Letztes Jahr habe ich einen Rückblick über meine PV-Anlage und das Produktionsjahr 2020 geschrieben. Das kam gut an und werde ich versuchen weiter hier anzubieten. Seit September 2017 ist meine Anlage in Betrieb, ich habe sie bis letztes Jahr zweimal etwas erweitert und auch einen Speicher angeschafft. Im Sommer 2021 konnte ich auf dem Westdach noch 4 zusätzliche Module platzieren, so sind es mittlerweile 15kWp Leistung auf den Dächern.

Produzierte Energie

Seit Beginn meiner PV-Installation habe ich 42MWh produziert, sprich 42’000kWh Energie. Dabei sind bei meiner Anlage die immer etwas erweitert wurde Jahresvergleiche sehr schwierig. 2018 und 2019 lassen sich bezüglich Produktion noch vergleichen und waren sehr änlich. 2020 und 2021 sollte dieses Jahr deutlich mehr Produktion gewesen sein, weil zwei Erweiterungen nicht das ganze Vorjahr aktiv waren. Das zeigt, das Produktionsjahr 2021 war sicher das schlechteste, seit ich meine Anlage habe:

Produktion und Verbrauch 2021 im Detail

Dieses Jahr produzierte meine Anlage 12’450kWh Energie, das sind nur knapp 50kWh mehr als im vergangenen Jahr. Den relativen Ertrag kann ich dieses Jahr mit der Erweiterung nur abschätzen, er dürfte aber etwa bei rund 880kWh/kWp liegen. Das heisst vereinfacht gesagt, ein Modul mit 320W Nennleistung wie ich sie auf dem Dach habe, produzierte in diesem Jahr rund 285kWh Energie. Wer also über eine Balkonanlage mit zwei Modulen nachdenkt, dürfte im Jahr auf über 550kWh selbst erzeugte, grüne Energie kommen.

1’770kWh aus der Batterie

Erfreulicherweise konnte ich meinen Energiebedarf gegenüber dem Vorjahr etwas senken, um 500kWh genau. 14’100kWh habe ich noch benötigt und im Zusammenspiel mit dem Varta Speicher konnte ich über das Jahr hinweg 1800kWh aus der Batterie entladen. So gab es über das Jahr hinweg eine Autarkiequote von 56%. Das ist eine Steigerung von 3% gegenüber dem Vorjahr und bezüglich Eigenverbrauch lag ich bei 64% (2020 noch 63%).

Hier sieht man deutlich, die Werte liegen sehr nahe zusammen, auch die eingespiesene Energie von 4’500kWh ist praktisch identisch. Die guten Autarkie- und Eigenverbrauchsquoten habe ich dank dem intelligenten Solar Manager erreicht, der die Geräte im Haus entsprechend der Produktion steuert.

PV Kennzahlen 2021
PV Kennzahlen 2021

Top 5 Verbraucher

Ich finde es persönlich wichtig zu wissen, welche Verbraucher wieviel Energie beziehen im Jahr. Dazu nutze ich die Möglichkeiten des Solar Manager alle möglichen Verbraucher messen zu können. Entweder direkt durch intelligente Geräte wie die Easee Ladestation oder dann mittels Messungen über Shelly 3EM oder myStrom Plugs:

  1. Wärmepumpe (Heizung): 3600kWh (-10% gegenüber Vorjahr)
  2. Warmwasser-Boiler: 2200kWh (-10% gegenüber Vorjahr)
  3. Elektromobilität: 2100kWh (identisch)
  4. Server & Netzwerk-Rack: 900kWh (-18%)
  5. Waschküche: 700kWh (identisch)

Das Wärmepumpe, Warmwasser-Aufbereitung (leider noch klassisch mit Heizstab) und Elektromobilität die grössten Verbraucher sind ist ziemlich klar. Die ganze EDV- Geschichte im Keller konnte ich etwas reduzieren um 18%, aber hier scheine ich langsam das Maximum herausgeholt zu haben, ohne Verzicht auf weitere Funktionalität oder Komponenten. Der Verbrauch in der Waschküche mit Waschmaschine, -trocker und Luftentfeuchter ist identisch. In der Summe habe ich bis auf knapp 4’000kWh pro Jahr alle Verbraucher genau identifiziert. Dieser Teil wird grösstenteils auf die nicht gemessene Küche, Beleuchtung und andere Kleinverbraucher fallen.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Solar-Manager-Steuern-und-Messen-900x510.png
Solar Manager: Kann einzelne Verbraucher intelligent steuern und misst Verbraucher für eine Statistik

Ersparnis

In diesem Jahr gab es leider weniger Vergütung für den eingespiesenen Strom und ich konnte den HKN nicht verkaufen. Für 2022 habe ich den HKN zum Glück bereits verkaufen können. Die Vergütung liegt bei 6.85Rp./kWh vom Netzbetreiber, was mir rund 300.- CHF eingebracht hat. Die Einsparungen beim nicht vorhanden Bezug ist deutlich höher, weil man auch die Netzkosten einspart. So kamen zusätzliche 1050.- CHF hinzu die eingespart wurden. Total also 1350.- CHF, rund 400.- CHF weniger als letztes Jahr. Die aktuell steigenden Strompreise dürften dem aber die nächsten Jahre entgegenwirken.

Ziele für 2022

Einige meiner Ziele vom letzten Jahr übernehme ich direkt wieder. Die beste Möglichkeit zu Optimieren wäre nämlich die Energie einzusparen, da könnte bei mir ein Wärmepumpen-Boiler helfen, wäre aber ein grösseres Projekt. Ich schätze das ich 2022 auch mehr Strom für die Elektromobilität brauche. Da ich noch etwas bezüglich PV-Ausbau machen kann, versuche ich den PV-Ertrag zu maximieren. Da in der nächsten Zeit eine Fassadenrenovation ansteht, könnte man das verbinden und ein Gerüst auf der Ostseite endlich auch dort für PV nutzen. Grosses Ziel: Mehr Energie im Jahr zu produzieren als man selbst benötigt…

Autor

Im März 2010 habe ich Technikblog ins Leben gerufen. Seither blogge ich mehrmals wöchentlich über technische Themen die mich faszinieren und im Alltag begleiten, das beginnt bei Smartphones, Computer, Gadgets, technischen Spielereien bis hin zu HowTo-Anleitungen und Testberichten zu Smart Home Einrichtungen und Elektrofahrzeugen.

ommentare

  1. Martin Steiger Reply

    Wärmepumpen-Boiler: Ich habe gelernt, dass man dafür einiges an m3 Raumvolumen oder aufwendige Luftkanäle (nach draussen oder in einen genügend grossen Räum benötigt). Schon die kleinen Wärmepumpen-Boiler benötigen 20+ m3, also rund 20 m2 bei einer gängigen Raumhöhe. Wenn man einen herkömmlichen Boiler ersetzt, müsste man konsequenterweise berücksichtigen, wieviel Energieverbrauch der Ersatz mit einem neuen Boiler verursacht (unter anderem: Hersteller, Lieferung, Montage, Entsorgung alter Boiler). Das sieht man zwar nicht in der eigenen Statistik, dürfte sich aber mutmasslich ganz schön aufsummieren!

  2. Schöne Aufstellung muss ich bei mir noch prüfen zu zwei Respektive 3 Positionen bei den Top Verbrauchern noch mein Input. Ich habe eine 5 Jahre alte WP welche relativ effizient ist. Ich bereite nur mit der WP nie mit dem Heizstab das Warmwasser auf und heize natürlich damit das Haus. im 2021 hatte ich einen Verbrauch von 2924 kWh (VJ 3016 kWh) somit dürfe sich eine neue WP also auch mit der Grauenergie lohnen, wohl mehr als ein Ersatz des Boilers falls beide noch funktionieren.

    Was mich echt erstaunt ist bei dir der Verbrauch von E-Mobilität, 2100 kWh für das ganze Jahr! Mensch ich habe für 4.5 Monate schon 1400 kWh lade fast nur auf Langstrecke mehr als 400 km extern aber trotzdem entweder machst du wenige Kilometer oder ich fahre zu viel!

    • Ja es sind sicher 200-300kWh mehr bei mir, wegen den zahlreichen Ladestationen-Tests. Aber hauptsächlich liegt es daran, dass ich unterwegs enorm viel Lade 🙂

      • Wie groß ist denn Ihr Batteriespeicher und wie viele Zyklen waren es denn ca. Über das Jahr gerechnet?

  3. Sehr guter Bericht über die PV mit Speicher. Wir haben seit 5 Wochen auch eine PV WP und Akku Speicher.
    Die App sieht gleich aus.Frage: wie kann man die E-Bike in der Verbrauer Statistik einbinden?

  4. Eine Frage hätte ich noch zur Verteilung der Leistung über ein Jahr, d.h. wieviel von der Jahresleistung fällt verteilt nach Monaten über das Jahr an? Gibt es da für verschiedene Regionen (Nebelrisiko im Winter) Statistiken, mit denen die Leistung der eigenen Anlage verglichen werden könnte?

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: