmap bestätigten eine klare Erholung der Performance. Während typische Verschattungseffekte weiterhin sichtbar blieben, war der grösste Verlust eindeutig auf Schmutzablagerungen zurückzuführen. Ein Vergleich der simulierten Referenzwerte mit der realen Leistung zeigt das Ausmass:
Damit wurde der überwiegende Teil der zuvor fehlenden Leistung wiederhergestellt. Wie man auch deutlich an den Ertragsdaten ab August / September erkennen kann, wurden die Verluste

Es stellt sich nun natürlich die Frage nach dem absoluten Ertrag einer PV-Reinigung. Dazu müsste man natürlich sehr identische Monate miteinander vergleichen. Das ist aktuell etwas schwierig mit der Reinigung im letzten August, da warte ich wohl bis in diesem Sommer und versuche dann einen Vergleich zu ziehen. Da 2025 mein bisher ertragsstärktes Produktionsjahr war und die erzielten Erträge gegenüber der Simulation von PV Performance sich stark verbessert haben – bin ich sehr zuversichtlich was die Auswirkung der Reinigung gebracht hat. Ich kann sicher nach einem Jahr, sprich diesen Herbst, eine detailliertere Aussage treffen.

Die Kosten für eine professionelle Photovoltaik‑Reinigung liegen bei Einfamilienhäusern in der Schweiz in der Praxis meist ab rund 500 CHF. Der effektive Preis hängt unter anderem von der Anlagengrösse, der Dachneigung sowie der Zugänglichkeit der Module ab. Auch bei meiner Anlage bewegten sich die Kosten in diesem Bereich.
In meinem Fall war entscheidend, dass für 2026 ein Einspeisetarif von 13.6 Rp/kWh kommuniziert wurde. Aus diesem Grund entschied ich mich im Spätsommer 2025 bewusst für eine professionelle Reinigung, um noch mehrere ertragsstarke Monate mitzunehmen. Die ersten Messwerte zeigen einen klar messbaren Mehrertrag. Wie nachhaltig dieser Effekt ist, werde ich über einen längeren Zeitraum weiter beobachten.
Eine grobe Überschlagsrechnung würde eine Reinigung alle 4-5 Jahre empfehlen. Wenn die Reinigung im ersten Jahr 5% Mehrertrag liefert und dann alle Folgejahre ein Prozentpunkt weniger. Hätte ich bei meinen Produktions- und Verbrauchsdaten und Energiekosten im vierten Jahr die Reinigung amortisiert.

Die Reinigung hat bei meiner Anlage messbar gewirkt: Die PV Performance Analyse von Solar Manager zeigte nach der professionellen Reinigung eine deutliche Annäherung an die Simulation – der grösste Teil der zuvor fehlenden Leistung war klar auf Verschmutzungen zurückzuführen. In der Summe ist eine PV‑Reinigung keine Wunderwaffe, kann unter den richtigen Rahmenbedingungen jedoch wirtschaftlich sinnvoll sein.
Entscheidend sind dabei weniger pauschale Empfehlungen, sondern die individuellen Gegebenheiten der Anlage: Verschmutzungsgrad, Dachneigung, Standort sowie die Frage, wie der zusätzliche Ertrag genutzt wird (Eigenverbrauch oder Einspeisung).
Mit den in diesem Artikel verwendeten Annahmen ergibt sich eine Amortisationsdauer von rund 3 bis 4 Jahren. Steigt der Eigenverbrauchsanteil oder der Strompreis weiter, verkürzt sich diese Zeit entsprechend.

Nachfolgend noch 5 Empfehlungen von mir, nach einigen Learnings aus diesem Projekt: