Tesla Model 3

Kürzlich hat Elon Musk das erste Tesla Model 3 aus der Produktion gezeigt und mittlerweile hat man die ersten gefertigten Wagen ausgehändigt und so sind nun auch mehr Details zum Einstiegs-Modell von Tesla bekannt. Ich selbst war immer etwas hin- und hergerissen, was meine Meinung zum Model 3 angeblangt: Einerseits erfreut, dass sich etwas tut im Markt, andererseits hegte ich grosse Zweifel. Zumal man nur für die Hinterlegung von 1000.- $ vorbestellen konnte und keine Details kannte. Die sind nämlich erst jetzt langsam bekannt und zeigen: So günstig ist das Model 3 nicht und bei vergleichbarer Verarbeitung dürfte der neue Opel Ampera-e den ich bereits getestet habe, genau so gut dastehen und auch der VW e-Golf ist eine Alternative. Schauen wir uns das doch mal genauer an:

Markt der Elektroautos

Ich habe mir mal eine interessante Grafik gespeichert, die sehr schön den aktuellen Markt von Elektroautos aufzeigt. Auf der X-Achse der zeitliche Verlauf, Y-Achase zeigt die Reichweite in Kilometer und die Grösse der Kreise zeigt den Preis an. Achtung, das Model 3 hat 350km-Reichweite, das stimmt in der Grafik nicht genau.

Car Industry EVs vs. Tesla
Car Industry EVs vs. Tesla

Jetzt sieht man bei 2018 den Einstieg des Model 3 von Tesla und das in einem Marktsegment, das bereits von anderen Herstellern genutzt wird. Model X und S70/S90D waren in Marktsegmenten ohne Konkurrenz, eine Luxus-Nische quasi. Das Model 3 wird hier einen härteren Stand haben. Vergleicht man nun Reichweite und Preis, liegt es hinter dem Opel Ampera-E und dem fast baugleichen Chevy Bolt. Ebenfalls spannend der Jaguar I-Pace, der zwar etwas teurer ist, aber über mehr Reichweite verfügt. Auch das Model 3 kann je nach Ausstattung mehr, kostet aber entsprechend mehr.

Tesla Model 3 Reichweite

Das Model 3 von Tesla wird es anfänglich mit zwei Reichweiten geben, sprich mit zwei Batteriengrössen:

  • Tesla Model 3 standard: 220 Meilen (354km) mit 60KWh bei 1610kg Gewicht
  • Tesla Model 3 long range: 310 Meilen (490km) mit 75kWh bei 1730kg Gewicht

Die Standard Ausführung liegt bei den mittlerweile sehr bekannten 35’000 US-Dollar. Für die grössere 75kWh-Batterie wird ein Aufpreis von 9000.- Dollar nötig. Dann ist man schon bei 44’000 Dollar angelangt, wie die Preise in der Schweiz, bzw. Europa aussehen weiss ich noch nicht.

Mögliche Model 3 Alternative - der Opel Ampera-E
Mögliche Model 3 Alternative – der Opel Ampera-E

Der Preis steigt…

Was nun auch noch zu Buch schlägt, sind die möglichen Upgrades. Will man das Model 3 nicht in schwarz, kostet das auch schon mal noch weitere 1000.- und für die Möglichkeit, dass autonomes Fahren mit dem eigenen Model 3 möglich sein kann, werden 3000 Dollar dazugeschlagen. Nimmt man nun noch Nettigkeiten wie Glasdach, bessere Innenausstattung und Audiosystem hinzu, ist man total auch auf knapp 60’000.- $. Um ehrlich zu sein, in Sachen Ausstattung und Verarbeitung besonders im Innenbereich, ist Volkswagen, BMW, Mercedes und Volvo um einige Hersteller zu nennen, hochwertiger. Man muss daher auch mit gleichen Ellen messen und so sehe ich das Model 3 preislich eher bei 45’000 $ und rund 54’000.- $ für die grössere Variante, wenn man einige Upgrades einrechnet.

Was nun noch dazu kommt, sind die US-Preise welche nicht den Preisen bei uns entsprechen. Die liegen bei beim Model X und Model S zwischen 115% und 120% von jenen in den USA. Würde also bedeuten die 35’000$ entsprechen je nach Faktor schon mindestens 40’000.- CHF, meine beiden Preise für die besseren Ausstattungen wären dann bei 52’000.- CHF und bei 62’000.- CHF.

Tesla Model 3 Interieur
Tesla Model 3 Interieur

Fazit

Versteht mich nicht falsch, was Elon Musk mit Tesla auf die Beine gestellt hat und mit dem Model 3 versucht zu erreichen ist löblich. 2018 will er rund eine halbe Million Fahrzeuge produzieren, 2020 schon eine Million. Genau aber die Jahre 2018-2020 werden extrem spannend, da fast jeder Hersteller mit neuen Modellen zu der Zeit auf den Markt kommen will. Ich war und bin vom Opel Ampera-E ziemlich überzeugt, wenn Opel die Lieferschwierigkeiten in den Griff bekommt, dürfte das Fahrzeug durchaus eine Alternative zum Model 3 sein. Volvo setzt zukünftig nur noch auf Elektroantriebe, VW kommt mit dem I.D. Konzept,  Skoda mit dem Vision E und bei BMW munkelt man von einem Einer mit Elektroantrieb.

Ich hoffe Tesla überlebt noch einige Zeit am Markt und kann auch mal schwarze Zahlen schreiben, denn eines ist Gewiss. Tesla hat den Markt aufgemischt und das tut der Branche sicher gut. Das Model 3 sehe ich persönlich aber trotzdem nicht als günstigen Einstieg in die Elektromobilität, sondern eher in der gehobenen Mittelklasse, was den Preis anbelangt. Wie ist eure Meinung zum Model 3?

