Mini Cooper SE im Test

Auch MINI schliesst sich dem Trend zur nachhaltigen Mobilität an und brachte mit dem Cooper SE den ersten vollelektrischen Mini auf den Markt. Einen Mini bin ich bisher noch nie gefahren, so war meine erste Mini Erfahrung auch gleich elektrisch und mit viel Freude verbunden. Hier meine Eindrücke nach einigen Tagen mit dem 3-Türer.

Mini Cooper SE Highlights

  • Elektromotor mit 135 kW/184 PS und 270 Nm.
  • Reichweite von 235 bis 270 Kilometern
  • Schnelladen mit bis zu 50 kW möglich
  • Agilität durch tiefen Fahrzeugschwerpunkt, Vorderradantrieb und aktornahe Radschlupfbegrenzung
  • Beschleunigung von null auf 60 km/h in 3,9 Sekunden und von null auf 100 km/h in 7,3 Sekunden.
  • Charakteristisches Design des MINI 3-door mit modellspezifischen Akzenten.
  • Zweistufig konfigurierbare Rekuperation für individuelles One-Pedal-Feeling.
Optisch ein reiner Mini - darunter voll elektrisch
Optisch ein reiner Mini – darunter voll elektrisch

Technik

Reinsitzen, “Start/Stop Hebel” antippen und losdüsen. Geräuscharm, stillvoll und mit richtig Drehmoment – so kann man den Mini Cooper SE kurz beschreiben. Der Mini ist äusserlich nämlich ein Mini geblieben. Sein Fahrzeugkonzept basiert auf dem MINI 3-door: Abmessungen, Design, Platzangebot und Innenraum entsprechen den herkömmlich angetriebenen
Fahrzeugen. Also wer Mini kennt wird sich sofort wohlfühlen – für mich war es erst an rantasten – das ging aber ganz schnell.

Mini Style im Innenraum
Mini Style im Innenraum

Ein ganz wichtiger Schalter ist nämlich jener links von “Start/Stop”. Dieser lässt die Rekuperationsstärke einstellen. Per default ist diese auf stark eingestellt und man kann hier mit einem Druck auf leicht umstellen. Für Umsteiger ganz praktisch, für richtiges One-Pedal-Drive aber unbedingt auf stark lassen. Damit geht es sehr gut, die letzten paar Meter dürfte es noch stärker verzögern.

Mini electric Innenraum
Mini electric Innenraum

Im Innern dominiert ganz klar die MINI-Optik. Dabei hat der Fahrer eine Instrumentenanzeige aus einem 5,5″ Farbdisplay (“Black-Panel-Design”) hinter dem Lenkrad mit den wichtigsten Infos zu Gewschwindigkeit, Ladezustand etc. angezeigt werden. In der Mitte das optisch dominante Zentralinstrument mit 6.5″ Grösse und zahlreichen Daten wie Navigation, Telefonie, Medien etc. Hier ist übrigens Apple Carplay möglich, dabei sogar wireless. Das Smartphone muss man also nicht mittels Kabel anschliessen, sehr angenehm und wie auf dem Bild zu erkennen sogar im Splitscreen nutzbar.

Mini Cooper SE App
Mini Cooper SE App

MINI Connected App

Passend zum Fahrzeug gibt es auch eine App zum Fahrzeug, die MINI Connected App. Diese erlaubt es das Fahrzeug von überall her anzupingen und Infos abzuholen. Wie Ladezustand und Restreichweite. Ich kann aber auch bequem vom Smartphone aus Ziele ans Fahrzeug schicken und dort dann bequem die Navigation starten. Was ich in den heissen Tagen des Tests sehr oft genossen habe ist das Vorklimatisieren auf Befehl.

Platzverhältnisse im MINI
Platzverhältnisse im MINI

Platzverhältnisse

Der Mini electric basiert auf dem 3-Türer und spätestens bei den Platzverhältnissen wird das einem bewusst. Rücksitze sind zwar verbaut, aber in der Realität kaum nutzbar. Wenn ich mit fast 2 Metern Körpergrösse auf dem Fahrersitz eingerichtet bin, steht der Sitz an der Rückbank an. In diesem Fall wäre es maximal möglich zwei kleine Personen zu befördern, die sich etwas eingeschränkt den Platz auf der Beifahrerseite (hinten und vorne) teilen. Der MINI electric ist also klar ein Fahrzeug das für 2 Personen ausgelegt ist, vielleicht mal für kurze Strecken eine Dritte. Der Kofferraum gross genug für Einkäufe oder mit runtergeklappter Rückbank auch für einen grösseren Ausflug zu zweit. Wer über 1.90m ist, dürfte auch als Fahrer etwas Mühe haben. Ich hatte immer mit dem Kopf das Dach berührt, ist etwas unangenehm und daher würde ich gross gewachsenen empfehlen den Mini länger Probe zu sitzen, bevor man ihn kaufen sollte.

