Sony RX100 VI Test

Sony macht sich im Kamera Markt definitiv einen Namen mit der extrem genialen Alpha 7 Serie, wobei ich kürzlich von der A7II auf die A7III umgestiegen bin. Aber nicht nur im Segment der Vollformat-Systemkameras ist Sony aktuell führend, auch bei den Kompaktkameras mit der RX100-Serie hat Sony zahlreiche Fans gefunden. Ich hatte die RX100 III vor allem während einer Reise nach Japan lieben gelernt, mittlerweile ist die sechste Version erhältlich, die musste ich wieder mal anschauen. Vor allem weil die neue Sony RX100 VI über ein 24-200mm Objektiv verfügt.

Die wichtigsten Eckdaten der RX100 VI

Hier könnte ich mit dem Spezifikationen der RX100 VI einen ganzen Beitrag abfüllen, mir geht es hier aber um die wichtigsten Eckdaten und Änderungen gegenüber den Vorgängern.

  • Sony Exmor CMOS-Sensor mit 1 Zoll Grösse, enorm für die kleine Bauweise. 20.1 Megapixel
  • Objektiv: Verbaut ist ein 24-200mm Objektiv, welches bei Blende f/2.8 beginnt. Die Vorgänger hatten meisten bereits f/1.8, dafür aber meist nur 24-70mm Brennweite.
  • Sehr schneller Autofokus dank Hybridem Autofokus, satte 315 Phasendetektionspunkte und 25 Kontrastpunkte.
  • Serienbilder bis 24 Bilder pro Sekunde
  • Slow-Motion Funktion von 250fps bis hin zu 1000fps
  • Einklappbarer elektronischer Sucher, neigbares Display und Touchscreen

Sony RX100 VI Haptik

Haptik und Steuerung

Das ich die letzten Jahre mit der Sony A7II (neu A7III) und einer Sony a6000 verbracht habe, kam mir natürlich bei der Sony RX100 VI sofort zu gute. Die Bedienung war damit schonmal kein Stolperstein, im Vergleich zu den grösseren Modellen muss man auf ein Drehrad verzichten, das macht sich vor allem im manuellen Modus bemerkbar, wo Blende und Verschlusszeit auf einem Rad liegen. Mit einem einfachen Druck nach unten wechselt man hin und her. Ansonsten ist die ganze Menü-Führung und Struktur Sony-like. Es sind eher zu viele Einstellungsmöglichkeiten vorhanden als zu wenig, so muss man sich schon mal länger durchs Menü klicken. Für mich passt das, die RX100 VI ergänzt die A7III eigentlich perfekt. Ich fast die identischen Einstellungsmöglichkeiten, einfach auf ein extrem kompakter Kamera-Modell angepasst.

Sony RX100 V mit ausgeklapptem elektronischen Sucher
Sony RX100 V mit ausgeklapptem elektronischen Sucher

Etwas gewöhnungsbedurftig war es nach langer Zeit wieder mit so einer kompakten Kamera zu fotografieren. Man gewöhnt sich aber schnell an das kompakte Format, besonders gefallen hat mir dabei der elektronische Sucher. Das er sich so einfach ausklappen und wieder verstauen lässt ist genial und ich fotografiere lieber mit dem Sucher, das habe ich mir bei den grösseren Kameras einfach so angewöhnt. Der ebenfalls ausklappbare Blitz ist nicht herausragend, reicht für ein paar Schnappschüsse, mehr aber nicht. Ich selbst hätte mir hier einen Blitzschuh gewünscht, wäre sicher auch für Vlogger eine gute Möglichkeit externe Mikrofone zu nutzen.

Das grosse 24-200mm Objektiv der Sony RX100 VI
Das grosse 24-200mm Objektiv der Sony RX100 VI

Sony RX100 VI im Einsatz

Für die RX100 VI habe ich mir den idealen Testcase ausgesucht, nämlich das MotoGP Rennwochenende in Silverstone. Da habe ich während den zahlreichen Trainings Zeit den Autofokus und das starke Tele-Objektiv zu testen, während die Motorräder mit bis über 300km/h ein einem vorbei schnellen. Da ich die Kamera erst kurz vor dem Wochenende in England erhalten habe, blieb nur wenig Angewöhnungszeit. Ideal aber nur schon die Grösse, die Kamera passt problemlos in die Jackentasche, für kurze Zeit sogar in die Hosentasche, ist dann aber schnell unangenehm eng.

Valentino Rossi in Silverstone 2019
Valentino Rossi in Silverstone 2019

Also bezüglich Packmass hat sich die Sony RX100 VI schonmal bewährt, ob ich bei einem solchen Anlass die grosse Kamera wie andere Besucher dabei haben möchte, bezweifle ich. Soweit so gut, direkt von der ersten Zuschauer-Position aus versucht Fotos zu machen. Die Kamera ist schnell betriebsbereit, dabei klappen sich vorne Schutzlamellen um das Objektivglas, war mir gar nicht mehr bewusst wie mühsam Objektivdeckel sind, vor allem in welche Tasche man sie gesteckt hat.

Die meiste Zeit habe ich im Serienbildmodus fotografiert, dabei habe ich RAW + JPEG aufgezeichnet, weil anfangs die RAW-Unterstützung in Lightroom noch fehlte. Bei Serienbildern hat man Low, Mid und High-Speed als Option, wobei man sich bewusst sein sollte, Highspeed ist wirklich extrem schnell. Selbst bei den rasend schnellen Motorrädern bin ich dann auf Mid umgestiegen, das hat gereicht. Den Autofokus setzt man am besten auf den “Nachführ-AF” und geniesst einfach mal den Speed der Kamera. So lange man den Auslöser gedrückt hälte, werden ständig Fotos aufgenommen. Nach der Aufnahme gibt es dann aber etwas Wartezeit, denn der Speicherpuffer muss nun die zahlreichen Bilder erst auf die SD-karte schreiben.

Sony RX100 VI Test in Silverstone
Sony RX100 VI Test in Silverstone

Also mehrere Serienbilder hintereinander sind nicht möglich, wenn Zeit zwischen den einzelnen Sessions bleibt ist das aber kein Problem. Ganz praktisch ist übrigens die Anordnung in der Bildvorschau, Serienbilder sind gruppiert und machen die Vorschaufunktion nicht unübersichtlich. Ging die Serie in die Hose, lässt sich auch die Ganze aufs Mal löschen. Der Autofokus macht aber einen extrem guten Job, in den meisten Gefällen waren bei mir mehr als die Hälfte der Bilder scharf wo ich es wollte. Der Autofokus arbeitet erstaunlich schnell und hat auch bei Regen seine Stärken unter Beweis gestellt.

Sony RX100 Test im Regen
Sony RX100 Test im Regen

Slow Motion Video

Natürlich habe ich mich auch bei Slow-Motion Videos versucht. Der Modus nennst sich HFS bei Sony, was für High Frame Rate steht. Man kann diese Frame Rate bis hoch auf 1000fps rechnen, was enorm ist. Das hat aber auch Einbussen bei der Auflösung zur Folge, je nach den weiteren Einstellungen kann sich diese nämlich auf 912×308 Pixel verringern. Ich habe daher vor allem mit 250fps gearbeitet, da hat man fast noch FullHD Auflösung. Nachfolgend ein Beispielvideo und ich denke das Resultet kann sich absolut sehen lassen.

Weitere Erkenntnisse

Die nicht mehr so grosse Offenblende wie bei der RX100 V ist offensichtlich sicher ein Abstrich, trotzdem aber habe ich diese nicht so stark vermisst bei bei tiefen Brennweiten. Bei 50mm bzw. 70mm (das Maximum der Vorgängerversion) schafft die Kamera aber gerade mal f/4.0 wo vorher halte satte f/2.8 möglich waren. Mit diesem Abstrich muss man leben, für meine Zwecke passt es so. Ich sehe die RX100 VI nämlich als ideale, kompakte Zweitkamera, die man dann immer dabei hat, wenn man die grosse nicht schleppen will.

Sony RX100 VI Bokeh
Sony RX100 VI Bokeh

Während ich bei einer der Vorgängerkameras den ausfahrbaren Sucher noch wenig nutzte, habe ich ihn mit der RX100 VI bei den meisten Aufnahmen genutzt. Das weil er einfach einen Arbeitschritt weniger benötigt, den beim ausfahren nach oben, gleitet der Sucher auch gleich ich horizontaler Richtung heraus. Früher müsste man ihn rausziehen und später wieder reinschieben, das klappt bei der neusten Version alles jeweils mit einer Bewegung, well done Sony!

Sony RX100 VI - Birmingham

Die Originabilder habe ich separat für euch in voller Auflösung bei Google Fotos abgelegt.

Akku

Gemäss Sony hält die RX100 VI für 240 Fotos durch, ganz positiv ist dabei zu bewerten, dass der Akkutyp der Vorgängerversion beibehalten wurde. Sprich es wird nach wie vor der gleiche Typ NP-BX1 verwendet. Wenn ich einige Zeitraffer-Videos und rund 150 Fotos täglich geschossen habe, war der Akku schon fast leer. Das hat mir aber jeweils pro Tag gereicht und ich konnte am Abend wieder nachladen. Insofern schätze ich die Herstellerangaben als sehr realistisch ein. Auch bei der RX100 liegt wie mittlerweile so übliche kein Ladegerät mehr bei. Die Kamera kann mittels microUSB Buchse geladen werden.

Sony RX100 VI

Fazit

Die Sony RX100 VI hat mich sehr überzeugt, enorm welche Technik und Möglichkeiten auf diese Grösse verbaut wurden. Mit den ständig besser werdenden Smartphone Kameras, haben es einfache Kompaktkameras schwer sich im Markt zu behaupten. Kaliber wie die Sony RX100er Reihe aber dürften sich trotzdem nach wie vor Ihren Platz sichern können. Dank grossem 1″ Sensor, dem starken 24-200mm Objektiv und einem rasant schnellen Autofokus ist die Sony RX100 VI die perfekte Reisebegleitung. Vor allem wenn man mit wenig Gepäck und ohne grosses Schleppen von Kamera-Material reisen möchte. Einziger Wermutstropfen ist der stolze Preis…

Die Sony RX100 VI gibt es ab 1’488.- CHF im Handel.

Hans
Autor

Im März 2010 habe ich Technikblog ins Leben gerufen. Seither blogge ich mehrmals wöchentlich über technische Themen die mich faszinieren und im Alltag begleiten, das beginnt bei Smartphones, Computer, Gadgets, technischen Spielereien bis hin zu HowTo-Anleitungen und Testberichten zu Smart Home Einrichtungen und Elektrofahrzeugen.

ommentar

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    Kannst du vielleicht das Youtube Video neu hochladen? Ist leider nicht mehr verfügbar da “das Youtube-Konto gekündigt wurde”…

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