Bezahlen mit NFC | (c) Focus.deMit erstaunen habe ich gestern gelesen, dass Migros und Coop bereits nächstes Jahr ihre Kassen um die Bezahlmöglichkeit mit NFC – Near Field Communication – erweitern wollen. Ebenfalls soll der Zürcher Verkehrsbund mitziehen. In Japan beispielsweise klappt es bereits jetzt mit NFC zu bezahlen beim Zugfahren.

Was ist NFC und wie funktioniert es?

NFC steht für Near Field Communication und ermöglicht es aus kurzen Distanzen Daten zu übertragen. Dabei sind meistens ein passiver (sog. Tag) und ein aktiver Teil, der Leser, Bestandteil der Kommunikation. Der Leser baut ein elektromagnetisches Feld auf und überträgt damit Energie in den passiven Tag oder Smartcard. Damit wird dieser mit Energie versorgt und kann eine Kommunikation mit dem Leser aufbauen. Auf diese Art können Daten von einer Karte gelesen oder auf die Karte geschrieben werden. Hier ein einfaches Video dazu:

Neben dieser Funktion können Geräte, die über NFC verfügen auch untereinander kommunizieren – Peer to Peer sozusagen. Zum Beispiel das Bezahlterminal an einer Kasse oder einem Billetautomaten und das Handy. Hier kommunizieren zwei aktive NFC Geräte. Das eine ist stationär, während das mobile Gerät zum Beispiel in der Tasche getragen wird. Das NFC fähige Handy kann nun auch eine Kreditkarte emulieren und so kann das mobile Zahlen angewendet werden.

NFC funktioniert wirklich nur im Nahbereich, sprich bis zu 10cm Entfernung sind etwa möglich. Die langsame Datenübertragung im Bereich von einem halben MBit/s ist nicht für grosse Daten gedacht.

Vor- und Nachteile

In Punkto Sicherheit ist es gefährlich, da man aus kurzer Distanz mögliche Bezahlinformationen direkt auslesen kann. Wie gut das geht, zeigt ein interessanter Beitrag von ARD:

Für mich ist das der grosse Nachteil der Technik, hier gibt es noch Optimierungspotential. In Sachen gläserner Kunde und Datenschutz bin ich weniger heikel, wenn ich im Internet einkaufe werden auch alle meine Käufe über ein Portal gelistet, dasselbe gilt für die Bonus-Systeme Cumulus und Supercard bei Migros und Coop.

Die Vorteile der Technologie liegen auf der Handy, schnelleres und einfacheres Bezahlen. Kein Bargeld zusammensuchen, schnellere Abwicklung der Kunden. Bonusprogramme könnten direkt über NFC laufen, kein Schleppen von einem Dutzen Karten im Portemonnaie. Im Bereich des öffentlichen Verkehrs könnte ebenfalls ein optimiertes Zahlungssystem einiges vereinfachen.

Fazit

Ich freue mich wenn das mobile und einfache Bezahlen über NFC bei uns eingeführt wird. Vor allem wenn die SBB mitziehen würde und es ermöglichen könnte beim Einsteigen in Züge direkt per NFC ein Ticket zu erfassen, welches dann beim Aussteigen abgerechnet wird. Heute wo in den Zügen keine Tickets mehr gelöst werden können, wäre das sowieso die “sauberste” Lösung. Auch das ewige anstehen an Supermarkt-Kassen wo man zuschauen kann wie die Leute ihr Kleingeld zusammensuchen oder den PIN-Code ihrer EC-Karte dreimal falsch eintippen, würden der Vergangenheit angehören. Natürlich ist das noch Zukunftsmusik, doch der Schritt von Migros, Coop und ZVV geht in die richtige Richtung.
Was meint ihr?

 

Hans
Autor

Im März 2010 habe ich Technikblog ins Leben gerufen. Seither blogge ich mehrmals wöchentlich über technische Themen die mich faszinieren und im Alltag begleiten, das beginnt bei Smartphones, Computer, Gadgets, technischen Spielereien bis hin zu HowTo-Anleitungen und Testberichten zu Smart Home Einrichtungen und Elektrofahrzeugen.

ommentare

  1. Avatar

    Ich besitze nur eine Prepaid Kreditkarte die ich lediglich fürs Online Einkaufen benutze.
    Ich habe also noch nie mit einer Kreditkarte in einem Geschäft bezahlt.
    Nicht wegen der Sicherheit sondern weil ich “bar” eine bessere Kostenkontrolle habe und auch keine Verrechnungsgebüren anfallen. (Wobei ich nicht mal weiss wie gross die wären :D)

    Trotzdem finde ich es eine Interessante Technik. Beim bezahlen mit einem Smartphone wäre eine Bestätigung der Zahlung via User gut realisierbar. So das die Daten nur dann ausgesandt werden falls die Person dies wünscht.

    Für Kreditkarten Benutzer müsste man halt ein Alu-Portmonnaie erfinden 😀

  2. Avatar

    Ich bin wirklich sehr gespannt auf diese Technologie, müsste doch vieles erleichtern (insb. das Portmonee vom schweren Münz 😉 )
    Der kritische Punkt ist aber die Sicherheit. Den mit solchen Chips muss die Karte, Handy, etc. nicht mal mehr entwendet werden, um (theoretisch) Geld abzubuchen. Gerade im Gedränge an Bahnhöfen, Konzerten etc. kann unbemerkt die kurze Distanz geschaffen werden, um in die Reichweite des Chips zu kommen. Daher muss die Sicherheit 100%ig garantiert sein, ansonsten wird dies böse Enden…

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