Wie baue ich mir ein performantes und mobiles Virtual Reality Setup für die HTC Vive?

Virtual Reality Setup mit HTC Vive

Heute ein Gastbeitrag von Lukas (v11.ch), ürbigens kein unbeschriebenes Blatt, schliesslich stammt das Technikblog Logo aus seiner Feder. In diesem Artikel zeigt er euch, wie ihr euch ein mobiles und transportfähiges Virtual Reality System für die HTC Vive bauen könnt. Das Setup ist in den letzten Monaten entstanden und hat sich bereits bei zahlreichen Workshops und Demos im In- und Ausland bewährt.

Seit mehr als einem Jahr gebe ich regelmässig Virtual Reality Workshops für Schulen und Agenturen. Bei den ersten Workshops benutzte ich die Oculus DK 2. Das notwendige Equipment war damals auch durchaus überschaubar: VR-Brille, Tracking-Sensor und ein Mac-Book Pro.

Selbstverständlich habe ich mir vor einigen Monaten auch die fantastische HTC Vive gekauft. Dabei wollte ich keine Kompromisse eingehen und habe mir deshalb einen entsprechenden High-End PC mit zwei Grafikkarten zusammengebaut. Die Performance überzeugte, aber mobil war dieses Setup leider nicht. Mit der Vive ist eine grosse Menge an Zubehör dazugekommen. Und für einen Transport war dieser Computer einfach zu gross und zu schwer.

Trotzdem wollte ich ich nicht auf meine Workshops verzichten. Schon bald machte ich mir darüber Gedanken, wie ich mein Setup mobil optimieren könnte. Ein neuer PC sollte es sein. Im Juni erhielt ich zudem eine Einladung für einen Workshop in Dänemark. Der neue PC sollte deshalb nicht nur klein und kompakt sein, sondern er sollte für einen sicheren Transport auch im Handgepäck mitgeführt werden können. Die Abmessungen und das Gewicht durften also die Richtlinien der Fluggesellschaften nicht überschreiten.

HTC Vive Mobile Setup

HTC Vive Mobile Setup

Computer

Ich habe mich für ein Micro Tower von Fractal entschieden. Das Gehäuse bietet eine kompakte Bauweise und bietet trotzdem genügend Platz für eine Geforce 980 TI Grafikkarte (mit Übergrösse). So konnte ich meine bereits vorhandene Karte nutzen und musste nicht neu investieren.

HTC Vive im Einsatz

Display

Ein Display ist aus verschiedenen Gründen nützlich. Bei der Inbetriebnahme des Setup an einem neuen Standort muss der PC mit dem vorhandenen Drahtlosnetzwerk verbunden werden. Zudem muss für die Kalibrierung der Sensoren eine Raumvermessung durchgeführt werden. Weiter kann ich über das Display die Virtual Reality Anwendungen auch für weitere Zuschauer sichtbar machen.

Ich habe dazu verschiedene Lösungen getestet. Über Microsoft Remote Desktop kann ich mit meinem Mac Book auf den PC zugreifen. Die Lösung eignet sich allerdings nicht um Virtual Reality vorzuführen. Die Frame-Rate hängt je nach Netzwerk Geschwindigkeit bei 2–5 Bildern pro Sekunde.

Mit der iOS App Duet kann ich mein iPad Mini als Bildschirm nutzen. Das iPad wird dabei über ein USB-Kabel mit dem PC verbunden und liefert konstant 60 Frames. Der Bildschirm ist dann aber doch zu klein und die virtuelle Tastatur funktioniert bei Windows 10 aus unbekannten leider Gründen nicht.

Erst kürzlich entdeckte ich das mobile Display von Asus welches einzig über ein USB-Kabel mit dem PC verbunden wird. Das Display hat eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixel und passt von den Abmessungen perfekt in meine Handgepäck-Tasche.

Unverzichtbar zu meiner Ausstattung gehört ein langes Display-Port zu HDMI-Kabel. Da der HDMI-Ausgang an meiner Grafikkarte bereits durch die Vive besetzt ist, muss ich auf die Display-Port Schnittstelle zurückgreifen. Damit kann ich den PC bequem an einen Beamer oder an einen TV anschliessen.

HTC Vive Setup aufgebaut

HTC Vive Setup aufgebaut

HTC Vive und Zubehör

Die beiden Raum-Sensoren der Vive setze ich je auf ein leichtes und kompaktes Blitz-Stativ von Manfrotto. Mit dem passenden Schirmneiger können die Sensoren perfekt auf die vom Hersteller empfohlene Neigung (45°) eingestellt werden.

Mobile Setup der HTC Vive

Maus und Keyboard

Für Maus und Keyboard habe ich mich für die kabellose Designer Maus und das Keyboard von Microsoft entschieden. Die Geräte sind sehr leicht und flach und können ebenfalls gut verstaut werden.

Verkabelung

Die Mehrfachsteckerleiste bietet mit vier Steckplätzen für alle vorhandenen Geräte einen Steckplatz (PC, Vive, Sensor 1, Sensor 2). Für den zweiten Sensor habe ich ein zusätzliches Verlängerungskabel gekauft. Somit kann ich das gesamte Setup über eine einzige Stromquelle betreiben.

HTC Vive und Zubehör verstaut

HTC Vive und Zubehör verstaut

Musik

Für hervorragenden Sound sorgt der Bose Soundlink 2. Dieser wird über Bluetooth direkt mit dem PC gekoppelt.

Tatonka Flight Barrel

Transport

Glücklicherweise entdeckte ich die Handgepäck-Tasche von Tatonka. Diese sieht nicht nur gut aus, sondern bietet auch passgenauen Platz für meinen PC.

Die HTC Vive und das Zubehör verpacke ich jeweils in einer weiteren Tasche. Für die Reise nach Dänemark konnte ich diese Tasche sowie die Stative im regulären Gepäck verstauen.

Die gesamte Ausrüstung hat ein ordentliches Gewicht. Um meinen Rücken zu schonen, habe ich mir ein leichtes und zusammenklappbares Trolley gekauft. Die beiden Taschen und die Stative kann ich prima fixieren und so transportieren.

HTC Vive Setup verstaut und auf dem Kofferroller verpackt

HTC Vive Setup verstaut und auf dem Kofferroller verpackt

Fazit

Das Setup bietet meiner Meinung nach bestmögliche Mobilität bei höchstmöglicher Performance. Neue Laptop-Generationen sind zwar VR-Ready, bieten allerdings nicht annähernd die Performance dieser Lösung.

Der Aufbau dauert ca. 15 Minuten. Ich könnte noch weitere Zeit sparen sofern die Kabel bereits fix mit dem Computer verbunden wären. Dies funktioniert aber mit der Tatonka Tasche nicht so gut. Ein guter Freund hat mir aber kürzlich die Koffer von Peli empfohlen. Das möchte ich mir auf jeden Fall genauer anschauen.

Falls ihr das Setup genauer kennenlernen möchtet, könnt ihr mich jederzeit kontaktieren.

In eigener Sache

Expanding Immersive Design — Das ist die erste Virtual Reality Konferenz in Zürich. Gerne lade ich euch ein, meinen Workshop zum Thema Virtual Reality Interactions zu besuchen. Anmelden könnt ihr euch hier.

Weitere Informationen zu meinen Workshops findet ihr hier.

5 Kommentare

  1. Tuffel 26. September 2016
    • Lukas 26. September 2016
  2. Chris 27. September 2016
    • Lukas 27. September 2016

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