Der bekannte E-Mobility-Youtuber Bjørn Nyland, einen der wenigen guten Channels zu dem Thema den ich auch abonniert habe, hat einen Weltrekord aufgestellt. Das Ziel war es in 24 Stunden möglichst viele Kilometer rein elektrisch zurückzulegen. Dabei hat sich Bjørn und sein Team für ein Tesla Model 3 entschieden. Wegweisend an einem solchen Versuch ist natürlich das Laden, hier hat man sich für Ionity Ladesäulen anstatt Tesla Superchargern entschieden, weil diese in Europa mehr Ladeleistung zur Verfügung stellen können.

24h Weltrekord im Model 3

Der bisheriger Weltrekord lag bei 2’644km aufgestellt von einem Deutschen im Jahr 2019, ebenfalls in einem Model 3. Der Versuch von Bjørn sollte ebenfalls in echten Bedingungen gefahren werden, so entschied man sich für deutsche Autobahnen in Mecklenburg-Vorpommern. Da wurde explizit eine Runde auf der A20-Autobahn ausgesucht, weil diese Strecke wegen der hohen möglichen Geschwindigkeiten und der Nähe zu IONITY-Schnellladestation als ideal erschien. Dabei wurde alles detailiert geplant, so hat zum Beispiel der Betreiber dieser Station die Authentifizierung bei der betreffenden Ladestation ausgeschalten. Damit konnte Zeit gewonnen werden. Ionity wurde übrigens als Ladestation ausgewählt, weil diese in Europa mehr Leistung am Model zur Verfügung stellt als die hauseigenen Supercharger im aktuellen Stand.

Das Tesla Model 3 in der “Long Rang AWD” Ausführung mit 18er Aero-Felgen wurde dabei während der Rekordfahrt mit einer hohen Durchschnittsgeschwindigkeit von 160 km/h gefahren. Das ist natürlich nicht Verbrauchsoptimiert, sondern hier ging es darum möglichst schnell, viele Kilometer zurückzulegen. Die Strecke war nämlich so ausgelegt, dass an der Ladestation immer bis rund 64% geladen wurde. Bekannterweise hat man im unteren SoC-Bereich des Akkus die höchsten Ladegeschwindigkeiten, im Video sind 186kW Ladeleistung zu sehen, was natürlich enorm ist. Rechnet man die Ladezeiten ein, ergibt sich eine Durchschnittsgeschwindigkeit über den gesamten Zeitraum von fast 116 km/h. Der Rekord wurde trotz häufiger Regenperioden und Gegenwind aufgestellt.

Fazit

Ich habe den Versuch etwas im Livestream verfolgt und auch in der Vorbereitung. Fand ich sehr spannend auch technisch interessant. Auf jeden Fall zeigt es auf der einen Seite, dass Elektromobilität und lange Distanzen grundsätzlich kein Problem sind. Auf der anderen Seite aber auch wie minutiös das geplant wurde um den Rekord zu schaffen.

Autor

Im März 2010 habe ich Technikblog ins Leben gerufen. Seither blogge ich mehrmals wöchentlich über technische Themen die mich faszinieren und im Alltag begleiten, das beginnt bei Smartphones, Computer, Gadgets, technischen Spielereien bis hin zu HowTo-Anleitungen und Testberichten zu Smart Home Einrichtungen und Elektrofahrzeugen.

ommentare

  1. Klingt zwar grundsätzlich interessant und natürlich imposant, hat aber mit “echten Bedingungen” sehr sehr wenig zu tun:
    – flaches Land (Meck-Pomm)
    – Autobahn mit sehr wenig Verkehr (wenige Beschleunigungsphasen)
    – modifizierte Ladestation (keine Authentifizierung nötig)
    So gesehen ein “Weltrekord” mit vollständiger Eliminierung störender Parameter. Die einzige “echte Bedingung” war, dass es eine öffentliche Strasse war.

    Bezogen auf die 24h Reiseleistung eines Verbrenners, der an jeder beliebigen Tankstelle innert 5 Minuten 75 Liter als nötige Energiemenge für die nächsten 1000km zu “laden” (inkl. Bezahlung) imstande ist, sieht es für das Elektroauto immer noch nicht gut für weite Strecken aus (einigen wir uns auf die Definition von “weite Strecke” auf min. 400km?), vom Praxisbezug ganz zu schweigen.

    Meine typische Langstrecke ist knapp 500km lang, führt vom Grossraum Zürich in die Mitte Deutschlands (nördlich FF/M, südlich Köln) und wird erledigt – wenn es läuft – in unter dreieinhalb Stunden bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 142km/h unter Einhaltung aller auf dieser Strecke vorhandenen Geschwindigkeitslimits nebst Grenzübertritt (=Beschleunigungsphasen). Der Tank ist danach noch halb voll. Das ist nicht nur ein Fahrprofil (Hügel, Verkehr, Baustellen), das den benannten “echten Bedingungen” entspricht, sondern wird ausserdem von allen verfügbaren Zusatzverbrauchern (Navi, Radio, Klima, Heizung…) begleitet. Ich habe ja meinen Stromgenerator dabei. Mit dem Model 3 wären bei diesem Ritt sicher zwei Ladestops à 60 Minuten fällig und es wird eine Tagesreise daraus.

    • “echte Bedingungen” klingt natürlich etwas besser als es wirklich war. Für deinen Trip sind sicher keine zwei Ladestops zu je 60 Minuten fällig. Bei 500km Distanz würde ich mit einem Stop rechnen, wenn du zweimal einfach schnell 15min lädst wird es aber auch reichen so von der Hand geschätzt. Aber das beste wäre, du probierst es einfach mal und berichtest 😉

  2. Sehr spannend, dieser Versuch. Ich bin überrascht, dass die Geschwindigkeit im Schnitt nicht höher war.
    Wie lange stand der Wagen denn an der Ladesäule? War der Akku vorher ganz voll und am Ende ganz leer?

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