Bowers and Wilkins Formation Wedge im Test

Ich habe vor einigen Wochen hier über das neue Multiroom-System von Bowers & Wilkins berichtet, die Formation Suite soll in diesem Bereich neue Massstäbe setzen. Das High-End Sound System der britischen Lautsprecher-Schmiede kommt in einem aussergewöhnlichen Design daher und soll besonders durch Klangeigenschaften und Technologie überzeugen. Erfreulicherweise wurde ich von B&W zu einer Vorführung aller Komponenten eingeladen und den Formation Wedge darf ich für “Technikblog” auch genauer testen. Nachfolgend meine Eindrücke der B&W Formation Suite.

Komponenten der Formation Suite

  • Bowers & Wilkins Formation Duo: kabellose Wireless Aktiv-Regallautsprecher, welche sich als Hauptlautsprecher im Wohnzimmer eignen. Angelehnt an die hauseigene 700er Serie mit Carbon Dome Tweeter-on-Top-Design sowie der Continuum-Membran aus der 800er Serie.
  • Bowers & Wilkins Formation Wedge: quasi der Nachfolger des beliebten Bowers & Wilkins Zeppelin – nur moderner und auf dem neusten Stand. Der Stereo-Lautsprecher mit je zwei Hochtönern und zwei Mitteltönern sowie einem integrierten Subwoofer in einem Lautsprecher
  • Bowers & Wilkins Formation Bar: elegante Soundbar für den TV und mit besonderem Design. Zahlreiche Lautspercher liefern  einen brillianten, klaren Ton für den Fernseher.
  • Bowers & Wilkins Formation Bass: der Subwoofer für ein optimales Formation-Setup und perfekt passend zur Formation Bar. Kabellos gekoppelt hilft der Bass auch grössere Räume, die vielleicht nicht optimal den Duo oder Wege ausgefüllt werden können, optimal zu beschallen.
  • Bowers & Wilkins Formation Audio: der Wireless Audio Hub bringt vorhandene Audio-Quellen mit den Komponenten der Formation Serie zusammen. Der Formation Audio bietet mehrere Anschlüsse (analog und digital) und einen leistungsfähigen, integrierten ADC (analog/digital Konverter) sowie einen DAC (digital/analog Konverter).
B&W Formation Wedge von oben
B&W Formation Wedge von oben

Lieferumfang Formation Wedge

Beim Heben der Verpackung mit dem Formation Wedge merkt man schon, das sich mit den 6.5kg ein solider Lautsprecher in der Verpackung befindet. Nebst dem Formation Wedge ist aber im Lieferumfang nicht viel enthalten, gerade das nötigste. Dazu gehören zwei Netzkabel, eines für Grossbritannien sowie der 2-polige EU-Stecker der auch in der Schweiz passt. Nebst dem eigentlichen Material gibt es noch eine Kurzanleitung, Garantieinformationen und eine sechzigtägige Lizenz für den Musik-Dienst Roon. Optional kann man für den Formation Wedge noch Wandhalterungen oder Tripods (Ständer mit drei Füssen) kaufen um ihn auch anders zu platzieren als auf einem Möbel.

Design und Verarbeitung

Von der Verarbeitung hatte und habe ich bei B&W noch nie bedenken, was sich auch mit der Formation Suite so bestätigt. Hochwertig und edel verarbeitet wird auch beim Multiroom-System gross geschrieben und durchgezogen. Auch mit dem Auge aufs Detail, zum Beispiel beim Stromstecker. Dieser befindet sich unterhalb des Wedge und eine kleine Öffnung auf der Rückseite lässt das Kabel dezent im Hintergrund verschwinden sehr schön umgesetzt.

Rein optisch und vom Design her macht der Formation Wedge von B&W natürlich eine tolle Figur im Wohnzimmer. Mit der rund 120° Abdeckung und Anordnung der Lautsprecher vorne, kann er entweder vor einer Wand oder auch in einer Ecke positioniert werden. Im Showroom viel mir die dezente Rückseite der weissen Version auf, während die schwarze mit einem edlen Stück Holz auf der Rückseite punktet. Für mich daher die optisch schönere Wahl. Besonders auffällig ist natürlich die wabenartige Form mit dem Stoffüberzug auf der Vorderseite, die mir sehr gut gefällt. Achtung bei der Grösse, der Formation Wedge misst 23 x 44 x 24cm und wiegt wie erwähnt beachtliche 6.5kg.

Die edle Rückseite des Formation Wedge in schwarz
Die edle Rückseite des Formation Wedge in schwarz

Einrichtung

Um mit der Einrichtung zu beginnen, muss man sich die Bowers & Wilkins Home App (Link iOS / Link Android) installieren. Ich habe meinen Lautsprecher nicht ins LAN eingebunden, sondern ich möchte ihn bewusst über WLAN betreiben und einrichten. Die App findet keinen Lautsprecher, was ich auch erwartet hatte und plötzlich erscheint er da doch. Da ich ihn noch nicht mit dem heimischen WLAN verbunden hatte, nehme ich an er wurde über Bluetooth gefunden. Entsprechend kann ich ihn nun einem Raum zuweisen. Danach muss die “Form-Taster” auf dem Formation Wedge gedrückt werden und man kann den Lautsprecher nun in das heimische WLAN einbinden. Nach der Anbindung kam bei mir sofort die Meldung, dass eine neue Firmware für den Lautsprecher bereit steht. Diese habe ich mir natürlich installieren lassen und danach war ich schon ready für den Einsatz. Alles in allem dauerte bei mir die Einrichtung wie man an den Screenshots sieht keine 5 Minuten.

Bowers Home App - Einrichtung Formation Wedge
Bowers Home App – Einrichtung Formation Wedge

Bedienung und Technologie

Die Bedienung des Wedge ist edel und sehr simpel gelöst. Auf der Oberseite befindet sich eine Touch-Oberfläche mit den nötigsten Bedienelementen. Diese sind nicht sonderlich stark hervorgehoben und wirken eher dezent. Kommt man in die Nähe des Bedienpanels, löst der Annäherungssensor die Beleuchtung aus und die Tasten sind gut sichtbar. Finde ich wiederum ein nettes und dezentes Feature, das einfach gefällt. Nebst Play/Pause und den Lautstärketasten, kann über das Formation Logo die Wiedergabe aus einem anderem Raum übernommen worden. Das habe ich so im Showroom demonstriert bekommen und funktionierte einwandfrei.

Die Idee hinter der Formation Suite mit einem eigenen Mesh-Netzwerk, das zwischen allen Komponenten aufgebaut wird ist ganz simpel und klar: Bowers & Wilkins wollte ein eigenes Funknetzwerk dediziert aufbauen um möglichst jede Verzögerung in einem Multiroom-System zu eliminieren und mit noch höheren Synchron-Anforderungen bei Stereo-Lautsprechern eine perfekte Abstimmung erreichen. So haben die Formation Suite Lautsprecher zwar Bluetooth und WLAN an Board, aber eben auch getrennte Funksysteme und eigenen Antennen für das proprietäre Mesh-Netzwerk. Damit sollen Synchronisationszeiten im selben Raum (Stereo) untern einer Mikrosekunden liegen und über mehrere Räume hinweg (Multiroom) bei rund einer Millisekunde. Hier kann ich nur aus den Erfahrungen im Showroom berichten, da mit dem Wedge alleine zu Hause das nicht nachgestellt werden kann. Hat im Showroom natürlich hervorragend funktioniert, wobei ich jetzt nicht die zeitlichen Unterschiede gemessen habe sondern gefühlt ein tolles und synchrones Musikbild.

Bedienung des Formation Wedge
Bedienung des Formation Wedge

Zuspieler

Die Bowers Home App dient zur Einrichtung und Verwaltung der Lautsprecher, so habe ich mittlerweile auch schon zwei Firmware Updates aufgespielt. Finde ich löblich, was ich so von B&W höre will man die Produkt-Linie stetig verbessern und um Funktionen erweitern. Sind die Lautsprecher wie oben beschrieben eingerichtet, kann man diese bespielen. Ganz wichtig, die Bowers Home App dient nicht als Zuspieler. Dazu gibt es den einfachen Weg direkt über Bluetooth und bei Apple Usern über AirPlay 2. Das funktioniert einwandfrei und angenehm, dürfte mittlerweile jeder kennen. Alternativ steht auch Spotify Connect zur Verfügung, dann kann direkt über den Streamin-Anbieter auf den Lautsprecher gespielt werden, dazu muss man natürlich im selben WLAN sein. Für wirklich hochwertigen Musikgenuss ist Roon eingebunden, dabei handelt es sich um Musik-Software, die Musik mit bis zu 24 Bit bei 96 Kilohertz abspielen kann.

Klang

Wichtig ist es den Aufbau des Formation Wedge zu kennen. Im abgerundeten Speaker steckt nämlich mittig angeordnet und leicht nach oben gerichtet ein 80 Watt Subwoofer. Daneben befindet sich auf beiden Seiten je auch nach oben und seitlich ausgerichtete Mittel- und Hochtöner. Beide leisten jeweils 40 Watt, total also sehr viel Power für den Lautsprecher. Die Positionierung der Hoch-, Mittel- und Tieftöner hilft ein raumfüllendes Klangbild zu generieren für einen doch kompakten Einzellautsprecher. Mehr zu dieser Anordnung gibt es im kurzen Produktvideo von B&W selbst:

Beeindruckt war ich besonders bei der Vorführung im Showroom von der ganzen Palette die Bowers & Wilkins anbietet, wirklich sehr eindrücklich und kann ich nur empfehlen selbst mal reinzuhören wenn sich die Gelegenheit bietet. Besonders das Stereopaar “Formation Duo” hat es mir angetan, leider aber derzeit nicht gerade meine Preisklasse für Lautsprecher. Den Formation Wedge konnte ich nun einige Zeit zu Hause testen und in den eigenen vier Wänden ist das doch immer etwas anders. Ich habe dabei mit verschiedenen Positionen gespielt und klar ist jetzt schon, er stellt alle anderen Lautsprecher in den Schatten. Für die Baugrösse des Wedge und die Tatsache, dass es sich um einen Lautsprecher und eben kein Paar handelt, bin ich von der Präzision der Wiedergabe sehr überzeugt. Besonders im Tiefton, wenn man die Lautstärke etwas erhöht, überzeugt mich der Wedge und hätte ich weniger erwartet. Dabei gibt es auch enorm Druck und je nachdem wo er platziert ist, muss man gewisse Gegenstände umplatzieren wegen Vibrationen. Die Präzision setzt sich bis in die hohen Tonlagen fort, je weiter Weg man sich in den Raum bewegt, desto mehr kommt auch ein fast echtes Stereogefühl auf. Sehr eindrücklich was B&W hier abliefert und gegenüber dem bei mir zu Hause stark verbreiteten Sonos Multiroom-System kein Vergleich, hier spielt eine andere Liga.

Optisch ein Hingucker: B&W Formation Wedge
Optisch ein Hingucker: B&W Formation Wedge

Fazit

Bowers & Wilkins werden ihrem Namen gerecht und liefern mit der Formation Suite hochwertig verarbeitete Lautsprecher mit eigener Netzwerk-Technologie und hervorragendem Klang ab. Der Formation Wedge stellt für mich ein wenig das Einstiegsprodukt dar, das optisch auch einfach im Wohnraum eingegliedert werden kann. Für meine Bedürfnisse reicht das Volumen bei uns auch für Wohn-/Esszimmer und eine tolle Beschallung. Der direkte Vergleich mit Sonos, dem führenden Multiroom-System-Anbieter schlägt bezüglich Klang klar für Bowers & Wilkins aus, da spielt der britische Hersteller in einer anderen Liga, was sich auch im Preis niederschlägt. Bemängeln kann ich wenig bis nichts: Als Apple User ist man mit AirPlay 2 natürlich gut bedient, von Android aus fehlen Zuspieloptionen nebst Spotify Connect und Bluetooth. Entsprechend würde ich mir wünschen, dass B&W hier noch weitere Zuspielmöglichkeiten aufbaut. Erst dank dem System wurde ich aber auf Roon aufmerksam und bin aktuell damit etwas am rumprobieren, eine spannende Musik-Software die ich nicht auf dem Radar hatte.

Wer also ein hochwertiges Multiroom-System sucht oder einfach einen optisch geilen Einzellautsprecher mit tollem Klangbild sucht und die Investition nicht scheut, ich kann den B&W Formation Wedge nur empfehlen. Die hohe Qualität bei Verarbeitung und Klang haben aber ihren Preis, der B&W Formation Wedge kostet 1’150.- CHF.

Hans
Autor

Im März 2010 habe ich Technikblog ins Leben gerufen. Seither blogge ich mehrmals wöchentlich über technische Themen die mich faszinieren und im Alltag begleiten, das beginnt bei Smartphones, Computer, Gadgets, technischen Spielereien bis hin zu HowTo-Anleitungen und Testberichten zu Smart Home Einrichtungen und Elektrofahrzeugen.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.