Hans
Autor

Im März 2010 habe ich Technikblog ins Leben gerufen. Seither blogge ich mehrmals wöchentlich über technische Themen die mich faszinieren und im Alltag begleiten, das beginnt bei Smartphones, Computer, Gadgets, technischen Spielereien bis hin zu HowTo-Anleitungen und Testberichten zu Smart Home Einrichtungen und Elektrofahrzeugen.

ommentare

  1. Avatar

    Hi, Volvo wird nur noch Verbrennungsmototen mit zusätzlichem eMotor in Zukunft auf den Markt bringen. Die Aussage das sie nur Elektro machen würde von fast allen Medien wiederholt so dargestellt und ist ein guter PR Coup von Volvo…

  2. Avatar

    Die Grafik ist in vielen Teilen irreführend, es werden NEFZ/NEDC und EPA Ranges verglichen (teilweise bis Faktor 2 unterschiedlich). Nebst dem, dass die Grafik auch diese Zahlen falsch rapportiert (Model 3 ganz prominent falsch in einem Beitrag wo’s um das Model 3 geht!? Das riecht nach einer (schlecht) versteckten Agenda.).

    Tesla Model 3 ist für mich immer noch die einzige Alternative, wenn man nicht nur lokal unterwegs sein will. Opel Ampera z.B. kann nur bis max. 50kW DC schnellladen und solche Stationen gibt es nicht durchgehend von Südspanien bis Nordnorwegen. Ganz anders mit Tesla Superchargers (aktuell bis 135kW), hier kann man auch mit Model 3 ohne weiteres in ganz Europa unterwegs sein und mindestens doppelt so schnell laden als ein Opel Ampera. Auch wird das Tesla Destination Charger Netzwerk weiter ausgebaut, zahlreiche Hotels/Restaurants/etc. in der Schweiz und in ganz Europa bieten solche Lademöglichkeiten gratis an. Und all dies ist in der on-board Navigation berücksichtigt, sorgenlos losfahren und unterwegs sein! Bis das die “etablierten” Hersteller begreifen, wird noch Jahre dauern. Tesla macht einfach, schon seit längerem.

    • Hans

      Mit der Grafik gebe ich dir recht, ich suche derzeit was aktuelles das auch korrekt ist. Leider sehr zeitaufwändig alles zu überprüfen, wenn du eine bessere hast – let me know!

  3. Avatar

    Werde sicherlich mit LOW Range 354KM zufrieden sein. Die 10’000 SFr. für weitere 136KM Reichweite finde ich definitiv auch überrissen. Mit Farbe schwarz kann ich leben und Autopilot und Glasdach muss schon sein. Die schwarzen Standard 17″ Felgen finde ich auch passend und bringt Fahrkomfort.
    Mit 45’000 SFr. ist man doch mehr als gut bedient, falls man nicht endlos hohe Ansprüche hat.
    Rein vom Design und der Verarbeitung möchte ich zwingend auf Opel & Co. verzichten.
    Für mich wäre ein Model3 eine gute alternative zu Daimler, da ich zu Hause & im Office laden kann. 😉

  4. Avatar

    Opel Ampera-E: ca. 46’500 CHF. Also nicht unbedingt günstiger.

    Tesla vom Design her x-mal schöner (aussen), innen kann man jetzt noch nicht wirklich beurteilen.

  5. Avatar

    Bezüglich Reichweite wird oft vergessen, dass man mit einem Elektroauto nicht “tankt” wenn mann muss, sondern wenn man kann. Das Verhalten ist komplett anders. Den Verbrenner fahre ich (nahezu) leer und gehe dann tanken. Das Elektroauto schliesse ich aber jeden Abend an meine eigene Ladestation an. Ja, ich weiss: beim öffentlich parken, Tiefgaragen, etc. ist das (noch) ein Problem. Aber im Moment läuft das einfach beim heutigen Stand der Technik nur so. Bei meinen Model S75D, dem “kleinen” Tesla Model S sozusagen, habe ich im Sommer ca. 380Km Reichweite. Da ich jeden Morgen mit dieser Reichweite starten kann, brauche ich vielleicht an max 2% aller Tage im Jahr mehr als diese Reichweite….und dafür gibt’s eben die Supercharger.

    Man darf die Reichweite eines E-Autos’s nicht mit einem Verbrenner vergleichen. Das Verhalten in der Nutzung beim “tanken” ist einfach anders.

    Und bezüglich öffentlich parken und Strom laden sollten sich die Schweizer und Deutschen mal bei den Holländern Ideen holen…die machen einfach vorwärts. 🙂

  6. Avatar

    Also alle anderen Hersteller Inklusive BMW und GM/Opel können nicht liefern respektive haben auch keine vergleichbaren Modelle. Wer bietet etwas ähnliches wie Autopilot an oder so? Model 3 war als Einstieg gedacht und vergleichbar zu BMW 3er also da ist dieser Preislich sogar günstiger! Auch der E-Golf ist für CHF 40′ preislich teurer mit sehr bescheidenen Daten und einer anderen Kategorie.

  7. Avatar
    Der andere Hans Reply

    Die Tabelle umfasst aber schon ein wenig viele “Papier-Fahrzeuge” (gibt es auf Papier, aber kaum im Handel). Trifft (zurzeit) auch auf den Tesla zu, aber da wissen wir, dass sie liefern können. Selbst ei Ampera ist kaum erhältlich und hat nach dem Verkauf von Opel keine Zukunft.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: