eBlocker2 im Test

Ich habe hier vor rund 1.5 Jahren den eBlocker vorgestellt und getestet. Der kleine Würfel hilft dem Anwender wieder die Hoheit über seine eigenen Daten zu gewinnen. Mit dem neuen eBlocker2 wurden vor allem Verbesserungen in der Bedienung umgesetzt und die Möglichkeiten noch etwas erweitert. Die Idee des eBlockers ist ganz einfach, mit einem einzigen Gerät im Haushalt werden alle Internet-fähigen Geräte geschützt. Egal ob Mobiltelefon, Tablet, Windows-Computer oder Mac. Keine zusätzlichen Plugins, der eBlocker2 erledigt alles.

Möglichkeiten des eBlocker2:

  • Blockiert Datensammlung über Online-Werbung
  • Erschwert Tracking
  • Schutz der Privatsphäre für alle Nutzer im Heimnetzwerk
  • Tarnt die Identität Ihrer Netzwerkgeräte, z. B. Betriebssystem, Display-Auflösung, u.v.m.
  • Verschleiert IP-Adresse mit Anon-Funktion via Tor-Netzwerk oder kommerzielle VPN Anbieter
  • Funktioniert mit verschiedenen Betriebssystemen, PCs, Macs, Tablets, Smartphones und Web-Browsern
  • Keine Software-Installation auf Netzwerkgeräten
  • Einfacher Anschluss an Internet-Router
  • Zeitlich unbegrenzte Multiuser-Lizenz (1 Benutzerkonto) für Software-Updates
eBlocker2 mit Router verbinden, in meinem Fall eine Fritz!Box 6890 LTE und schon ist man sicher unterwegs im Web
eBlocker2 mit Router verbinden, in meinem Fall eine Fritz!Box 6890 LTE und schon ist man sicher unterwegs im Web

Besonderheiten

Was den eBlocker2 aus deutlich besser macht als der Vorgänger sind einige Punkte, die sich vor allem auch für nicht stark versierte User auszahlen. Einerseits nämlich die neue und viel intuitivere Nutzer-Oberfläche, diesmal optimiert für Mobilgeräte. Zudem kommt nun auch eine vereinfachte  Schutzfunktionen bei HTTPS-verschlüsselten Seiten zum Zug. Ganz wichtig aber finde ich den neuen Jugendschutz. Kinder bekommen nur Zugang auf geprüfte Seiten, sofern man die eBlocker Family Lizenz gelöst hat. Zu guter letzt der Schutz von unterwegs, dazu später mehr.

Inbetriebnahme

Den eBlocker2 verbindet man mittels LAN-Kabel mit dem Router. Das erste Aufstarten dauert rund 5-10 Minuten und danach kann im eigenen Netz über setup.eblocker.com der eBlocker2 eingerichtet werden. Man wird einfach durch den Prozess geführt und nach Abschluss der Inbetriebnahme wird der gesamte Datenverkehr des Heimnetzwerks über den eBlocker2 geführt. Innerhalb des Lizenz-Zeitraums aktualisiert sich die eBlocker2-Software automatisch.

Warum mehr Privatsphäre?

Gründe für den eBlocker gibt es genügend. Das Internet ist mittlerweile zu einem Sammelbecken für Benutzerdaten geworden. Daten und die richtige Interpretierung davon sind Gold wert und entsprechend werden sie wo es nur geht gesammelt. Persönliche Daten und Profile werden zu Geld gemacht, aber auch das sogenannte “Dynamic Pricing” ist ein Problem, so passen Online-Anbieter ihre Preis fortlaufend und individuell an den Nutzer an. Mit dem eBlocker verhindert man genau diese Datensammlerei und die Folgen davon.

eBlocker2 Interface auf dem neuen iPad Pro
eBlocker2 Interface auf dem neuen iPad Pro

eBlocker2 schützt Privatsphäre

Wer einmal auf die schnelle sehen möchte, wieviel man eigentlich nur durch das Aufrufen einer Website von sich preisgibt, sollte mal den eBlocker Privacy Check aufrufen. Da seht ihr übersichtlich und schnell was man alles im Web hinterlässt, den sogenannten digitalen Fingerabdruck. Dazu gehören Dinge wie verwendetes Betriebssystem, Browser, Displaygröße und Auflösung, aber auch Standort und IP-Adresse. Anhand dieser Daten können Sie von Trackern identifiziert werden. Mit solchen Daten können Website-Betreiber allerlei Dinge anstellen.

