Vergleichstest Actioncams: GoPro, Garmin, TomTom, Xiaomi & Panasonic

Actioncam Vergleichstest

Im letzten Jahr noch habe ich einige Zeit in einen grossen Vergleichstest zwischen einigen Actioncams investiert. Einen ausführlichen Bericht darüber habe ich bei avguide publiziert. Hier dazu passend eine kurze Zusammenfassung vom Test, so haben meine Leser hier auch was davon und natürlich stehe ich für Fragen in den Kommentaren bereit.

Actioncam Vergleichstest: Die Kandidaten

In meinem Vergleichstest hatte ich fünf aktuelle Actioncams aus dem Jahr 2015 im Test: Die kompakte GoPro Hero4 Session, eine TomTom Bandit, die Garmin Virb XE, eine Panasonic HX-A1M und die Xiaomi Yi. Die beiden letztgenannten hatte ich schon etwas früher und daher hier im Blog schon Testberichte verfasst, die anderen Kandidaten kamen etwas später dazu.

Die Garmin Virb XE überzeugte durch Zusatzfeatures wie GPS und Dateneinblendung im Video.

Die Garmin Virb XE überzeugte durch Zusatzfeatures wie GPS und Dateneinblendung im Video.

Vergleich Spezifikationen und Akkulaufzeit

Um ein wenig den Überblick zu waren habe ich zuerst für mich selbst und danach eine für die Veröffentlichung bestimmte Excel Tabelle mit Vergleichsdaten geführt. Für mich waren dabei aus technischer Sicht vier Punkte wichtig: Die maximal Auflösung bei Video, die maximale Framerate bei 1080p und die maximal Framerate bei 720p. Abschliessend auch noch die Bildauflösung. Warum diese Punkte? Einige Kameras im Testfeld können mit 4K-Auflösung aufnehmen, die TomTom Bandit beispielsweise, die Garmin und die Hero4 Session immerhin mit 1440p. Bei den Frameraten bei üblichen 1080p/720p zeigt sich dann die Fähigkeit der Kameras mit Slow-Motion Aufnahmen umzugehen, beziehungsweise solche aufzunehmen. Die restlichen Daten sind ein wenig Vergleich von weiteren Spezifikationen und einer eigenen Messung der Akkulaufzeit.

Actioncam Vergleichstest - Spezifikationen und Akkulaufzeit

Actioncam Vergleichstest – Spezifikationen und Akkulaufzeit

Vergleich Akkulaufzeit

Als erstes hatte ich mir vorgenommen alle Kameras auf Akkulaufzeit zu untersuchen. Dies nur schon deswegen, weil ich bei bisherigen GoPro Reviews immer wieder von Usern hörte, dass deren Laufzeit komplett anders sei und so weiter. Hier in diesem Test, also Kameras auf 1080p Auflösung und 30fps eingestellt und komplett geladen bis kurz vor dem Test am Netzteil gehangen. Im Test fehlte die Garmin Virb XE, welche etwas später eintraf. Den Test habe ich aber nachgeholt, die Virb XE hielt 1:38h – lag also im Mittelfeld. dominiert hat die TomTom Bandit, ihres Zeichen aber auch schwerste Kamera im Test, mit 2:39h Laufzeit:

GoPro Hero4 Session

Irgendwie bei allen etwas in Verruf geraten ist die GoPro Hero4 Session. Sie war die ersten Kamera von GoPro, welche nicht die Spezifikationen der Vorgängermodelle übertrumpft hat, sondern in anderen Aspekten versucht zu überzeugen. Die Session hat nämlich einen kompakten Formfaktor, ein komplett wasserdichtes Gehäuse ohne Zusatzgehäuse, eine vereinfachte Bedienung und kann dank qaudratischer Form fast in jeglicher Position montiert werden. Man macht dafür etwas Abstriche in der maximalen Bildqualität, doch immerhin sind 1440p möglich und beim nicht-wechselbaren Akku. Für mich hat sich aber bei guten Lichtverhältnissen überzeugt, wer sich etwas mit ProTune Settings auseinandersetzt kommt auch bei weniger Licht gut zurecht.

