Ich bin diesen Juni etwas länger mit der Familie und dem Volkswagen ID.4 unterwegs und mache Ferien. Zum Reisen mit dem ID.4 und viel Gepäck, folgt ein separater Post, in diesem hier geht es um allgemeine Infos und Tipps. Dabei freue ich mich natürlich über eure Inputs und Hinweise in den Kommentaren, bin gespannt was da so alles zusammenkommt.

Ganz wichtiges Statement vorab: Die Elektromobilität funktioniert auch für Reisen und das entgegen vieler Behauptungen völlig problemlos. Meistens sind die menschlichen Bedürfnisse für Ladestopps höher als die des Autoakkus…

Routenplanung mit Ladestops

Für die Routenplanung gibt es mittlerweile gute Apps und auch Fahrzeugnavis die sowas beherrschen. Vorgängig lässt es sich aber sicher bequemer mit einer App planen und dafür nutze ich zwei. Die bekanntere und mittlerweile sehr etablierte ist “A Better Route Planer“. Mein Favorit hingegen die neue Pump App. Sie ist optisch viel ansprechender und ich kann mein Fahrzeug direkt mit aktuellem Kilometerstand einbinden und entsprechend Routen planen. Einfach und gut gemacht, Kompliment an die Entwickler.

Pump App: Hilft beim Planen von Reisen mit dem Elektroauto

Unterkunft gezielt suchen!

Wer schon elektrisch fährt hat sich vielleicht beim Buchen von Unterkünften schon darauf geachtet. Viele Buchungsportale bieten bei Hotels & Wohnungen schon Filter für “Ladestationen für Elektroautos” an. Das ist enorm hilfreich und nutze ich gerade bei Hotelbuchungen schon seit “Jahren”. Sollte es nichts geben am Zielort, frage ich manchmal direkt beim Hotel an ob man an einer Steckdose laden dürfte oder suche gezielt öffentliche Ladestationen in der Nähe.

hotels.com bietet beispielsweise Filter an für Elektroauto-Ladestationen
hotels.com bietet beispielsweise Filter an für Elektroauto-Ladestationen

Verbrauch: Dachbox, Veloträger etc. erhöhen den Verbrauch

Wer die Ferien mit dem Elektroauto mit zusätzlichem Gepäck plant und dafür eine Dachbox und / oder einen Veloträger nutzen möchte, sollte sich auf einen erhöhten Verbrauch einstellen. Das heisst bisherige Normverbräuche die man üblicherweise hat oder die ein Routenplaner annimmt, gelten dann nicht mehr. Ich berichte noch ausführlich von meinen Erfahrungen beim ID.4 in einem neuen Beitrag. Aber 2-4kWh/100km sollte man zusätzlich als Marge einrechnen. Damit sinkt die Reichweite jeweils etwas.

Achtung: Dachbox und Veloträger erhöhen den Verbrauch und senken damit die Reichweite
Achtung: Dachbox und Veloträger erhöhen den Verbrauch und senken damit die Reichweite

Ladekarten fürs Ausland?

Das Thema Ladekarten ist auch immer aktuell, ich habe durch mehr als 4 Jahre Elektromobilität einige angesammelt und noch weitere Apps dazu. Mittlerweile nutze ich fast ausschliesslich WeCharge von Volkswagen, das für ID-Fahrer tolle Sondertarife bietet. Für Fahrten in Europa, also ausserhalb der Schweiz, empfehle ich mindestens 2 Ladekarten dabei zu haben. Falls eine streikt, kann man es mit der anderen noch versuchen oder die dazugehörigen Apps verwenden. In den letzten 2 Jahren hatte ich die besten Erfahrungen mit diesen 3 Anbietern gemacht:

Plugsurfing RFID Anhänger
Plugsurfing RFID Anhänger

Laden in der Ferienwohnung?

Für das Laden des Elektroautos in der Ferienwohnung sollte man vorerst mit dem Vermieter klären ob das okay ist. Finde ich ganz wichtig und hat auch sicherheitstechnische Relevanz, wie gut eine Steckdose abgesichert ist und auch wie alt die Installation ist. Der “Notlade-Ziegel” des Fahrzeugs kann hierfür genutzt werden, im Ausland und bei anderen Steckertypen sind aber Adapter nicht ganz ungefährlich, weil diese teilweise nicht für hohe Dauerbelastungen gebaut wurden. Ideal für solche Zwecke sind mobile Ladegeräte mit verschiedenen Steckertypen wie der neue NRGkick oder der Juice Booster 2, den ich auf meiner Reise dabei habe. Vorteil dieser beider Geräte: Der maximale Strom für den entsprechenden Adapter wird erkannt.

Das Elektroauto in der Ferienwohnung laden mit dem Juice Booster 2
Das Elektroauto in der Ferienwohnung laden mit dem Juice Booster 2

Laden beim Einkaufen etc.

