Garmin Vivofit Testbericht Das Garmin Vívofit ist ein Aktivitätstracker wie ich sie schon zahlreich getestet habe. Er gehört zu der neuen Generation und soll sich nahtlos in die Garmin Welt der Sportgadgets einbinden lassen und auch noch eine extrem lange Batterielaufzeit aufweisen. Natürlich musste ich also auch ein Garmin Vivofit ausprobieren und hier meinen Senf dazu niederschreiben:

Die wichtigsten Features im Überblick

  • energiesparendes E-Ink Display (zweifarbig; 25,5 x 10 mm)
  • Weiches Silikonarmband aus TPU (thermoplastischem Polyurethan)
  • über ein Jahr Batterielaufzeit (2 x CR1632; selbst austauschbar)
  • wasserdicht bis 50 m Wassertiefe (ca. 5 bar)
  • Speicherung aller Aktivitäten von bis zu 1 Monat (bei Nutzung 24/7)
  • Gewicht: nur 25,5 Gramm
  • drahtloser Datenaustausch : ANT+ und Bluetooth Smart
  • erhältlich in fünf Farben: schwarz, grau, grün, blau, lila
  • zwei Armbänder im Lieferumfang enthalten: Small: 120–175 mm und Large: 152–210 mm

Garmin Vivofit Lieferumfang

Lieferumfang

Das Garmin Vívofit kommt wie oben abgebildet geliefert und einer kleinen zusätzlichen Anleitung. Dabei sind also zwei unterschiedlich grosse Armbänder, damit jeder ein passendes für sein Handgelenk dabei hat. Die eigentliche intelligente Einheit kann einfach aus der Halterung gedrückt werden, sie sitzt aber sehr stark und ist auf beiden Seiten verankert. Ebenfalls liegt ein ANT+ USB Modul bei, welches für die Synchronisation mit dem Computer benötigt wird.

Einrichtung

Nachdem ich mein Vívofit erhalten habe, wurde es gleich mit Garmin Connect über mein iPhone 5S verbunden. In meinem Fall entfiel praktisch die komplette Einrichtung, da ich schon bei Garmin Connect dabei war, da ich bereits ein Garmin Edge 800 nutze. Ansonsten müsst ihr noch Alter und einige Körperdaten hinterlassen, damit Vívofit auch euren Kalorienverbrauch berechnen kann. Somit seit ihr schon ready, ich habe auf dem PC nichts installiert und synchronisiere immer via Mobiltelefon, die Auswertung auf dem Browser kann ich nach dem Synch ja trotzdem nutzen.
Randnotiz: Das Smartphone Bluetooth 4.0 an Bord haben (iPhones ab dem 4s und neuere Android-Smartphones wie das Galaxy S4) um sie mit dem Vivofit koppeln zu können!

Nino Schurter (Mountain Bike Weltmeister) nutzt auch das Garmin Vívofit
Nino Schurter (Mountain Bike Weltmeister) nutzt auch das Garmin Vívofit (Quelle: instagram)

Tragekomfort & Verarbeitung

In meinem Fall musste ich das grössere Armband verwenden und ich kann das Vívofit damit in zwei angenehmen Stufen tragen, eine etwas engere und auch etwas lockerer. Der Clip hält das Armband sehr gut zusammen, bisher ist mir der Verschluss nie aufgegangen und er verrichtet seinen Dienst tadellos. Das weiche Material des Armbands lässt es sehr angenehm tragen und es stört bei keinerlei täglicher Arbeit.
Die Verarbeitung würde ich als hochwertig einstufen, wobei die Armbänder natürlich auf Grund des weichen Materials auch stärker abnutzen als andere. Dafür können die dann auch einfach ersetzt werden und die eigentliche Tracking-Enheit kann wiedergenutzt werden. Deren Display scheint mit ziemlich kratzfest zu sein und robust, bisher schaut das bei mir noch aus wie am ersten Tag! Der einzige Taster zur Bedienung hat einen klaren Druckpunkt und ermöglich eine gute Bedienung.

