Testbericht: Raumfeld Stereo M, Cubes & One S – WLAN-Lautsprecher

Raumfeld Test Technikblog

Vor einigen Wochen hatte mich Raumfeld in bei einer Produktpräsentation im Grand Hotel Dolder schwer beeindruckt. Nach meiner Newsmeldung verwies ein Kommentar auf diverse Mängel bei der Software. Ich beschloss mir das Raumfeld Stereo M, die Raumfeld Cubes und einen Raumfeld One S liefern zu lassen um dem Ganzen nachzugehen.

Installation und Software

Die Raumfeld Geräte müssen via eine App (Android oder iOS) installiert werden. Dabei sollte ein Gerät nach dem anderen an das lokale Netz per Ethernet-Kabel angeschlossen und installiert werden. Man gibt bei der Installation des ersten Geräts, das dann auch zum Host wird, die SSID und das Passwort des Drahtlosnetzwerkes an. Ich begann mit den Stereo M, die in meinem Kinozimmer, in dem sich auch der Router befindet, bleiben würden. Raumfeld empfiehlt den Host per Kabel am Router angeschlossen zu lassen um den Datendurchsatz zu garantieren. Die Raumfeld Cubes sollten dann in das Wohnzimmer kommen und der One S in die Küche. Direkt nach der Installation funktionierte alles perfekt und ich nahm die entsprechenden Lautsprecher aus dem Kinozimmer und verteilte sie in der Wohnung (ausser den besagten Stereo M). Das war etwa der Moment in dem die Probleme begannen. Es begann damit, dass die Drahtlos-angebundenen Lautsprecher keine Musik mehr abspielten, bis sie schlussendlich in der App auch nicht mehr ersichtlich waren. Über drei Tage hinweg versuchte ich diverse Neuinstallationen, löschte die App und installierte auch diese Neu und resettete die Lautsprecher mehrfach. Nichts half, mein System funktionierte nicht. Ich nahm dann an, dass es an der Andriod App liegen müsse und fragte Hans nach einem iOS Device. Hans war so nett und lieh mir ein iPad mini. Also begann ich die Installation nun von Vorne und siehe da: das Raumfeld System funktionierte. Doch die Freude währte nicht lange, nachdem ich das System am Abend ausgeschalten hatte und es am nächsten Tag wieder in Betrieb nehmen wollte, konnten die Drahtlos angebundenen Geräte wieder nicht gefunden werden. Nach einem Router-Reset erschienen sie zwar auf der App, konnten aber keine Musik abspielen. An diesem Punkt war mein Stolz gebrochen und ich entschied mich, den Support zu kontaktieren. Bei einem gemeinsamen Telefonat mit dem Support konnte das Problem auch nicht gefunden werden. Man gab mir allerdings eine Liste an Routereinstellungen die ich überprüfen sollte und ich solle die Installation noch einmal durchführen und dabei den One S als Host haben bei der Installation. Im Nachhinein kann der Host ja immer geändert werden. Ich überprüfte also meine Routereinstellungen; alles war in Ordnung und ich musste keine Änderungen vornehmen. Also begann ich die Neuinstallation nun mit dem Raumfeld One S. Das klingt nun einfacher als es ist, denn sobald ich die Stereo M einschaltete, dachten die: Hey ich bin der Host! Erst nach einigen Versuchen kam eine Meldung, dass zwei Hosts gefunden wurden und welcher nun ausgewählt werden solle. Nach Abschluss der Installation testete ich zuerst ob alle Geräte auch Musik abspielen und ob sie nach einem Ein- und Ausschalten auch noch gefunden werden. Alles schien Gut so weit. Also wagte ich den nächsten Schritt und änderte den Host. Wieder testete ich das System. Es lief! Ich stellte die Lautsprecher in die zugehörigen Räume und es lief immernoch! Endlich. Nach drei Wochen.

Mittlerweile sind wir bei der Firmware Version 1.48.35 angekommen und ich muss sagen, es hat sich vieles verbessert. Zeitweise war die Lautstärke schwierig zu verstellen, reagierte garnicht oder sprunghaft. Auch das Interface gab nicht sonderlich viel her und die Musikbibliothek lud zeitweise extrem langsam. Mit dem neuen Update gab es allerdings ein saftiges Facelifting und die Probleme scheinen behoben. Das Delay beim Line-In ist allerdings immernoch zu hoch. Die Lautsprecher eignen sich also absolut nicht zum Filme oder Youtube-Videos schauen und auch nicht zum zocken. Allerdings unterstützen die Raumfeld-Geräte alle gängigen Streaming-Provider wie Spotify, TIDAL WiMP, TuneIn und Napster. Ich spielte allerdings praktisch nur Musik von meinem angebundenen NAS. Dabei können jegliche im Netzwerk freigegebenen Ressourcen beim Raumfeld eingebunden werden.

Raumfeld Test Setup: Von links nach rechts; One S, Stereo Cubes und Stereo M

Raumfeld Test Setup: Von links nach rechts; One S, Stereo Cubes und Stereo M

Optik

Optisch machen die Raumfeld Lautsprecher doch etwas her. Danke einer guten Mischung aus Schwarz und dem gebürsteten Aluminium lassen sie gut und harmonisch im Wohnzimmer unterbringen. Dank dem unauffälligen, schlichten und doch eleganten Design müssen sie sich nicht vor der Konkurrenz verstecken. Von den drei Modellen die ich testen konnte, gefällt mir persönlich der Raumfeld Stereo M am besten. Die Proportionen stimmen hier einfach und sie sehen mit, sowie auch ohne Abdeckung fantastisch aus.

Sound

In Sachen Klang unterscheiden sich die Raumfeld Lautsprecher deutlich. Was nicht weiter verwunderlich ist, denn ohne Volumen kann einfach kein Tiefbass erzeugt werden. Was allerdings nicht bedeuten soll, dass auch der kleinste im Bunde genügend Kickbass erzeugen kann, aber alles der Reihe nach.

Raumfeld One S

Raumfeld One S

Der Raumfeld One S hat trotz seiner Grösse eine beeindruckende Dynamik. Es ist verblüffend wieviel Tiefgang aus so einem kleinen Gehäuse geholt werden kann. Bei genauerem hinhören fällt aber auf, dass der Oberbass und Mittlere Bass stark angehoben sind um diesen Kickbass zu erzeugen. Leider versinken auch die Details etwas, der Klang ist etwas matschig. Da der Lautsprecher für Küche/Badezimmer konzipiert wurde, ist ein angehobener Bass eigentlich gar nicht so verkehrt, denn generell findet man dort kahle Wände vor, die das Zimmer hell klingen lassen.

Raumfeld Stereo Cubes

Raumfeld Stereo Cubes

Die Raumfeld Stere Cubes mit ihren 2-Wege-Koaxialchassis geben homogeneres Klangbild ab. Der Midbass ist auch hier angehoben um den fehlenden Tiefbass etwas zu kompensieren. Aber das Ganze wurde sehr angenehmen abgestimmt. Wesentlich mehr Details kommen hier zum vorschein. Instrumente versinken nicht mehr in einem Einheitsbrei, sondern sind sauber ortbar und erkennbar. Die Räumlichkeit war beeindruckend und staunte immer wieder was für einen vollen Kang das System doch, trotz seiner kompakten Grösse, hervorbrachte.

Kommen wir nun zu meinem persönlichen Gewinner, dem Raumfeld Stereo M. Ja auch hier ist der Midbass etwas angehoben. Aber nur ganz leicht, denn der Stereo M bringt auch richtig Tiefbass. Grosse Standlautsprecher bringen teilweise nicht den Tiefbass den man hier beim Stereo M findet! Der Detailgrad und die Räumlichkeit des Stereo M überbieten die Stereo Cubes deutlich. Der Superhochton ist gut hörbar und trägt zum Detailgrad bei. Er erzeugt dabei aber auch eine Luftigkeit die zum Weiterhören einlädt. Hier erhält man wirklich viel Klang fürs Geld.

Raumfeld Stereo M

Raumfeld Stereo M

Fazit

Nach der Produktepräsentation gefielen mir die Raumfeld Lautsprecher wirklich gut. Sound und Aussehen sind fantastisch! Sogar den Preis fand ich attraktiv. Ich wusste sie müssen nur noch einen Test bestehen um mich zu überzeugen; eine kinderleichte Installation und Bedienungsfreundlichkeit. Seit dem neuesten Update hat sich die Bedienungsfreundlichkeit massiv verbessert. Ich hatte bei der Installation des Systems wohl kein Glück, allerdings scheine ich nicht der Einzige zu sein und nicht nur Raumfeld kämpft mit solchen Problemen. Leider hat Raumfeld aber genau hier die Chance verpasst, sich von der Konkurrenz abzuheben. Schade.

Die WLAN Lautsprecher von Raumfeld gibt es direkt beim Hersteller zu Kaufen. Der Raumfeld One S für 249.99 CHF, die Stereo Cubes für 499.99 CHF und die Stereo M für 899.99 CHF.

NATEL infinity

7 Kommentare

  1. Sigi 11. August 2015
    • Alex 11. August 2015
  2. Sascha (@Geiststreicher) 11. August 2015
    • Alex 11. August 2015
      • Sascha (@Geiststreicher) 11. August 2015
  3. kuschti 11. August 2015
  4. Thomas Mellenthin 24. August 2015

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