Man muss nicht zwingend bei der Unterkunft laden, sondern kann dies während An- und Abreise tun. Eine weitere und sehr bequeme Möglichkeit ist auch das Laden beim Einkaufen oder Sightseeing. Wir waren bei einem typischen italienischen Markt in einer näheren Stadt, da hat es gleich geklappt mit der Ladestation. Auch ganz gut zu wissen, Ladestationen findet man mit den üblichen E-Mobility Apps oder eben ganz einfach und simpel über Google Maps, wie ich schon berichtet hatte.

ID.4 am Laden in Italien bei Enel X
ID.4 am Laden in Italien bei Enel X

Fazit

Den wichtigsten Teil des Fazits habe ich zu Beginn des Artikels schon vorweg genommen. Die Elektromobilität ist heute so weit, das Urlaubsreisen problemlos möglich sind. Je nach Zielort und Entfernung bedarf es etwas mehr Vorbereitung oder sogar gar keiner. Auch das Navigationssystem des VW ID.4 plant Routen mit passenden Ladestops, man könnte also auch einfach losfahren. Mit den obigen Tipps & Tricks ist man aber auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

Autor

Im März 2010 habe ich Technikblog ins Leben gerufen. Seither blogge ich mehrmals wöchentlich über technische Themen die mich faszinieren und im Alltag begleiten, das beginnt bei Smartphones, Computer, Gadgets, technischen Spielereien bis hin zu HowTo-Anleitungen und Testberichten zu Smart Home Einrichtungen und Elektrofahrzeugen.

ommentare

  1. Hallo Hans,

    Die App “Pump” ist (noch) nicht auf Android verfügbar, daher kommt sie nicht für alle in Frage. Zudem kann ich in ABRP meinen Tesla P85D auswählen und er kennt die Durchschnittsverbräuche des Fz, was er in die Berechnung mit einbezieht. Und natürlich kennt er die Tesla Supercharger, welche das Reisen mit einem e-Fahrzeug x-fach entspannter machen. Was Du jedoch nicht erwähnt hast, sind die Teils hohen Ladekosten im Ausland, sowie den Verbrauch mit allen Passagieren und dem Zusatzgepäck. In Österreich habe ich mal an einer 22kW nachgeladen und war damals über die ca. 45 cent/kWh erschocken. Da ich nocht das Fahrzeug-Leben lang gratis Supercharger-Laden habe, muss ich die Kosten nicht in die Reiseplanung mit einbeziehen, doch die kosten für Karten, Abos und Ladung sollte man nicht vergessen. Auch zu erwähnen ist der höhere Zeitaufwand durch die Ladestopps beim Reisen. So waren es bei mir von Winterthur zum Gardasee zwei Stopps, welche wir jeweils nutzten, um was zu Essen. Noch ein Tipp für die, welche noch nicht tausende Reise-km abgespult haben: Man soll sich beim Reisen durch unsere Berge nicht vom Verbrauch und der theoretischen Restreichweite beirren lassen, wenns z.B. zum Gr. St.Bernhard den Berg hoch geht, denn wenn man Oben angekommen noch 23% SoC hat, dann kann man beim Runterfahren soviel rekuperieren, dass man im Tessin wieder 27% im “Tank” hat. Ein Benziner kann das nicht 🙂 Ich war erstaunt, dass das Navi im Tesla dies sogar berücksichtigt hat und ich mit lediglich 2% Differenz (10% anstatt prognostizierten 8%) am Supercharger Melide angekommen bin. Bei den Hotels habe ich noch gemischte Erfahrungen gemacht. Nicht immer wird die Ladeleistung angegeben (ausser bei Tesla Destination-Charger) und das Letzte Mal musste ich gar den roten Adapter für den Ladeklotz rauskramen. An 230V musste ich zum Glück nie laden. Last but not least, bleibt ja das Auto in den Ferien gerne ev. 1 Woche stehen. Ohne zu laden hat hier mein Tesla knapp 1% Verlust pro Tag. Das ist eine Eigenheit, die bei jedem e-Mobile anders ist, aber man dies doch berücksichtigen muss. Wenn ich also in Genua auf eine Kreuzfahrt gehe, dann muss ich damit rechnen, dass mein Tesla 7% weniger Ladung hat. Wenn dann beim Stehen die Sonne noch für starke Erwärmung sorgt, dass springen Umwälzpumpe und Kühler zusätzlich an, damit die Akkus nicht zu heiss werden. Also am Besten kennt man das e-Mobile mit seinen Eigenheiten schon ein paar Monate bevor man in den Urlaub fährt, dann ist es wie gesagt, absolut kein Problem. LG, Roger

  2. Pingback: Familien-Ferien mit dem VW ID.4 - inklusive Dachbox und Fahrradträger

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