GoPro Hero4 Session

Die GoPro Hero4 Session überzeugt mit einem kleinen und leichten Formfaktor, verbunden mit hochwertigen Aufnahmeresultaten, besonders bei gutem Licht. Zwei Stunden Akku-Laufzeit reichen für die meisten Fälle aus. Damit ist die Session in allen Testkriterien im guten Mittelfeld und damit der perfekte Allrounder.

Garmin Virb XE

Zusammen mit der TomTom Bandit ist die Garmin Virb XE die teuerste Kamera im Testfeld. Die Virb XE ist dafür aber auch mit zahlreichen Features zusätzlich augerüstet, nebst dem mittlerweile fast üblichen WLAN und Bluetooth, hat auch noch GPS- und Beschleunigungssensor darin Platz gefunden. Genial daran, die aufgezeichneten Daten lassen sich später mit Garmin-Software in das Video einbauen, da kommt dann etwas MotoGP Feeling auf mit Geschwindigkeitsanzeige und G-Kräften. Auch die Bildqualität der Virb XE hat überzeugt und die GoPro-kompatible Halterung dürfte vor allem für Umsteiger praktisch sein, so kann das Zubehör weiterhin genutzt werden.

Garmin Virb XE - Frontabdeckung geöffnet

Garmin Virb XE – Frontabdeckung geöffnet

Die Garmin Virb XE kann mit Garmin Radcomputern und HR-Gurten verbunden werden, hat integrierte Sensoren und kann diese im Video darstellen. Beste Bildqualität und naturgetreue Farben runden das gute Gesamtpaket ab.

TomTom Bandit

Die TomTom Bandit ist zusammen mit der Panasonic in einem anderen Formfaktor gebaut, länglich und rund wie eine Taschenlampe. Auch bei der Bandit sind Beschleunigungs- und GPS-Sensor verbaut und zusätzlich kann ein Herzfrequenz-Gurt verbunden werden. Der Clou kommt aber erst noch, in Kombination mit der App auf dem Smartphone, stellt die Bandit ein Best-of-Video aus dem gesammelten Szenen zusammen. Das nicht nach reiner Willkür, sondern anhand von Ausreissern und Auffälligkeiten bei aufgezeichneten Daten aus Beschleunigung, Puls, GPS und so weiter. Das Konzept funktioniert und ist witzig für einen kurzen Zusammenschnitt, ich persönlich lege für meinen Geschmack immer noch lieber selber Hand an und schneide was passend zu einer ausgesuchten Musik. Für einen Grossteil von Usern ist die TomTom Lösung aber prädestiniert.

Lobenswert bei TomTom, die Filmqualität ist bis hin zu 4K möglich und genialerweise kann man im Zeitraffer-Modus auch gleich bis auf diese Auflösung hin aufnehmen und sich direkt ein Video erstellen lassen. Ziemlich ausgereift, was man sich bei TomTom überlegt hat. Auch in Sachen Bildqualität passt bei der TomTom vieles, im Gegensatz zu Garmin und GoPro würde ich einzig bemängeln, dass Belichtung und Weissabgleich nicht immer ganz getroffen ist. Aber eben, das ist jetzt Kritik auf bereits hohem Niveau!

TomTom Bandit

TomTom Bandit

Die TomTom Bandit fällt etwas klobig und schwer aus, dafür aber mit Akkulaufzeit pur und der Extra-Portion an Features. Scharfe Bilder und etwas nachteilig beim Weissabgleich geben kein klares Bild ab. In Sachen verbaute Features aber definitiv das Topgerät, wenn auch das teuerste.

Panasonic HX-A1

Wie erwähnt, die HX-A1 von Panasonic hatte ich bereits im Test mit zahlreichen Testbildern und Video. Sie ist technisch von der Konkurrenz klar abgeschlagen, der verbaute Sensor liegt alleine schon einiges zurück mit seinen 2.7MP Auflösung.