Display & Energieversorgung

Das Display zeigt bis zu fünf grosse Ziffern und einen roten Aktivitätsbalken. Das Das Display kann unter allen Lichtverhältnissen (ausser Dunkelheit) gut abgelesen werden. Auf eine Displaybeleuchtung wurde wohl zugunsten der Batterielaufzeit verzichtet. Das Display zeigt jeweils einen Wert an, die Anzeige wechselt über einen Druck auf den einzigen Bedienknopf.
Als Stromversorgung dienen dem Vivofit zwei CR1632-Lithium-Knopfzellen. Gemäss Garmin soll eine Nutzungsdauer von zwei Jahren drin liegen, das mit regelmässiger Kopplungs eines Herzfrequenzsensors (Brustgurt). Die Knopfzellen können vom Nutzer selbst gewechselt werden. Ich sehe hier einen riesigen Pluspunkt des Garmin Vívofit Aktivitätstrackers, er muss nämlich nie aufgeladen werden und wenn ich jetzt alle Jahre mal die Knopfzelle wechseln muss, kann ich damit gut leben!

Garmin Vivofit - Armband und Tracking-Einheit getrennt
Garmin Vivofit – Armband und Tracking-Einheit getrennt

Garmin Vívofit im Einsatz

Das Garmin Vívofit Fitness Armband zeigt euch auf dem Display eure täglichen Schritte, Differenz zum Ziel, zurückgelegte Distanz, verbrannte Kalorien und die aktuelle Uhrzeit und Datum an. Letzteres ist nicht zu vernachlässigen, so spart man sich nämlich die Uhr. Vívofit lernt auch mit euch mit, wie aktiv man ist und weist einem so Tagesziele zu. Bewegt man sich zu wenig, warnt das Vivofit dezent mit einem roten Balken im oberen Bereich des Displays, man sollte sich mal wieder etwas bewegen will es damit sagen! Anders als andere Fitness-Tracker zeigt das Vivofit nebst der Zahl der getanen Schritte auch einen Countdown zum Erreichen des Tagesziels. Das Vivofit arbeitet übrigens mit einem adaptiven Ziel, das heisst wer eher eine sitzende Tätigkeit verrichtet und wenig sportlich ist, erhält weniger hochgesteckte Ziele. Fängt man sich an mehr zu bewegen, wächst auch das Ziel sukzessive mit – eine tolle Methode, welche ich so noch nie gesehen habe.

Funktionen

Schrittzähler – Als Hauptindikator für die Aktivität ist der Schrittzähler massgebend. Die Erfassung geschieht über einen Beschleunigungssensor, das Display des Vivofit zeigt die täglich aufsummierte Anzahl an.
Goal – Goal ist die Anzeige der Restschritte die nötig sind für das Tagesziel. Wie schon erklärt wird dieses ständig angepasst.
Kalorien – Anhand der persönlichen Daten berechnet Vivofit täglich die verbrauchten Kalorien. Wird ein Herzfrequenzsensor verwendet, wird auch die Pulsrate mit in den Kalorienverbrauch eingerechnet. Die Anzeige darf wohl eher als realtiv angesehen werden und nicht als absolut korrekter Messwert.
Distanz– Die Garmin Vivofit versucht anhand der Anzahl von Schritten und der Körpergrösse die zurückgelegte Entfernung eines jeden Tages bzw. jeder erkannten Aktivität zu berechnen. Leider hatte ich zweimal beim Joggen die GPS Uhr nicht dabei und habe keinen genauen Referenzwert, aber die Angabe ist gefühlsmässig zu hoch.
Uhrzeit und Datum – Vivofit zeigt auch die aktuelle Uhrzeit und das Datum an, praktisch wenn man nicht zusätzlich noch eine Uhr tragen möchte.

Ich bin ziemlich erstaund, das Vivofit erfasst praktisch nur “echte Schritte” und lässt sich durch andere Bewegungen am Arm kaum dazu verleiten, diese als Schritte fehlzuinterpretieren. Die Distanz-Angabe hingegen finde ich zu hoch.

Garmin Vivofit - angenehmes Armand und guter Sitz

Auswertung über Garmin Connect

Obwohl Vivofit bereits viele Daten direkt auf dem Display anzeigt, möchte man natürlich eine ausführliche Auswertung. Wie erwähnt kann die Übertragung über Bluetooth zum Smartphone oder per ANT+ (Smart Bluetooth) USB-Stick an die Software Garmin Express geschehen. Die Übertragung wird durch einen längeren Tastendruck am Vivofit gestartet. Die Daten werden auf Garmin Connect gesammelt und aufbereitet. In der App sieht das wie folgt aus:

Garmin Connect Screenshots von Garmin Vivofit Daten
Garmin Connect Screenshots von Garmin Vivofit Daten

Garmin Connect dient natürlich vor allem der langfristigen Auswertung. Vivofit selbst kann bis vier Wochen Daten speichern und festhalten. Auf dem Online Portal wie auch auf der Smartphone App hat man zahlreiche Visualisierungsoptionen zur Auswahl, auch das Schlafverhalten kann analysiert werden nachdem man Einschlaf- und Aufwachzeit eingegeben hat.

Garmin Connect Screenshot des Online Portals
Garmin Connect Screenshot des Online Portals

Auch Badges, Abzeichen, kann man sich durch konstante Steigerung der Leistungen verdienen und in der Community kann man sich mit Freunden messen. In meinem Fall macht das noch wenig Sinn, da ich noch niemanden drin habe der auch ein Vivofit nutzt.

Garmin Connect Screenshots von GPS Daten
Garmin Connect Screenshots von GPS Daten meines Garmin Edge 800

Besonders toll finde ich, dass Garmin Edge zum einheitlichen Portal für Garmin Sportgeräte wurde. So kann ich dort auch meine Garmin Edge 800 Bike GPS auswerten und habe alle Daten in einem Portal. Einerseits die täglichen Bewegungsdaten des Fitness Armbands und andererseits die Aktivitätsauswertung des Garmin Edge. Das funktioniert natürlich auch mit anderen Fitness-Uhren von Garmin, welche mit Connect ausgewertet werden können.

Garmin Vivofit Testbericht

Fazit

Das Garmin Vívofit ist definitiv ein gelungener Start von Garmin in die Welt der Aktivitätstracker. Besonders die extrem hohe Batterielaufzeit im Vergleich zu den Konkurrenzprodukten hebt den Garmin Tracker deutlich ab und ich habe es während der Testzeit bemerkt, es ist einfach ein enormer Pluspunkt wenn man sich um das Laden keine Gedanken machen muss. Für mich ist das Garmin Vivofit einfach genial, da ich es nahtlos zusammen mit meinem Edge GPS Gerät auswerten kann und mir gefällt das schlichte und hippe Design des Connect-Portals. Für Ausdauersportler ist natürlich die Anbindung eines Herfrequenzmessgurtes ideal, was ich leider mangels Gurt nicht testen konnte.
Ich kann das Garmin Vívofit bedingungslos empfehlen und es hat sich aktuell zum Aktivitätstracker meiner Wahl gemausert. Dank Zeitanzeige kann man auch auf eine Uhr verzichten und der hohe Tragekomfort spielt auch positiv bei.

Das Garmin vívofit gibt es in der Schweiz bei Garmin Partner, wie zum Beispiel Brack.ch für 149.- CHF. Das Garmin vívofit gibt es in Deutschland für 119.- €.

Autor

Im März 2010 habe ich Technikblog ins Leben gerufen. Seither blogge ich mehrmals wöchentlich über technische Themen die mich faszinieren und im Alltag begleiten, das beginnt bei Smartphones, Computer, Gadgets, technischen Spielereien bis hin zu HowTo-Anleitungen und Testberichten zu Smart Home Einrichtungen und Elektrofahrzeugen.

ommentare

  1. Hallo Hans

    Danke für das tolle Review!

    Hat das Band eine Weckfunktion?

  2. Das mit der Weckfunktion würde mich auch interessieren … dann müsste man es nicht ablegen. Allerdings dürfte es nicht nur einen Vibrationsalarm haben, davon werde ich nicht wach.

    • Hallo zusammen,
      das Vivofit kann weder vibrieren, noch hat es eine Weckfunktion!

  3. Hallo, alleine das die Batterie sehr lange hält, ist für mich ein Kaufgrund. Danke für den ausführlichen Artikel.

    Liebe Grüße
    Jan

  4. Hallo, danke für den tollen Bericht.
    Meine Frag funktioniert es auch mit Linux und dem ANT+ USB Modul ? Danke und Gruss

  5. Wirklich ein cooles Band, endlich eines das man anziehen und vergessen kann. Und nicht ständig nachladen… Ok ab und zu Daten abgleichen 😉
    Auch der Herzfrequenzmesser funktioniert ohne Probleme. Einzig die Kilometer Angaben finde ich auch etwas hoch.
    Was ich nie verstehen werde, warum brauche ich ein ANT+ USB Dongel? Mein Mac hat auch ein Bluetooth Module das 1A funktionieren würde.

    Roli

  6. Hey, vielen Dank für den tollen und super umfangreichen Testbericht zum Vivofit. Das ist wirklich zur Zeit eines der besten Fitnessarmbänder auf dem Markt. Sehr zu empfehlen … LG Stefan

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