28. Oktober 2026
9 Minuten zu lesen

Von den Sonden zur fertigen Heizung: Einbau und Inbetriebnahme meiner Erdsonden-Wärmepumpe

In Teil 1 meiner Wärmepumpen-Serie habe ich beschrieben, wie ich mich überhaupt für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde entschieden habe, und in Teil 2 ging es um die Bohrung. Am Ende von Teil 2 steckten zwei unscheinbare Rohrenden im Vorplatz, die künftige Quelle meiner Heizwärme. In diesem dritten Teil wird daraus eine fertige, laufende Heizung. Es geht um den Graben, den Anschluss der Sonden, den Einbau der Wärmepumpe und die Inbetriebnahme, und am Schluss gibt es einen ersten, ehrlichen Blick auf die Effizienz.

Vom Rohrende ins Haus

Als Erstes war der Gärtner am Zug. Er legte einen Graben frei, der beide Sonden vom Vorplatz durch die Garage bis zur Hauswand führt. Einen eleganten Kniff konnten wir uns dabei sparen: Statt einer neuen Kernbohrung haben wir den alten Mauerdurchlass der bisherigen Luft-Wasser-Wärmepumpe als Eintritt genutzt. Eine Öffnung weniger in der Gebäudehülle, das freut mich als Technik-Nerd ebenso wie den Baumeister.

Ein Graben durch Vorplatz und Garage für die Erdsonden-Rohre
Ein Graben durch Vorplatz und Garage für die Erdsonden-Rohre

Während der Gärtner grub, hat die Installationsfirma Veil Haustechnik AG die alte Stiebel Eltron WPL 18 ausgebaut, und zwar als ganzes Gerät, das sie mit in die Firma genommen hat. Dort konnte das Kältemittel anschliessend fachgerecht und kontrolliert abgesaugt werden, statt vor Ort im Technikraum. Sauberer geht es kaum. Das Kältemittel wird übrigens dann auch für Reparaturen an anderen laufenden Geräten wiederverwendet, sehr nachhaltig.

Dann wurden die beiden Erdsonden zusammengeschlossen. An der Hauswand, direkt beim Eintritt, sitzt ein Gerotherm-Verteiler. Das Schöne daran: Ins Haus gehen nur noch ein einziger Sole-Eintritt und ein Sole-Austritt. Über den Verteiler an der Wand lässt sich der hydraulische Abgleich so einstellen, dass beide Sonden etwa gleich stark belastet werden. Dies auf Grund leicht unterschiedlichen Bohrtiefen. Das schont die Sonden und sorgt langfristig für eine gleichmässige Entnahme aus dem Erdreich.

Der Gerotherm-Verteiler für beide Sonden in der Garage
Der Gerotherm-Verteiler für beide Sonden in der Garage

Die neue Maschine: alpha innotec SWCV mit Propan

Jetzt darf ich die Maschine auch beim Namen nennen: Es ist eine alpha innotec SWCV, eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit dem natürlichen Kältemittel R290 (Propan). Konkret fahre ich das Modell SWCV 63K1/3, also die Variante, die auch passiv kühlen kann (Free-Cooling). Die Maschine arbeitet mit einem leistungsgeregelten Verdichter, der sich dem tatsächlichen Bedarf anpasst, statt stur ein und aus zu schalten, und erreicht bei Bedarf Vorlauftemperaturen bis 75 Grad. In meinem Fall mit Bodenheizung und ohne Warmwasser natürlich nicht nötig.

Spannend finde ich den Vergleich mit meiner Planung aus Teil 1. Dort war von einer Sole-Wasser-Wärmepumpe mit rund 6 bis 8 kW Leistung und einer Erdsondenbohrung von etwa 150 bis 170 Metern die Rede. Geworden sind es nun zwei Bohrungen à 80 Meter und eine ait mit 6 kW. Nach den beiden letzten, von mir ziemlich genau analysierten Wintern reichen diese 6 kW problemlos. Und genau das war mir wichtig: Ich wollte auf keinen Fall eine zu gross dimensionierte Maschine. Eine überdimensionierte Wärmepumpe taktet mehr, läuft weniger sauber und ist am Ende weniger effizient.