Die Kamera spielt ihre Stärken nicht bei der Bildqualität und Auflösung aus, hier sind andere besser. In Sachen Video sind die Resultate okay und brauchbar, schöne Farben, aber bei den Fotos herrscht ein klares Defizit. Auf der anderen Seite steht aber eine Kamera mit genialer Grösse und Gewicht, der Formfaktor hilft sie fast überall montieren zu können und dank dem Fliegengewicht bemerkt man das dann auch kaum. Das sind klar die Stärken der Panasonic HX-A1, kompakte Bauform und geringes Gewicht, gepaart mit einer soliden 1080p Aufnahme.

Panasonic HX-A1

Panasonic HX-A1

Die HX-A1 von Panasonic ist die Kamera der Wahl, wenn es um eine möglichst kompakte und leichte Actioncam gehen soll. In diesen Disziplinen ist sie klarer Testsieger. Dafür aber auch klarer Verlierer was hochauflösende Videos, Akkulaufzeit oder Videomodi anbelangt.

Xiaomi Yi

Zu guter letzt noch der Import aus China, die Xiaomi Yi. Sie kommt in rudimentärster Weise daher, Kamera, Akku und ein Kabel liegen bei. Wer sie irgendwie montieren möchte, muss Frame oder das wasserdichte Gehäuse zusätzlich kaufen, dasselbe gilt für Halterungen und so weiter. Sie überzeugt vor allem bei Fotos und Videos bis hin zu 1080 sind durchaus okay, vor allem verglichen mit dem Preis von rund 60$. Da kann man nicht meckern und wenn eine Xiaomi Yi einmal bei einem „Stunt“ drauf geht oder man sie verliert, schmerzt dass dann deutlich weniger als bei einem 500.- CHF Modell.

Mein ausführliches Review zur Xiaomi Yi ist hier zu finden.

Xiaomi Yi: Preis-/Leistungssieger

Xiaomi Yi: Preis-/Leistungssieger

Die Xiaomi Yi ist unangefochten der Preis-/Leistungssieger hier im Test. Günstiger bekommt man keine Actioncam mit dem Leistungsumfang. Wer also aufs Budget schaut, macht mit der Yi-Kamera nichts falsch!

Video

Hier ein Zusammenschnitt einiger Aufnahmen im Vergleich von den Testkandidaten.

Fazit

Wer sich eine Actioncam zulegen möchte der steht mittlerweile vor der Qual der Wahl. Bei avguide.ch habe ich wie erwähnt ein ausführliches Fazit verfasst, einen Testsieger zu kühren ist bei den grossen Unterschieden schwer. Ich zitiere mich der Einfachheit halber einfach selbst:

Gewichte ich alle Punkte gleich, so zeigt sich die Garmin Virb XE hier als Sieger, dicht gefolgt von der Hero4 Session und der TomTom Bandit. Wem Gewicht und Grösse nicht zentral wichtig sind, der wird mit der Virb oder Bandit definitiv sehr glücklich, dort steckt auch am meisten Technik drin. Wer ein Leichtgewicht sucht mit toller Bildqualität soll zur Session von GoPro greifen, Sparer legen sich die Xiaomi Yi zu und wem es nicht klein und leicht genug sein kann, für den ist HX-A1 das Stichwort!

Die GoPro Hero4 Session gibt es für 199.- CHF zu kaufen. Die TomTom Bandit schlägt im Premium Packet bei Conrad mit 499.- CHF zu Buch, während die Garmin Virb XE mit 479.- CHF auch kein Schnäppchen darstellt. Preiskracher sind im Vergleich die Die Panasonic HX-A1 ab 199.- CHF oder die Xiaomi Yi direkt aus für 67.-$.

 

3 Kommentare

  1. Chris 15. Februar 2016
  2. Hans 21. Februar 2016
  3. Marc 14. Mai 2016

Kommentar verfassen