Mini electric

Fahrbericht

Der Mini Cooper SE macht definitiv Spass beim Fahren und das hat mit der guten Beschleunigung des kleinen Flitzers zu tun. In 3.9 Sekunden auf 60km/h beschleunigen, da drückt man schon mal aufs Pedal und hat Fahrfreude pur. Dabei muss man sich hüten, die Vorderräder ziehen den Wagen richtig nach vorn mit den 184 PS und 270Nm. Dabei merkt man das hier die Antriebsschlupfregelung arbeiten muss, damit die Räder nicht stark durchdrehen. Der Mini liegt gut in der Kurve und lässt sich in 4 Fahrmodi fahren. Nebst dem “Standard” Programm gibt es noch Sport und zwei ECO-Modi zum sparsamen fahren. Sportmodus macht noch etwas mehr Spass und bringt die volle Leistung auf den Boden, während im Eco-Modus Green und Green+ auf maximale Effizienz oder gar Komforteinschränkung optimiert wird um mehr Reichweite herauszuholen. Diese Modis waren bei mir nie nötig, ich fuhr entweder standard oder im Sportmodus.

Touchdisplay mit 6.5" im Zentralinstrument
Touchdisplay mit 6.5″ im Zentralinstrument

Verbrauch & Reichweite

Im Mini Cooper SE steckt eine Batterie mit einer Brutto-Kapazität von 32.6kWh. Wer sich etwas auskennt wird schnell merken, das ist die Technik des Konzern Bruders dem BMW i3(s). Entsprechend sind auch Ladedaten in den folgenden Abschnitt vergleichbar mit dem i3. Mini gibt für den SE einen Verbrauch von 13.2 bis 15.0 kWh/100km an – entspricht einer Reichweite von 235 bis 270km nach WLTP Fahrzyklus. Ich habe über den gesamten Testzeitraum von mehr als einer Woche einen Durchschnittsverbrauch von 13.6kWh/100km erreicht, trotz vielen Kilometern auf der Autobahn. Auf einem 160km langen Trip mit Fokus auf Verbrauch habe ich gar 12.9kWh/100km erreicht. Das heisst für mich der Mini kann problemlos die WLTP Angaben erfüllen. Dank verbauter Wärmepumpe ist der Verbrauch auch im Winter wohl nicht viel höher und das Auto damit effizient unterwegs – sehr gut gemacht.

Easee lädt den Mini Cooper SE - geregelt vom Solar Manager
Easee lädt den Mini Cooper SE – geregelt vom Solar Manager

MINI Cooper SE zu Hause laden

Vorbildlich ist im Mini electric ein 11kW On-Board-Charger verbaut. Das heisst über drei Phasen wird mit jeweils 16A geladen, mit einer entsprechenden Wallbox sind dann entsprechend 11kW maximale Ladeleistung möglich. Das ergibt folgende Ladezeiten:

  • 0% auf 80%: 2.5 Stunden
  • 0% auf 100%: 3.5 Stunden

Ich habe den Mini Cooper SE daheim an der Easee Home Wallbox geladen. Diese lässt sich perfekt vom Solar Manager regeln und so konnte ich den Mini während meines Tests rein mit Solar-Energie beladen.

Schnelllader von Gofast mit dem Mini electric
Schnelllader von Gofast mit dem Mini electric

MINI Cooper SE unterwegs laden

Unterwegs laden heisst für mich DC laden, sprich schnell laden. Im Mini Cooper SE bedeutet das gemäss Datenblatt mit maximal 50kW nachzuladen. Natürlich habe ich auch das gemessen und ausprobiert und bin mit einer Restladung von 31% an einen Schnelllader von Gofast gefahren. Das ist ein idealer Bereich um den Test zu machen, da sollte die volle Ladeleistung abgerufen werden können. Schnell wurde auf 45kW hochgefahren und nach wenigen Minuten lud der Mini Cooper Se mit etwas mehr als 47kW. Das ist tiptop und reicht für einen Kleinwagen aus meiner Sicht gut aus.

Mini Cooper SE

Fazit

Der Mini Cooper SE macht genau was er soll, nämlich den vollelektrischen Antrieb mit dem klassischen Mini Design zu verbinden. Da ich lange Zeit einen BMW i3 gefahren bin, erkannte ich sofort die Parallelen und muss sagen, die Umsetzung wurde gut gemacht. Erstaunt haben mich die Verbrauchswerte, welche ich auf Grund des Designs als höher eingestuft hätte. Preis-/Leistung ist hier im Verhältnis etwas hoch in Anbetracht der Batteriekapazität – ich bin mir aber sicher, dass der Mini Cooper SE seine Kunden finden wird. Er deckt mit der Reichweite und Ausstattung alles ab für ein Zweitauto oder als Stadtauto, das aber auch für kleine Roadtrips durchaus geeignet ist, wenn man will. Also aus meiner Sicht decken sich die Anforderungen eines Mini 3-door Käufers mit der Reichweite des Cooper SE – perfekter Match also.

Den hier getesteten Mini Cooper SE 3 Door mit maximaler Ausstattung (Trim XL) gibt es für 44’520.- CHF. Der Basispreis liegt bei 39’900.- CHF.

Hans
Autor

Im März 2010 habe ich Technikblog ins Leben gerufen. Seither blogge ich mehrmals wöchentlich über technische Themen die mich faszinieren und im Alltag begleiten, das beginnt bei Smartphones, Computer, Gadgets, technischen Spielereien bis hin zu HowTo-Anleitungen und Testberichten zu Smart Home Einrichtungen und Elektrofahrzeugen.

ommentare

  1. Avatar

    Auch der Preis der Benziner ist ja auch eher etwas hoch bei den Minis. Aber mal ein gutes erstes Modell.

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