
Ich hatte hier von den neuen Fitbit Trackern und Uhren noch im 2014 berichtet und habe dann den Fitbit Charge und den Charge HR auch gleich getestet. Der Charge HR hat mich ziemlich überzeugt und so wollte ich das Topmodell, Fitbit Surge, ebenfalls unbedingt testen. Leider hier noch nicht auf dem Markt und erst ab April erhältlich, konnte ich nicht widerstehen und habe mir ein Fitbit Surge importiert. Daher könnt ihr hier vorab schon den Bericht lesen.
Funktionsumfang
Fitbit Surge ist kein reiner Aktivitätstracker mehr, sondern in meinen Augen eine Kombination aus GPS-Pulsuhr, Smartwatch und Aktivitätstracker. Also ein Allrounder und da mich alle drei Sparten sehr interessieren war dieser Test besonders spannend. Die Fitbit Surge bietet folgende Funktionen:
- Aktivitätstracker: Schritte und Distanz erheben, Kalorienverbrauch errechnen, mit Altimeter bewältigte Stockwerke zählen, Schlaf analysieren (und wecken)
- Fitnessuhr: Herzfrequenz messen und GPS Daten aufzeichnen – ergibt Statistiken für Standort, Distanz, Höhe, Zwischenzeiten, Routenhistorie und Workout-Zusammenfassung
- Smartwatch: Benachrichtigung über Anrufe. Aufrufen von Textbenachrichtigungen und Musiksteuerung.
Lieferumfang
Der Fitbit Surge wird in einer netten Verpackung geliefert, nebst der Fitnesswatch Surge ist nicht mehr viel im Lieferumfang dabei, gerade das nötigste und mehr braucht es ja nicht. Dank Pulsmessung am Handgelenk ist auch kein Pulsgurt nötig. Mitgeliefert wird ein passendes USB-Kabel, welches in den proprietären Anschluss an der Unterseite des Surge passt. Das Kabel rastet dort gut ein und dient zum Laden des Surge. Die Synchronisation klappt aber nur kabellos, entweder per Bluetooth direkt zur App auf dem Smartphone oder dann über den beiligenden USB-Dongle für den Computer.

Fitbit Surge mit Ladekabel
Einrichtung
Wie schon bei den reinen Activity Trackern von Fitbit, ist beim Surge die Einrichtung ein Kinderspiel. In der Fitbit App wird ein neuer Tracker hinzugefügt, danach Surge auswählen und die Kopplung geschieht ziemlich problemlos wenn der Surge eingeschalten ist. Zur sicheren Verbindung wird eine Nummer auf dem Surge angezeigt, welche in der App eingegeben werden muss. Die Verbindung ist jetzt fix und es folgen noch einige Tipps zur Nutzung und wie man die Surge am Besten trägt. Wer Fitbit vorhin noch nicht nutzte, muss noch ein Benutzerkonto erstellen und einige Angaben zu sich, wie Grösse und Gewicht angeben. Das war es schon.

Haptik & Tragekomfort
Die Bedienung des Fitbit Surge ist einfach, die meisten Eingaben geschehen durch Wischen auf dem Touchscreen. Erst wenn man die Einstellungen benötigt oder ein Training starten möchte, muss man die seitlichen Tasten mit klaren Druckpunkt nutzen. Alles in allem sehr intuitiv und einfach zu bedienen, der Funktionsumfang ist übersichtlich und klar.Der Tragekomfort ist dank des weichen Bands okay, es passt sich gut dem Handgelenk an. Beim Kauf sollte man sicher darauf achten die richtige Grösse zu bestellen, also vorher nochmals nachmessen. Nachteilig ist hier höchstens anzumerken, dass der HF-Sensor leicht hervorsteht. Hat mich aber nie gestört, die Uhre sitzt trotzdem satt am Handgelenk. Beim Sport habe ich jeweils die Uhr etwas satter angezogen.

Fitbit Surge als Aktivitätstracker
Der Fitbit Surge wird rund einen Finger breit nebem dem Handgelenk getragen, dort sitzt er genau richtig um fortlaufend den Puls des Besitzers zu messen. Nach wie vor noch eine Besonderheit unter Aktivitätstrackern! Denn dies geschieht 24/7, also permanent. Das verbaute Modul ist dasselbe wie im Fitbit Charge HR und ich habe dort die Genauigkeit bereits getestet. Erstaunlich gut wie ich finde und spannend ist vor allem die Auswertung des Ruhepulses, welche besonders beim Tragen in der Nacht gut gemessen werden kann.

Die restlichen Funktionen die man von anderen Aktivitätstrackern kennt werden vom Fitbit Surge ebenfalls aufgezeichnet, dazu gehören tägliche Schritte, zurückgelegte Strecke, verbrauchte Kalorien und absolvierte Stockwerke. Besonders letzteres finde ich genial, die Funktion wird dank des integrierten Altimeters zur Verfügung gestellt und ist in meinen Augen besonders motivierend öfters die Treppe statt den Lift zu nehmen. Funktioniert bei mir zum Beispiel sehr gut. Alle genannten Daten und der Puls sind direkt auf dem Touchscreen-Display des Surge abrufbar. Durch einfaches Wischen kann zwischen den Punkten gewechselt werden, klappt tiptop.

Fitbit Surge als Aktivitätstracker – Auswertung in der App
Natürlich werden die Daten direkt auf das Smartphone gesynct. Man kann die Synchronisation auch im Hintergrund laufen lassen. Besonders gefällt mir dabei die automatische Schlaferkennung. Dabei erkennt Fitbit ziemlich genau von selbst wann ich wirklich zu Bett ging und wann ich aufgestanden bin. Auch die ruhigen Schlafphasen und die «Wachphasen» sind ersichtlich, eine nette Zusatzfunktion.
Wie von Fitbit bereits bekannt kann man sich in Wettkämpfen mit Freunden messen, wer mehr Schritte an einem Tag, am Wochenende oder in einer ganzen Woche zurücklegt. Die eigene Motivation hoch zu halten ist mit Fitbit und der mittlerweile grossen Community sehr gut möglich.

