Seit ich vor über 11 Jahren eine Probefahrt mit einem Tesla Roadster machen durfte war ich von Tesla begeistert. Die Probefahrt war kurz, der Roadster war das anstrengendste Auto welches ich jemals gefahren bin und alles daran war improvisiert. Aber die Beschleunigung zu spüren, wie das Fahrzeug am “Gas-” oder eben Strompedal hing war eine einmalige Erfahrung.

In den Jahren danach hatte ich mehrmals das Vergnügen oder auch das Verlangen mit einen Tesla für ein paar Tage zu leihen und damit Erfahrungen zu machen. Das Gefühl der Beschleunigung war bei jeder Begegnung immer faszinierend, für mich aber nicht das wesentliche. Es war das Gesamtkonzept, das Bedienkonzept und spätestens mit der ersten Langzeitmiete eines Model 3 Ende 2019 wurde es für mich in den 4 Wochen klar, dass Elektromobilität vollkommen alltagstauglich und normal werden wird. Umsomehr habe ich mich gefreut, dass ich meine neugeborene Tochter mit dem Model 3 elektrisch auf Ihrer ersten Fahrt nach Hause mitnehmen konnte.

Die Tatsache, dass mein Dienstwagen noch einige Zeit dieseln musste und das ich für die kleine Familie doch eher auf das Model Y warten wollte hat dann dazu geführt, dass mein erster elektrischer Dienstwagen erst 2021 den Weg zu mir gefunden hat. Im Endeffekt ging es dann doch auf einmal ganz schnell.

Tesla Model Y Fahrbericht
Tesla Model Y Fahrbericht

Mein Model Y

Nachdem im Juli der Verkaufsstart für Deutschland begann, konnte ich auch Ende Juli das Fahrzeug dann zügig bestellen und es gab auch umgehend einen Liefertermin Ende August. Ich konnte als eines der ersten knapp 840 Tesla Model Y übernehmen. Dies obwohl ich noch die Konfiguration drei Wochen nach der Bestellung ändern musste. Denn Augen auf beim Dienstwagenkauf in Deutschland, nur die Basisausstattung des Model Y bleibt unter der magischen Grenze von 60.000€ und ist nur mit 0,25% zu versteuern.

Zum Glück ist die Basisausstattung beim Model Y so komplett wie wohl bei wenigen anderen Herstellern. Alleine die Zeit, die man sich im Konfigurator zu anderen Herstellern spart ist unglaublich. Der Bestellprozess dauert je nachdem ein paar Minuten und man ist durch. Toll gemacht.

Die ersten 14 Tage mit dem Model Y

Ich bin ja kein klassischer Autotester und Bilder des Model Y findet man ja genug. Viel mehr möchte ich hier über meine Erfahrungen mit dem Y sprechen.

  1. Das ganze Fahrzeug ist grundsätzlich einfach mal unaufgeregt. Nachdem man sich alles angeschaut hat, kennt man eigentlich alle Funktionen und Menus. Danach fühlt es sich herrlich normal an. Es gibt keine Knöpfe mit mystischen Symbolen die man auch nach Jahren noch nicht verstanden hat. Es funktioniert einfach und es scheint alles da zu sein was man so braucht.
  2. Es ist unglaublich effizient! Autobahn mit Durchschnittlich 114km/h und das mit 16,9kWh/100km ist schon Hammer für ein Fahrzeug dieser Gewichts- und Grössenklasse. (Ok, vielleicht hatte ich einfach gut Rückenwind)
  3. Nach einigen Tagen und mehreren Fahrten wird das Fahrerlebnis zum neuen Normal. Man gleitet dahin, der Fahrkomfort nimmt mit eingefahrenen Reifen noch zu und mit jedem Tag mehr fühlt es sich besser an. Das im Auto alles wohltuend reduziert und durchdacht ist entspannt so sehr. Alleine die 2 Ladeschalen für das Smartphone sind so geschickt integriert. Ein Auto gebaut für die Zukunft.
  4. Ein Supersportwagen (für mich). Die unglaubliche Leistung die in dem Fahrzeug schlummert und einfach mit dem Strompedal abgerufen werden kann erinnert immer noch an die erste Erfahrung mit dem Roadster (und die Beschleunigung liegt mit 5,0 Sekunden von 0 auf 100 0,7s unter dem Original Roadster).

Highlights

Und hier noch ein paar Highlights für Interessenten die für mich vielleicht schon wieder normal sind:

  • Das Panorama Dach aus Glas! Für mich immer noch ein Highlight was Tesla da geschaffen hat. Mittlerweile aus einem Stück und für die kleine mitfahrende Passagierin wohl das faszinierendste am Autofahren mittlerweile.
  • Die Staumöglichkeiten im Frunk und Trunk. Gerade der untere Bereich im Kofferraum ist super praktisch um PSA und Wanderschuhe immer dabei zu haben und trotzdem einen leeren Kofferraum zu haben. Die seitlichen Staufächer hinten sind praktisch für Sicherheitsweste und Ladekabel. Alles sofort griffbereit. Vorne kommt alles rein was nur selten gebraucht wird.
  • Der Touchscreen und das Userinterface. Ich muss immer schmunzeln, wenn ich eine Destination im Navi eingebe und an den vorher gemieteten eTron von Audi denken muss. Dort musste man nachdem man die Art des Ziels gewählt hatte, nach jeder Buchstabeneingabe gefühlte 2 Sekunden warten, dass das System sich wieder gerührt hat. Da war sogar mein 2012er Audi noch schneller. Bei Tesla funktioniert alles wie man es sich vom iPhone gewöhnt ist.
  • Integrierte Dashcam mit Rundumsicht. Auf Knopfdruck kann man Situationen einfach festhalten und danach im Stehen abspielen oder über den USB Stick abspeichern. Und zwar nach vorne, rechts, links und hinten. Alles wird aufgezeichnet.
  • Superschnell und übersichtliches Laden. Keine Ahnung warum, aber jedes elektrische Mietfahrzeug das ich in den letzten Monaten hatte, musste immer ein paar Denksekunden einlegen bis der Ladevorgang an AC- oder DC Ladesäulen startet. Bei Tesla scheint das anders zu funktionieren, man steckt ein und es lädt. (und zeigt auf dem Display supergross und einfach von aussen zu sehen an was es lädt).
Dank dem Technikblog sind wir auch in der Firma jetzt mit einer Clean Charge Kabelhalterung ausgestattet
Technikblog lesen lohnt sich, denn dank ihm haben wir in der Firma jetzt diese Clean Charge Kabelhalterung.

Fazit

Das einzig negative bisher? Das mir am Montag ein 2004er BMW an der Ampel ins Heck gefahren ist. Dafür gibt es dann vielleicht einen Folgebericht über die ersten Erfahrungen mit dem Tesla Bodyshop und zur Ersatzteilverfügbarkeit bei Tesla.

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Autor

Schweizer Ur-Blogger (leumund.ch) im Ruhestand (Twitter still alive), lebt und arbeitet seit 2012 in München-Bayern. Beruflich für die TSG Deutschland als Bereichsleiter Elektromobilität, Systeme und Marketing aktiv im Bereich Aufbau Ladeinfrastruktur und Zahlungslösungen. 

ommentar

  1. Peter Haug Reply

    Es ist ein sportlicher Wagen mit genügend Platz und fehlender Zuladung.
    Ich fahre auch meistens nur mit 2 Personen. Trotzdem kommt dieses Auto nicht in meine Auswahl. Dafür reicht das Model 3.
    Bei den Fahrten mit 4 Personen möchte ich nicht auf das Gepäck verzichten müssen.

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