Mit dem eBlocker2 kann ich selbst bestimmen, welche Geräte, welchen Fingerabdruck hinterlassen. Ich kann individuell pro Gerät im Netzwerk einstellen wie es sich verhalten soll. Aktuell habe ich dem MacBook Pro den Zugriff aufs Internet über das TOR-Netzwerk eingerichtet, das geht mit einem Knopfdruck und die Mechanismen dahinter muss ich nicht verstehen. Aber prüfe ich jetzt meinen Fussabdruck, bin ich plötzlich mit einer IP-Adresse aus Schweden unterwegs. Ich kann auch fix einstellen, dass ich immer mit einem Linux-PC surfe. Da ich diese Einstellungen pro Gerät im Netzwerk wählen kann, bin ich trotzdem noch flexibel.

Digitaler Fingerabdruck mit dem eBlocker2
Digitaler Fingerabdruck mit dem eBlocker2

Werbung entfernen & Schutz unterwegs

Der eBlocker2 hat auch einen Werbeblocker verbaut, dabei werden Banner und so weiter von Werbenetzwerken direkt gefiltert und gar nicht erst mit der Website geladen. Dabei wird versprochen, dass dies bei langsamen Internetverbindungen hilft, da der Traffic aber noch über den eBlocker2 gefiltert wird, schätze ich bleibt es von der Geschwindigkeit her etwa gleich. Da ich einen schnellen Netzzugang habe, ist das schwer abzuschätzen. Bei Werbeblockern habe ich als Betreiber dieses Blogs natürlich auch eine Ansicht von der anderen Seite her, Werbung bringt den Website-Betreibern Geld für den Betrieb. In meinem Fall bin ich also froh wenn ihr die Werbung bei mir laufen lässt, wenn Werbung aber die Überhand über Content gewinnt, nutze ich auch den Blocker.

Neu ist auch die Schutzfunktionen für unterwegs, sprich mit den mobilen Geräten ist man auch ausserhalb des eigenen Netzwerks geschützt. Diese Einrichtung klappt je nach Router auch einfach oder dann braucht es einen versierteren User. Man muss nämlich Portforwarding auf dem Router aktivieren. Der eBlocker2 kann dies je nach Router selbst, entsprechend kann man danach einen VPN nach Hause aufbauen und über den eBlocker2 sicher im Web surfen.

eBlocker2 Dashboard
eBlocker2 Dashboard

Jugendschutz ganz einfach

Ein Thema das mich immer wieder beschäftigt und ich besonders wichtig finde ist Jugendschutz im Internet. Der eBlocker2 mit der Familien-Lizenz bietet genau eine solche Funktion und lässt diese ebenso wie die bisherigen Funktionen einfach und flexibel einrichten. Man kann Profile hinterlegen, wer welche Zugriffsrechte im Web haben soll. Praktischerweise lassen sich auch Sperrzeiten einrichten und zusätzlich maximale tägliche Nutzungsdauern. Finde ich ein sehr gutes Konzept, diese Werte lassen sich dann wie erwähnt auf ein Profil übertragen und das weist man einem Gerät zu. Praktischerweise liegen schon vordefinierte Profile vor, die einem die ersten Schritte erleichtern. Auch hier, sehr einfach gehalten und gut gelöst.