Fitbit Surge als Fitnesswatch
Fitbit und Aktivitätstracker, das geht Hand in Hand, dort hat sich die Firma einen Namen gemacht. Mit dem Surge steigen sie ins Geschäft von Branchenriesen ein, Trainingsuhren mit GPS gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Fitbit Surge aber glänzt mit einem ausgezeichneten integrierten Herfrequenzsensor, welcher erstaunlich genau arbeitet. Damit spart man sich den HF-Gurt, für die einen ein grosses Plus, da ich einige Leute kenne die sich ab dem Gurt stören. Ich gehöre nicht dazu, aber trotzdem war Laufen mit der Surge einfacher. Umziehen, Laufschuhe an und los geht’s – kein Suchen des Gurts vor dem Lauf und kein Trocknen nach dem Lauf.

Für den Start eines Laufs benötigt man die linke Taste und kann mittels wischen Workout (Indoor Training) oder eben Running auswählen. Zukünftig sollen hier noch weitere Sportarten, vor allem Biken, folgen. Sobald das GPS-Signal gefunden wurde kann man den Lauf starten, in meinem Fall dauerte das meistens sehr kurz, Surge war immer schnell einsatzbereit. Während des Laufs hat man zwei Information immer im Blickfeld, einerseits die zurückgelegte Distanz oben links und andererseits die bisher verstrichene Zeit. Mittels Wischen kann man sich Pace, durchschnittliche Pace, Herzfrequenz, verbrannte Kalorien, Schritte oder die Uhrzeit anzeigen lassen. Ich wähle eigentlich immer Herzfrequenz.

Fitbit Surge misst Schlafverhalten und dient als GPS-Trainingsuhr
Nach dem Lauf kann man direkt mit dem Smartphone synchronisieren und sieht auf einer Karte die zurückgelegte Strecke und verschiedene Statistiken. Hier steht Fitbit renommierten Portalen von Branchenleadern in wenig nach, ausser dass die Daten nicht exportiert werden können. Das würde ich mir wünschen, damit ich zentral meine sportlichen Aktivitäten ablegen kann.
Als Sportwatch aber sehe ich das grösste Manko der Fitbit Surge in der Verarbeitung, um genau zu sein im Punkt dass sie zwar wasserfest ist aber nicht wasserdicht. Eine Trainingsuhr möchte ich auch mal zum Schwimmen anziehen, beim Duschen oder beim Laufen im Regen. Klar, letzteres wird die Surge nicht umbringen, aber zum Duschen, Schwimmen oder Baden ziehe ich sie konsequent aus. Wäre schön das müsste nicht sein…

Fitbit Surge kann auch Nachrichten anzeigen
Fitbit Surge als Smartwatch
Dem Surge einige Smartwatch-Funktionalitäten zu schenken, war ziemlich smart von Fitbit. Die Bluetooth Verbindung besteht eh schon, warum nicht gleich ausserhalb von Tracking. So vibriert Surge kurz einmal bei einem eingehenden Anruf oder SMS. Zukünftig wäre ein Update wünschenswert, dass die beiden Notifications unterscheiden lässt. Empfangene SMS kann man durch Drücken der Taste oben rechts abrufen und lesen. Funktioniert leider nicht mit Whatsapp, aber hat mir schon öfter den Griff in die Hosentasche erspart.
Fitbit Surge erlaubt es auch die Musik zu steuern, dazu muss man aber vom stromsparenden Bluetooth Smart auf Bluetooth Classic wechseln und manuell verbinden. Danach ist es möglich den Musikplayer auf dem Smartphone zu steuern. Habe ich nur kurz ausprobiert, brauche ich nicht und verbraucht auch mehr Akku.

Akkulaufzeit
Stichwort Akkulaufzeit, die hängt hier natürlich extrem stark vom Nutzungsverhalten des GPS-Moduls ab. In meinem Fall hielt das Surge schon 6-7 Tage durch, wenn ich kein Training mit GPS absolviert hatte, also rein als Tracker. Mit öfterem Nutzen des GPS, also alle 1-2 Tage ein Training schrumpft dies auf rund 4-5 Tage. Die Anzeige auf dem Fitbit oder in der App ist leider nicht sehr genau, deswegen wusste ich nie genau wann wirklich Schluss ist. Am einfachsten ist man lädt den Surge alle 5 Tage mal.

Fazit
Das Topmodell Fitbit Surge kommt mit zahlreichen Funktionen daher und kombiniert verschiedene Geräteklassen. Ich bin mit dem Funktionsumfang sehr zufrieden, als Fitness-Superwatch sehe ich ich sie noch nicht. Auch wenn eine Funktion für Biken per App nachgeliefert wird, das Manko mit dem nicht-wasserdichten Design gibt bei mir zu viele Abzüge. Als ideal sehe ich Fitbit Surge für alle jene an, die bewusst mehr Sport machen wollen und Aktivitätstracker und GPS-Trainingsuhr kombinieren wollen. Ideal natürlich für Läufer und Läuferinnen oder eben jene, welche sich durch einen HF-Gurt gestört fühlen. Alles in allem, ein umfangreiches und gutes Produkt von Fitbit.
Die Fitbit Surge ist in der Schweiz bei Brack für 249.- CHF erhältlich, in den Farben schwarz, blau & orange und den Grössen L&S. In Deutschland gibt es Fitbit Charge HR für 149.- €.