Die Dimensionierung habe ich bewusst von mehreren Seiten abgesichert. Die Energieberatung hatte bereits Vorgaben gemacht, und mit meinen eigenen Verbrauchsdaten und Hochrechnungen kam ich auf einen sehr ähnlichen Wert, den dann auch Matthias Steger von Veil Haustechnik bestätigte. Dieser hat die rund 11’000 kWh Wärmebedarf nochmals durch sein Tool rechnen lassen und landet bei 6,1 kW Heizleistung, und zwar inklusive zwei Stunden Sperrzeit (durch den VNB) und einer kleinen Reserve von rund 5 Prozent. Drei unabhängige Wege, ein Ergebnis, das mir ein ruhiges Gefühl gibt.

Anlieferung der ait Wärmepumpe bei Sonnenschein - passt genau
Anlieferung der ait Wärmepumpe bei Sonnenschein – passt genau

Die SWCV passt in diesem Sinn perfekt, sie erfüllt zudem meine Anforderungen an Free-Cooling im Sommer, hat bereits Propan als Kältemittel und bedarf keines speziellen Schutzkonzepts, durch die geringe Füllmenge von 150g.

Noch ist das keine Selbstverständlichkeit: Viele Hersteller führen bisher gar keine Erdsonden-Maschinen mit R290. In meiner Endauswahl blieben am Ende zwei Modelle, die beide gepasst hätten. Entschieden habe ich mich für die ait, und zwar aus drei Gründen. Erstens die sehr gute Schnittstelle Luxtronik 2.1 mit SHI, die mir für die Anbindung an Solar Manager viel Spielraum lässt. Zweitens das bereits integrierte Free-Cooling, das bei anderen Modellen oft extern und mit Zusatzkosten verbunden ist. Und drittens, dass die Leistung ohne Umwege genau zu meinem Haus passt. Perfekt Match quasi!

Die AIT Erdsonden-WP mit R290 während dem Einbau
Die AIT Erdsonden-WP mit R290 während dem Einbau

R290 ohne aufwendiges Sicherheitskonzept

Ein Punkt, der mich besonders fasziniert hat: Trotz Innenaufstellung im Technikraum braucht diese Maschine kein Lüftungs- oder Sicherheitskonzept. Der Grund ist die sehr kleine Kältemittelmenge. Propan ist zwar brennbar, aber in der SWCV 63K1/3 stecken genau 150 Gramm davon. Das ist kein Zufall: Für geschlossene Räume liegt der normative Grenzwert bei exakt 150 Gramm Kältemittel pro Modul, und bis zu diesem Wert sind keine zusätzlichen Massnahmen wie Gasdetektoren, mechanische Lüftung oder Mindestraumvolumina nötig. Die Maschine ist genau auf diese Grenze ausgelegt und vom Hersteller für die Innenaufstellung ohne Lüftungskonzept freigegeben. Das macht den Einbau im Bestand deutlich einfacher.

Kein Puffer, kein Warmwasser - die Heizungsinstallation sieht sehr "clean" aus
Kein Puffer, kein Warmwasser – die Heizungsinstallation sieht sehr «clean» aus

Warum kein Pufferspeicher

Die Frage, die auf LinkedIn am meisten zu reden gab, war die nach dem Pufferspeicher. Meine Antwort: Ich habe bewusst keinen eingebaut. Die Empfehlung kam aus der Impulsberatung von Oliver Joss, und ich zitiere ihn hier gerne, weil er es treffend auf den Punkt bringt:

«Ich habe mir das Haus von Hans vorher etwas genauer angeschaut und habe dann eine Lösung ohne Puffer empfohlen. Bei Fussbodenheizung, wo nicht jeder Kreis geregelt wird, und einer Invertermaschine geht das problemlos. Diese Anlagen liefern meines Erachtens die höchsten JAZ-Werte. Pufferspeicher werden bei Sole-Maschinen auch gerne zur Sicherheit eingebaut, das verstehe ich seitens Hersteller und Installateur. Wenn man die Hydraulik im Griff hat, dann kann man auf den Puffer verzichten.»

Genau an diesem «die Hydraulik im Griff haben» habe ich angesetzt. Ich habe im Technikraum gleich alle Vor- und Rücklaufleitungen ersetzen lassen und auch die beiden Verteiler der Fussbodenheizung durch neue Modelle getauscht. Bei diesen ist der Durchfluss pro Kreis sichtbar, und sie wären für Stellventile vorbereitet. Mein aktueller Entscheid ist aber, mit einem guten thermischen Abgleich zu arbeiten und auf die Ventile zu verzichten. Weniger Komponenten, weniger Regeleingriffe, tiefere Temperaturen, und damit die beste Voraussetzung für eine hohe Jahresarbeitszahl.

Die neuen FBH werden gerade befüllt, danach folgt die Isolation
Die neuen FBH werden gerade befüllt, danach folgt die Isolation

Einbau, Befüllung und Elektrik

Die Wärmepumpe wurde nach unseren Herbstferien geliefert und innerhalb einer Woche in Betrieb genommen. Die Heizungsmonteure haben alle Rohre verlegt, die Fussbodenheizkreise mit demineralisiertem Wasser und die Erdsonde mit Glykol befüllt. Das alles war in rund drei Tagen erledigt. Danach kam der Elektriker, hat die Maschine angeschlossen und korrekt verdrahtet.

Ein Detail am Rande, das mich ehrlich gefreut hat: Der Aussenfühler der alten Maschine sass an der Westfassade, was für eine Temperaturmessung denkbar ungünstig ist. Für die neue Lösung habe ich eine Nordfassade gesucht und sie am Carport gefunden, wo zum Glück noch ein Leerrohr lag. Passt perfekt, und die Maschine bekommt endlich eine ehrliche Aussentemperatur.

Ebenfalls bemerkenswert: Die SWCV ist so effizient und leistungsarm, dass sie im normalen Heizbetrieb nur einphasig läuft. Einen Drehstromanschluss verlangt einzig das Zusatzheizelement, das im Normalbetrieb aber gar nicht gebraucht wird.

Aussenfühler neu an der Nordwand im Schatten platziert
Aussenfühler neu an der Nordwand im Schatten platziert

Dämmen gegen Kondensat

Einen Tag nach der Inbetriebnahme kam noch die Isolationsfirma. Alle Leitungen des Soleteils, aussen wie innen, wurden mit Armaflex gedämmt, und anschliessend auch die Heizungsrohre. Das hat nicht nur mit Wärmeverlusten zu tun, sondern vor allem mit Kondensat. Die Soleleitung ist im Winter deutlich kälter als die Raumluft und würde ungedämmt Schwitzwasser bilden. Und sobald im Sommer der Kühlbetrieb läuft, führen auch die Heizungsrohre kaltes Wasser, dann kondensiert es dort. Eine saubere, lückenlose Dämmung ist also keine Kür, sondern Pflicht, wenn man sich nicht dauerhaft Nässe und Tropfen im Technikraum einhandeln will.

Saubere Installation und gute Dämmung aller Leitungen
Saubere Installation und gute Dämmung aller Leitungen

Messen, was man steuern will

Damit ich nicht nur ein gutes Gefühl habe, sondern echte Zahlen, hängt die neue Wärmepumpe wieder am NeoVac Supercal 5. Damit messe ich den Wärmebedarf des Hauses exakt. Den dazugehörigen Stromverbrauch erfasse ich über einen geeichten smart-me-Zähler. Aus diesen beiden Grössen lässt sich die Effizienz der Maschine sauber und nachvollziehbar berechnen, und genau das ist die Basis für die Winter-Auswertungen, die ich hier noch bringen will.

Wärmezähler im Rücklauf ist auch wieder verbaut und hilft mir die Effizienz der Maschine zu bestimmen
Wärmezähler im Rücklauf ist auch wieder verbaut und hilft mir die Effizienz der Maschine zu bestimmen

Inbetriebnahme und Steuerung

Die Inbetriebnahme durch ait Schweiz erfolgte exakt eine Woche nach der Lieferung und war in 2,5 Stunden erledigt. Alles geprüft, und die Maschine schnurrte danach wie ein Kätzchen. Die Heizkurve haben wir vorerst auf Minergie-Standard eingestellt und prüfen nun, ob das reicht. Aktuell bin ich da positiv gestimmt.

Bei der Inbetriebnahme habe ich zudem sofort Modbus aktivieren lassen, sodass Solar Manager bereits auf die Maschine zugreift. Bewusst aber vorerst nur passiv: In den ersten zwei bis drei Betriebswochen lasse ich die Wärmepumpe nicht durch Solar Manager optimieren. So kann ich die Heizkurve und die Grundeinstellungen in Ruhe prüfen und die Anlage sauber einregeln, bevor die PV-Überschuss-Steuerung übernimmt.

Der Techniker von AIT nimmt die WP in Betrieb
Der Techniker von AIT nimmt die WP in Betrieb

Erster Blick auf die Effizienz

Ein paar Zahlen will ich schon teasern, auch wenn es für ein echtes Urteil viel zu früh ist. Seit der Inbetriebnahme liegt der COP bei rund 7,6. Das ist ein beeindruckender Wert, aber er stammt aus der milden Übergangszeit, in der die Sole noch warm und der Heizbedarf tief ist. Die ehrliche Winter-Jahresarbeitszahl wird tiefer liegen, das ist bei jeder Wärmepumpe so. Für den echten Vergleich zur alten Maschine und die Winter-JAZ braucht es eine ganze Heizperiode, und die gibt es dann in einem eigenen Beitrag im nächsten Frühling…

Der Supercal 5 Wärmezähler von Neovac bestimmt die Effizienz der Maschine ganz genau
Der Supercal 5 Wärmezähler von Neovac bestimmt die Effizienz der Maschine ganz genau

Free-Cooling und die Regeneration der Erdsonde

Für mich war die Erdsonde nicht nur eine Frage des Heizens, sondern auch des Kühlens. Die SWCV beherrscht Free-Cooling, also passives Kühlen. Dabei läuft der Verdichter gar nicht. Die Kälte aus dem Erdreich wird über einen Plattentauscher auf das Heizungswasser übertragen, das wie im Heizbetrieb durch die Fussbodenheizung zirkuliert. Die Sole bleibt also in ihrem eigenen Kreis. Das kostet fast keinen Strom, nur die Umwälzpumpen laufen, und nimmt an heissen Tagen spürbar Spitzen aus den Räumen.

Der eigentlich elegante Teil ist aber, was dabei im Untergrund passiert. Beim Kühlen führe ich die Wärme aus dem Haus zurück ins Erdreich und lade die Sonden im Sommer damit wieder etwas auf. Über die Heizsaison kühlt der Boden rund um die Sonden langsam aus, der sommerliche Wärmeeintrag wirkt dem entgegen und regeneriert die Quelle. Das hält die Sondentemperaturen über die Jahre stabiler und kommt am Ende der Effizienz im Winter zugute. Kühlen im Sommer und effizienter heizen im Winter sind hier also kein Widerspruch, sondern zwei Seiten derselben Medaille.

Auch der Erdsondenverteiler in der Garage wurde isoliert
Auch der Erdsondenverteiler in der Garage wurde isoliert

Was ich als Nächstes vorhabe

Noch läuft die Maschine bewusst ohne Eingriffe von aussen. Sobald die Grundeinstellungen sitzen, übernimmt Solar Manager aktiv. Dann geht es darum, PV-Überschuss gezielt in Wärme zu verschieben, also die Wärmepumpe vorzugsweise dann laufen zu lassen, wenn die Sonne ohnehin mehr liefert, als das Haus gerade braucht. Konkret heisst das, den Vorlauf in sonnigen Stunden etwas anzuheben und die Fussbodenheizung als trägen Wärmespeicher zu nutzen.

Ein weiterer Schritt wäre die Verbindung zu einem dynamischen Stromtarif. Einen solchen habe ich aktuell noch nicht, aber das ist für mich nur eine Frage der Zeit. Dann liesse sich die Wärmepumpe zusätzlich gezielt in die günstigen Stunden legen, ähnlich wie ich es beim Thema Rückliefertarif schon beschrieben habe. Genau diese Kombination aus eigener PV, einem Energiemanagementsystem und einem flexiblen Tarif macht eine Erdsonden-Wärmepumpe aus meiner Sicht erst richtig rund.

Drei Dinge, die mich überrascht haben

  • Einphasiger Betrieb: Im normalen Heizbetrieb zieht die Maschine nur eine Phase. Drehstrom verlangt einzig das Zusatzheizelement, das ich im Normalbetrieb gar nicht brauche.
  • 175 Watt rein, 1,35 Kilowatt raus: Die tiefste elektrische Leistungsaufnahme, die ich bisher gesehen habe, waren 175 Watt. Daraus macht die SWCV aktuell rund 1,35 Kilowatt Wärme.
  • Besonders beeindruckt hat mich die Laufruhe: Mit einer Schallleistung von nur 40 dB(A) nach EN 12102 ist sie im Technikraum kaum wahrnehmbar.
Die fertig installierte AIT SWCV 63K1/3 mit isolierten Leitungen und Wärmezähler
Die fertig installierte AIT SWCV 63K1/3 mit isolierten Leitungen und Wärmezähler

Fazit und Ausblick

Aus zwei Rohrenden im Vorplatz ist in wenigen Wochen eine komplette, leise und sehr effiziente Heizung geworden. Der Umbau im Bestand lief dank guter Planung erstaunlich reibungslos, vom Graben über den Gerotherm-Verteiler bis zur Inbetriebnahme. Besonders gefreut haben mich die kleinen, durchdachten Details: der alte Mauerdurchlass statt einer neuen Kernbohrung, der ehrliche Aussenfühler an der Nordfassade, der bewusste Verzicht auf den Pufferspeicher und der einphasige Betrieb.

Jetzt beginnt der eigentlich spannende Teil: der Winter. Ich logge laufend Temperaturen, Leistung und Zählerstände, und sobald eine aussagekräftige Heizperiode vorliegt, gibt es die echten Effizienzdaten und den Vergleich zur alten Luft-Wasser-Maschine in einem eigenen Beitrag. Bis dahin freue ich mich über eure Fragen und Erfahrungen in den Kommentaren.

6 Comments

  1. Marcel

    Sehr interessanter Serien-Bericht. Vor allem in Bezug auf Vergleiche mir unserer Anlage die seit 16 Jahren in Betrieb ist und im Verlaufe der Zeit mit allem Mögliche (PVA-Anlagen, Solarmanager, Ladestation, Batterie-Speicher)ergänzt wurde. Bin gespannt auf die erste Analyse nach einer ersten Heizperiode. Danke und auf viele weitere spannende Berichte.

  2. Holger

    Toller Artikel, danke Hans!
    Mich hat ein wenig gewundert dass Du ohne Pufferspeicher gebaut hast. Widerspricht dies nicht der zeitlich flexiblen Nutzung der Wärmepumpe mit Solarstrom oder zukünftiger dynamischer Tarife?
    Oder ist dein Haus so träge dass du die Wärmeverteilung einige Stunden verschieben kannst ohne ein Einfluss auf die Raumtemperatur zu spüren?

  3. Manuel

    Sehr spannendes Projekt, was ich mit Interesse verfolge und mich an meine Zeit von der Begleitung der Feldmessungen im Auftrag von EnergieSchweiz erinnert. Dort waren auch die Direktkreis-Solewärmepumpen die Effizienzsieger, daher kann ich nur zum Entscheid ohne Speicher plädieren!