Jugendschutz für das Internet mit dem eBlocker2
Jugendschutz für das Internet mit dem eBlocker2

Preise und Lizenzen

Den eBlocker gibt es in drei Varianten: Base (129.00 CHF), Pro (219.- CHF für ein Jahr) und Family (369.00 CHF lifetime). Die Base-Version beschränkt sich auf das Anonymisieren des Internet-Zugangs über Tor und optional ein VPN. Die Pro-Version bietet weitere umfängliche Funktionen an und blockt Tracker von Werbenetzwerken und soll vor Browser-Malware und Phishing schützen. Die dafür nötigen Filterlisten aktualisiert eBlocker fortlaufend über das Netz. Hier gibt es Versionen mit Jahreslizenz oder lebenslangem Abo. Die hier im Test vorgestellte Familiy-Version ist die teuerste Variante, bietet aber nebst den bisher genannten Funktionen auch den Jugendschutzfilter und benutzerspezifische und geräteübergreifende Filterfunktionen.

eBlocker2 im Test
eBlocker2 im Test

Fazit

Je nach Haushaltsgrösse und Anforderungen, kann man die Wahl der eBlocker Variante treffen. Aber allein die benutzerspezifische und geräteübergreifende Filterfunktion ist für mich das Argument für den eBlocker2 Family. Ich habe das Bedürfnis Servern und NAS anderen Befugnisse zu geben, als dem iPad das im Wohnzimmer liegt oder an der Wand hängt. Ebenso haben die Smartphones von Eltern andere Befugnisse als jene der Kids und die wiederum unterscheiden sich nach Alter und dürfen unterschiedlich viel Zeit im Netz verbringen. Was der eBlocker kann, können versierte Techniker sicher auch selbst lösen, für den Grossteil der Menschen vor dem Bildschirm aber dürfte der eBlocker2 eine grosse Hilfe sein. Mit dem neuen Interface und der einfachen Handhabung, kann ich ihn entsprechend genau dieser Zielgruppe nur empfehlen.

Für die Techies und DIY-Leute unter meinen Lesern, eBlocker bietet auch eine günstige Variante zum Selbermachen an.

Autor

Im März 2010 habe ich Technikblog ins Leben gerufen. Seither blogge ich mehrmals wöchentlich über technische Themen die mich faszinieren und im Alltag begleiten, das beginnt bei Smartphones, Computer, Gadgets, technischen Spielereien bis hin zu HowTo-Anleitungen und Testberichten zu Smart Home Einrichtungen und Elektrofahrzeugen.

ommentare

  1. Tönt spannend und wollte ich auch mal testen. Nutze aber seit einiger Zeit mein Raspberry Pi mit Pi-Hole und bin absolut begeistert. Wäre vielleicht auch mal was für einen Test.

  2. Ich kapiers nicht ganz – das Internet geht mit LAN-Kabel rein, aber wie kommt es wieder raus? Als WLAN? Dann müsste ich in jedem Stock so einen Würfel stellen und verwalten. Sehr umständlich.

    • Nein, am Router anstecken, oder am Switch, that’s it. Der eBlocker ist dann im ganzen Netzwerk aktiv!

  3. Tönt cool. Funktioniert der eBlocker auch an der Horizon Box von UPC?

  4. Betreiben die EBlockerLEute auch exit nodes oder nutzen dir nur Tor?

  5. @Peter
    Das habe ich mich auch gefragt. Nach weiteren Forschungen habe ich herausgefunden, dass der eBlocker die Rolle des DHCP im Subnet übernimmt und alles Geräten mitteilt dass der eBlocker als Gateway verwendet werden soll. Der eBlocker selber verwendet dann wiederum der Router als Gateway und leitet alle Pakete gefiltert weiter.

    Wenn alle Nutzer die Funktionalität des eBlockers verwenden wollen ist das ja ok (zumindest wenn man nicht wie ich aus Sicherheitsgründen mehrere Subnets hat). Bei der Jugendschutz Funktionalität kann ich aber nur Schmunzeln. Die Jugendlichen umgehen das in Sekunden und die Eltern wiegen sich in falscher Sicherheit.

  6. Supersaxo Fabian Reply

    Hallo, gibt es dabei Einschränkungen beim e-Banking?

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