    Als Ergänzung noch zum zukünftigen Optimieren mit dem Solarmanager, viele betrachten nur eine Anhebung der VL bei PV-Überschuss, weiter gedacht wäre eine vorherige Absenkung in den Morgenstunden noch ein Zugewinn. Damit erhöht man die verteilbare Wärmemenge im PV-Strombetrieb. Bei Luft/WP ist zusätzlich der Effizienzgewinn, da am Morgen die Luft am kältesten ist und zusätzlich auch noch mehr Abtauungen erzeugt.
    Diese Funktion wäre noch was für die Entwickler des Solarmanagers 😉 VL Absenkung vor PV Ertragsprognose

  4. Manuel

    Ein kleine Anmerkung zur Dimensionierung möchte ich noch anbringen.
    Du betrachtest deine Maschine bei B0W35 mit 6.00kW. Tatsächlich ist die Sonde aber immer wärmer, bei B7W35 liefert die WP bereits 7.09kW. Zusammen mit den 2h Sperrzeit und den 5% ergibt sich auf die reale Heizlast von 5.3 kW eine Überdimensionierung von 33%!
    Damit möchte ich nur aufzeigen, dass ein von dir vermeintlich bewusst knappe Dimensionierung bereits im effektiven Betrieb eine deutliche Reserve beinhaltet. Nicht auszudenken, hättest du ein grösseres Modell aus Sicherheitszuschlägen gewählt.

  5. Paul

    Wir sind ebenfalls in der Vorplanung für eine neue Wärmepumpe. Aktuell wird unser Haus noch mit Gas beheizt. Ob es eine Luft/Wasser- oder eine Sole/Wasser-Wärmepumpe werden soll, ist noch offen.

    Eine Aussage eines Wärmepumpenherstellers an einer Messe hat mich kürzlich allerdings ziemlich überrascht. Auch sie bieten eine Sole/Wasser-Wärmepumpe mit R290 (Propan) an. Der Hersteller meinte jedoch, dass ihre Luft/Wasser-Wärmepumpe über das Jahr gesehen effizienter sei als die Sole/Wasser-Variante. Das liege vor allem an der begrenzten Propanfüllmenge von nur 150 g.

    Diese Aussage hat mich doch sehr erstaunt, da ich bisher davon ausgegangen bin, dass eine Sole/Wasser-Wärmepumpe aufgrund der höheren und konstanteren Quellentemperaturen übers Jahr hinweg effizienter arbeitet als eine Luft/Wasser-Wärmepumpe.

  6. Christof

    Gratulation zum erfolgreichen Umsetzten des Heizungstauschs! Das sieht sehr gut und wohl-durchdacht aus!

    Vor allem die innenaufgestellte SoleWP mit R290 ist interessant, wenn es die schon vor zwei Jahren gegeben hätte, hätten wir die bei unseren Projekt eingebaut. Wir haben uns letztlich für eine Lambda Luft-WasserWP EU13L entschieden.

    Dein Vorgehen erinnert stark an das was wir gemacht hatten: einige Winter lang den Wärmemenge pro Tag genau bestimmt um die optimale Grösse zu ermitteln, möglichst einfache Hydraulik, also Direktkreis in die Fussbodenheizung ohne Pufferspeicher und Stellventile, Heizen wenn es am effizientesten ist, also untertags und wenn die Sonne schein. Das macht der Solarmanager zusammen mit der Nachabsenkung schon sehr gut!

    Für unser Mehrfamilienhaus (4 Parteien, 420m2) haben wir im letzten Winter eine gemessene JAZ von >5 erreicht (auch über smartme und Wärmemengenzähler genau gemessen), der Kompressor alleine sogar eine SCOP von 7.2. Wen es interessiert, hier ist ein kleiner Beitrag dazu: https://www.haustechnikdialog.de/Forum/t/294528/Lambda-EU13L-fuer-Mehrfamilienhaus-JAZ-5

    Ich denke das wird bei deiner SoleWP noch besser gehen! Ich bin gespannt nach dem ersten Winter.

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